Sorgerecht für Tochter entzogen

Das wurde aus Oksana Bajul

Die frühere Eiskunstlauf-Olympiasiegerin verfiel jung dem Alkohol. Vor kurzem verlor Oksana Bajul nun das Sorgerecht für ihre Tochter.

Chiara Schmed

HAMAR OL-AMFI 19940225 Vinter-OL pa Lillehammer 1994 Kunstlop, frilop kvinner: Vinneren Oksana Baiul fra Ukraina i aksjo
1994 holte Oksana ­Bajul trotz eines ­Unfalls am Vortag Olympiagold im norwegischen Lillehammer. IMAGO/NTB

Werbung

Die Karriere von Oksana Bajul (48) nahm in ­jungen Jahren Fahrt auf: 1993 gewann das ukrainische Ausnahmetalent mit 16 Jahren die Weltmeisterschaft im Eiskunstlauf Einzel, 1994 wurde sie in Lillehammer (NOR) Olympiasiegerin. Dieser Sieg erschien beinahe unmöglich: Am Tag vor dem Wettkampf kollidierte sie beim Training mit Tanja Szewczenko (D) und zog sich Verletzungen zu. Dank Schmerzmittel gelang ihr die Teilnahme trotzdem.
Nach dem Olympiasieg zog Bajul 1994 in die USA und ­startete eine Profikarriere. Sie trat in Eiskunstlaufshows auf, spielte in TV-Eisshows mit und wurde bekannt. Trotz Ruhm und Reichtum holten sie die traumatischen Erfahrungen ­ihrer Kindheit ein: Ihr Vater ­verliess die Familie früh, mit 13 Jahren verlor Bajul ihre ­Mutter an Eierstockkrebs. Da auch die Grosseltern bereits verstorben waren, kümmerte sich ihre Trainerin um sie.

Kurzzeitige Festnahme

Oksana Bajul entwickelte Alkohol­probleme, die 1997 öffent­lich wurden, als sie alkoholisiert gegen einen Baum fuhr und kurzzeitig festgenommen wurde. Ihre Karriere geriet ins Stocken, und Werbeverträge platzten. Nach dem Aufenthalt in einer Entzugsklinik wurde die Anklage fallengelassen. Ihre Eiskunstlaufkarriere führte sie fort, aber die Ukrainerin schaffte keine sportlichen Erfolge auf dem Niveau früherer Titel mehr.
Vor kurzem sorgte ­Bajul erneut für Schlagzeilen. 2025 reichte ihr Ehemann und früherer Manager Carlo Farina die Scheidung ein. Die beiden waren 13 Jahre ver­heiratet, lebten jedoch seit 2022 getrennt. Bajul musste ihr Haus in Louisiana wegen finanziellen Schwierigkeiten verkaufen und meinte: «Ich habe alles Geld der Welt verdient und alles Geld der Welt verloren.» Nach der Scheidung wurde ihr nun vor kurzem das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Sophia (10) entzogen. Ihr Ex-Mann warf Bajul Alkoholmissbrauch, Manipulation und Lügen vor. Er sagte vor Gericht aus, dass die Tochter Angst vor ihrer Mutter habe.

Auf Instagram schreibt Bajul: «Leider sind viele Scheidungen schmerzhaft. Als Mutter ­möchte ich nichts mehr als meine Tochter vor Negativität und Spekulation schützen.» Alle Entscheidungen, die sie getroffen habe, seien im besten Interesse ihrer Tochter gewesen.
Heute lebt Bajul in Las Vegas. Trotz aller Brüche bleibt sie für viele ein Symbol einer goldenen Ära im Eiskunstlauf – und ein Beispiel dafür, wie schwer der Übergang vom Jugend­star zum Erwachsenenleben sein kann.

Werbung

Werbung