Private Zeiten durchlebt

Das wurde aus Judy Davis

Judy Davis spielte in einigen der populärsten Filmemit, wirkte darin meist sehr geheimnisvoll. Privat durchlebte sie schwere Zeiten.

Dominik Hug

Teaser Webseite (14).jpg
Ein markantes Gesicht: Judy Davis machte früh Karriere. imago images/Everett Collection

Werbung

Ihren ersten Film drehte sie im selben Jahr, in dem sie die Schule beendete: Judy Davis (70) wusste schon früh, dass sie mal Schauspielerin werden will. Sie wuchs streng katholisch in Australien auf, wollte mit der zielstrebigen Erfüllung ihres Traums wohl auch ein bisschen der autori­tären Familie entfliehen.
Ihr Theaterdebüt gab Judy an der Seite des späteren Action-Helden Mel Gibson (70), der ebenfalls Australier ist, ­in der Shakespeare-Tragödie «Romeo und Julia». Kurz ­darauf wurde sie fürs Kino ­entdeckt. Und noch vor ihrem 30. Geburtstag erhielt sie für das Drama «Reise nach Indien» (1984) ihre erste Oscar-­Nominierung. Die zweite folgte für ihren ­fulminanten Auftritt in «Ehemänner und Ehe­frauen» (1992) von Woody ­Allen (90).
Die Zusammenarbeit mit Allen trug weitere Früchte. So stand Davis noch in vier wei­teren Werken des Regisseurs vor der Kamera. Sie drehte aber auch mit anderen legendären Filmemachern wie etwa Clint Eastwood (95).

Sie zog ihren Mann vor Gericht

Seit 1984 ist die bleiche Frau mit der hohen Stirn und der geheimnisvollen Aura mit ­ihrem Schauspiel-­Kollegen Colin Friels (73) verheiratet, bekam mit ihm die Kinder Jack (39) und Charlotte (29). Doch das Glück war ihnen nicht immer hold. Nach einem heftigen Streit 2002 zeigte Judy Davis ihren Mann an, dieser musste dann vor Gericht das Versprechen abgeben, seine Frau nicht «tätlich anzugreifen, zu belästigen, drangsalieren oder zu bedrohen». Das Paar blieb trotzdem zusammen. ­Einige Jahre später erkrankte Friels an Bauchspeichel­drüsenkrebs und konnte lange Zeit nicht arbeiten.
Judy Davis hingegen ist bis heute noch oft im TV oder im Kino zu sehen. Im vergangenen Sommer weilte sie für die Dreharbeiten des Sterbehilfe-Dramas «Butterfly Stroke», das im Herbst 2026 veröffentlicht werden soll, in der Schweiz. «Ich war immer furchtbar schüchtern, daher hat die Schauspielerei mich dazu ­gezwungen, aus mir heraus­zukommen und grosszügiger zu werden», erklärt sie ihren anhaltenden Berufseifer. Ein Star wollte sie nie sein, ergänzt Davis. «Als solchen habe ich mich auch nie vermarktet.» Auch deswegen lebt sie noch heute abgelegen in Australien, weit weg von Hollywood.

Werbung