Den Durchbruch schaffte Chris Norman (75) mit der Band Smokie. In den 1970er-Jahren reihte er mit ihr Hit an Hit wie «Living Next Door to Alice» und «Mexican Girl». Doch private Tiefschläge blieben ihm nicht erspart. 1984 erkrankte er an Hodenkrebs, brauchte eine OP und Bestrahlung. 2001 dann starb sein ältester Sohn Brian († 33) bei einem Töffunfall. «Da war einfach keine Hoffnung mehr», sagte er später über sein Leid. «Ich denke jeden Tag an ihn.» Das ist auch der Grund, warum der britische Sänger ihm auf seinem eben erschienenen Album «Lifelines» einen Song widmet.
Zu Brians 25. Todestag sei nichts Besonders geplant. «Mein Sohn ist die ganze Zeit in meinem Herzen. Meine Frau und ich denken jedes Mal auch an seinem Geburts- und Todestag an ihn, aber wir haben an diesen Tagen kein spezielles Ritual. Einen grossen Anlass daraus zu machen, wäre viel zu herzzerreissend.» Neben Brian ist er Vater von vier weiteren Kindern und Grossvater von fünf Enkelkindern. «Ich verbringe so gern Zeit mit ihnen, bin ein engagierter und lustiger Opa.»
Rente ist kein Thema
Seine Ehe zerbrach nicht an den Schicksalsschlägen, ganz im Gegenteil! Sie hätten ihn und Ehefrau Linda (75) noch enger zusammengeschweisst. «Ich wusste von Anfang an, dass sie die Richtige ist», erzählt er. «Wir lieben uns wirklich. Ich denke, das ist das Wichtigste überhaupt. Aber man muss sich ebenso auf einer freundschaftlichen Ebene verstehen und eine ähnliche Sichtweise auf die Dinge haben.» Das Paar lebt auf der Isle of Man in der Irischen See. Auch die Distanz tue der Ehe gut. Linda ist selten bei Konzerten dabei. Er scherzt: «Sie ist froh, wenn sie mich los ist.»
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Auch heute tritt Chris Norman regelmässig auf.Imago
Auch heute tritt Chris Norman regelmässig auf.Imago
Viele seiner Träume hätten sich erfüllt und er sei dankbar dafür. «Ich wäre froh, wenn ich mit dem, was ich tue, weitermachen könnte, bis ich es nicht mehr will. Rente ist im Moment deshalb noch kein Thema.» Früher wollte er Erfolg um jeden Preis. «Heute denke ich mir: Alles kann, nichts muss. Es geht mehr um die Freude an den Dingen, die ich tue, als um alles andere.»