Vreni Margreiter – Nach der Trauer kam die Wut

Er hinterliess ihr einen riesigen Schuldenberg. Und seine Witwe realisierte erst nach und nach, weshalb sich Rudi vor fünf Jahren wirklich umgebracht hat. Klar, dass da auch Zorn und Groll aufkommen. Doch jetzt will die Sängerin in eine neue Zukunft starten.
 
Dieser 1. Mai wird für Vreni Margreiter (55) ein ganz besonderer Tag. Bei der Schweizer Vorausscheidung zum «Grand Prix der Volksmusik» wird sie im TV-Studio ihr Siegerlied von 1991 singen: «Euse Bernhardiner ». Ihr Auftritt mit einem jungen Bernhardiner soll für sie zum Befreiungsschlag werden, weil die Sängerin und Jodlerin an diesem Tag endgültig mit der Trauer um ihren Mann abschliessen will. Und das fast auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Selbstmord von Rudi Margreiter († 27. April 2005).
 
Hinter der blonden Sängerin liegen harte Jahre. Nach Zeiten der Verzweiflung und tiefer Trauer sind immer mehr auch Hass und Zorn dazugekommen. «Ja», sagt Vreni mit fester Stimme. «Ja, im Moment habe ich eine richtige Wut auf Rudi. Immer wieder und immer mehr kommt mir wegen ihm die Galle hoch, wenn ich unter finanziellen Problemen zu leiden habe. Probleme, die er allein zu verantworten hat. Weil ich mich nie um Details gekümmert habe.» Und weil er ihr nie die Wahrheit gesagt hatte – über Steuererklärungen, Abrechnungen der SUISA und ihres gemeinsamen Musikverlages «mounty music», den Rudi kurz vor seinem Selbstmord ohne ihr Wissen veräussert hatte. Vreni Margreiter redet sich in Rage. «Rudi hat mich während unserer ganzen Ehe nie informiert, was lief. Seine Spielsucht hat er mir gegenüber verschwiegen. Und ich fragte auch nie, weil ich ihm vertraut habe.»
 
Es ist längst bekannt, dass Rudi das hart erarbeitete Geld des Paares ins Casino gebracht und verjubelt hatte. Mehrere hunderttausend Franken! Noch bevor sein Tun aufflog, brachte er sich um und hinterliess seiner Witwe einen riesigen Schuldenberg. Leise meint Vreni: «Er hat mich nie dafür um Verzeihung gebeten, hat mir nie in in die Augen gesehen.» Sie allein muss nun die von ihm eingebrockte Suppe auslöffeln, und das bis heute. Vreni beginnt hemmungslos zu schluchzen.
 
«Dass nach einem Selbstmord nach dem ersten Schock und der Trauer auch Wut und Hass entstehen können, ist ganz normal», sagt der Winterthurer Psychologe Henri Guttmann. «Man kann nicht verstehen, wieso der Partner einfach geht, sich aus der Verantwortung stiehlt und einen im schlechtesten Fall auch mit finanziellen Sorgen zurück lässt.» Das Erlebte muss bei Vreni tiefe Wunden hinterlassen haben. Laut Henri Guttmann sollte man auch die «schlechten» Gefühle annehmen, denn sie gehören zum normalen Trauerprozess. «Erst kommt die Trauer, schliesslich Wut, dann die Öffnung», erklärt er. «Wie lange so ein Prozess dauert, ist von Person zu Person verschieden. Jeder verarbeitet den Tod eines geliebten Menschen auf seine eigene, ganz persönliche Art. Und das ist ganz wichtig: So wie er es tut, ist es okay. Schlecht ist nur, seine Gefühle zu verdrängen.» Das weiss jetzt auch Vreni. Und sie weiss auch, dass jeder Tiefschlag etwas Positives bewirken kann.
 
