Dank Mamas Mut am Leben!

Während der Schwangerschaft wurde bei Mutter Michaela Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Doch sie wollte das Baby nicht abtreiben.

Dass Michaela Biermann (43) heute zwei gesunde Kinder in den Armen hält, ist ein kleines Wunder. Während der Schwangerschaft mit Tochter Jara (13) bekam sie die Diagnose HPV-bedingter Gebärmutterhalskrebs. «Der Arzt hatte Tränen in den Augen, als er sagte, dass ich an einem aggressiven Gebärmutterhalskrebs leide und nur noch fünf Monate habe», sagte Micha­ela zu «Bild». Grund: die Tumorgrösse und die Befürchtung, dass der Krebs schon gestreut habe.

Michaelas Welt bricht zusammen: «Die Ärzte rieten mir zum Schwangerschaftsabbruch, um mir die gesamte Gebärmutter zu entnehmen.» Um ihr Leben zu ­retten, sollte das Kind in ihrem Bauch sterben. «Ich habe von der ersten Sekunde für meine Tochter gekämpft und mich gegen einen Abbruch entschieden», sagt sie.

Ihr Mut wird belohnt: Während der Schwangerschaft liess sie den Tumor und 23 Lymphknoten entfernen und konnte aufatmen: Es wurden keine Metastasen gefunden. In der 34. Schwangerschaftswoche wird Jara per Kaiserschnitt am 14. Februar 2008 geboren: «Sie war ein Frühchen und lag zwei Wochen auf der Intensivstation. Aber: Es war das schönste Valentinstagsgeschenk meines Lebens.»

Das Leben hält für die Familie noch mehr Geschenke bereit: Die Untersuchungen zeigen, dass der Krebs nicht gestreut hatte. Es musste nur ein Teil der Gebär­mutter entnommen werden. Drei Monate später wird Michaela wieder schwanger. Heute kann sie mit ihren Kindern die Babyfotos ansehen, die der Krebs fast verhindert hätte. Jara (13) und Mika (12) sind gegen HPV geimpft, damit ihnen das Krebs-Schicksal ihrer Mutter erspart bleibt.

Zu wenig Geimpfte

Immer häufiger erkranken Menschen an HPV-bedingtem Krebs. Professor Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik an der Medizinischen Hochschule Hannover, sagt dazu: «Mit der HPV-­Impfung könnten 90 Prozent der Krebs­erkrankungen verhindert werden. Denn: Eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) kann der Auslöser für Krebs (zum Beispiel Gebärmutter, Scheide, Penis) sein. Seit 2007 gibt es den HPV-­Impfstoff, der für Mädchen und Buben zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr empfohlen wird. «Für eine Her­den­immunität brauchen wir eine Impfquote von 80 Prozent», sagt der Mediziner. Leider seien aber noch zu wenig Kinder und Jugend­liche gegen diese Form von Krebs ­geimpft.