Denn jetzt ist sie wieder bereit, um beruflich durch zu starten. «Wie alles genau aussehen wird, weiss ich noch nicht», erzählt Vreni der GlücksPost. «Ich habe schon mal die Kündigung an die alte Plattenfirma geschrieben.Ob ich künftig Schlager oder Volksmusik mache, steht noch nicht fest. Alles ist möglich.»
 
Vreni und Rudi gewannen dreimal die Schweizer Vorausscheidung zum «Grand Prix der Volksmusik», mit «Euse Bernhardiner », «Ein Festival der guten Laune» und «Ein liebes Wort», alle Titel geschrieben von Rudi. Margreiter, ein begabter und sehr aktiver Komponist und Texter, entdeckte auch Géraldine Olivier und schrieb für sie den «Grand Prix»-Siegertitel «Nimm dir wieder einmal Zeit».
 
Natürlich genoss Vreni den Erfolg an Rudis Seite und war glücklich, einen so kreativen Partner zu haben. Dass das Glück auch Risse hatte, wussten viele aus dem Bekanntenkreis des Ehepaares. Besonders in ihrem Restaurant Hopp de Bäse in Illnau ZH wurde hinter vorgehaltener Hand getuschelt. So erfuhr man dort, dass Rudi oft einen über den Durst getrunken habe. Und dass er dann,wenn er zuviel Weisswein intus hatte, auch aggressiv und gewalttätig geworden sei. Auch gegenüber seiner Frau. Manche behaupten, er habe sie geschlagen. Die Spuren hätte man noch tagelang sehen können. Vreni mag nicht darüber sprechen. Für sie ist die Vergangenheit definitiv abgeschlossen, und sie möchte zu neuen Ufern aufbrechen.
 
Bereits vor einem Monat sah man eine völlig verwandelte Vreni Margreiter mit neuer Frisur und frisch blondierten Haaren in der TV-Sendung «Hopp de Bäse». Sie sang den Titel «Ich hätt’ so gern ’nen feschen Herrn». «Dieses Engagement ist aufmeine eigene Initiative hin entstanden », sagt sie stolz. «Ich habe selbst beim TV angerufen und mich dort in Erinnerung gebracht.»
 
Ein befreiender Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. «Ich will nur noch über die Zukunft reden, nicht mehr zurückschauen. Ich habe jetzt alles losgelassen, was war.»

  1. Gast - 10. July 2012, 9:03

    ich finde es auch gut, dass du den Mut besitzt und wieder in der Öffentlichkeit deine schönen Lieder singst. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg, auch wenn es auf Grund deiner Situation schwer ist. Es bringt nichts zu schimpfen, denke auch an die vielen wertvollen Zeiten und an das Gute von deinem Mann.

  2. Gast - 19. January 2012, 21:57

    vreni, der kurze Haarschnitt war viel besser!8

  3. Gast - 4. May 2011, 20:22

    Meine liebe Tante! Ich bin sehr traurig über die Worte die du öffentlich über Rudi von dir gibst, nur um deiner Karriere neuen Schwung zu verleihen. Ich wünsche dir, dass du in Zukunft nicht mehr Kapital aus seinem persönlichen Leid schlagen kannst. Du bist eine starke Frau und schaffst es sicher auch ohne das Mitleid der Zuschauer! Also hör bitte auf, dieses Mitleid zu provozieren. Pietät scheint offenbar ein sehr schwieriges Fremdwort zu sein. Larissa

  4. Gast - 15. April 2011, 21:51

    Vrenis neues Outfit passt überhaupt nicht zu ihr. Gefärbte Haare, Runzeln, gib doch Dein Alter zu!!!!!

  5. Gast - 10. April 2011, 18:37

    finde es gut das du dich wieder gefangen hast aber über tode menschen sollte man trotzdem nicht schimpfen ok denn du hast ihn mal geliebt so wie er war also lass bitte tode in frieden ruhen es war da dein leben und es gibt dir jetzt wieder die möglichkeit für ein neues mach das beste daraus glg sonja