Vor diesem Buch zitterte der Palast – und das zu Recht. In seinen neuen Memoiren «Swan Song: Diana, My Sister» erhebt Charles Spencer (62) nicht nur schwere Vorwürfe gegen König Charles III. (77), wie die GlücksPost bereits berichtete. Spencer lässt die Welt auch am Leid, das seine Schwester durchmachen musste, teilhaben. Es sind herzzerreissende Zeilen, die der Graf über Prinzessin Diana († 36) niedergeschrieben hat.
Das britische Königshaus brach schon nach den ersten Auszügen sein eisernes Schweigen. Obwohl der Palast betonte, Buchveröffentlichungen eigentlich nie zu kommentieren, sah man sich zu einer scharfen Klarstellung gezwungen: «Seine Majestät ist sich bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer den Verstand vernebeln, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung auf eine Weise färben kann, die andere nicht erkennen.»
Wo die Wahrheit am Ende liegt, wissen nur die Beteiligten. Doch was bleibt, sind die bewegenden Erinnerungen von Charles Spencer. Hier eine Zusammenfassung:
Kalte Füsse vor der Hochzeit
Als Diana ein Armband fand, das Charles für die heutige Königin Camilla (79) gekauft hatte, habe die Verletzung tief gesessen. So tief, dass sie einen Monat später ihren Vater aufgesucht habe, um die Verlobung mit Charles aufzulösen. «Sie sagte ihm, sie könne die Hochzeit mit einem Mann, der sie offensichtlich nicht liebte, nicht durchziehen», schreibt Graf Spencer. Doch ihr Vater sei entsetzt gewesen und meinte, es sei unmöglich, sich zu diesem späten Zeitpunkt noch aus einer so grossen Verpflichtung zurückzuziehen.
Verletzende Offenbarung
Ihren Hochzeitstag habe die Prinzessin nicht mit einem guten Gefühl begangen, denn sie hoffte auf eine Liebesheirat. Jahre später will der Bruder erfahren haben, dass Dianas Bräutigam ihr nur einen Tag vor der Eheschliessung gestand, «dass er sich sehr darüber freue, sie zu heiraten, sie aber eigentlich nicht liebe».
Fiese Kommentare zu ihrem Körper
Schon bei der Verlobung kämpfte Diana mit ihrem Körperbild. Ein Kommentar von Charles habe alles nur noch verschlimmert. Er habe ihr an die Taille gegriffen und gesagt: «Oh, hier sind wir ja ein bisschen pummelig, oder?» Die Bemerkung sei für sie «niederschmetternd» gewesen. Bis zur Hochzeit schrumpfte ihr Taillenumfang laut Buch von 74 auf 58 Zentimeter.
Keinen Lebensmut mehr
In ihren letzten Lebensjahren sei es der Prinzessin seelisch so schlecht gegangen, dass sie mehrfach mit dem Auto zu den Kreideklippen Südenglands fuhr. Dort habe sie darüber nachgedacht, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Nur eines habe sie gerettet: «Ihre Liebe zu ihren Söhnen hielt sie davon ab, diesen Schritt zu tun.»
Euphorische Reaktion auf Tod
Graf Spencer wirft dem heutigen König zudem unfassbares Verhalten nach Dianas tödlichem Unfall 1997 vor: «Im Gegensatz zu anderen Anrufern, die fassungslos waren, klang er überglücklich – wie ein Lottogewinner, dachte ich damals.» Spencer vermutet heute, dass Charles durch den Tod den Weg für eine Hochzeit mit seiner grossen Liebe Camilla geebnet sah.
Zoff um die Trauerfeier
Vor der Beerdigung brach ein offener Streit zwischen Spencer und dem damaligen Prinzen von Wales aus. Charles verlangte, dass seine Söhne William und Harry (damals 15 und 12) am Trauerzug für ihre Mutter durch London teilnehmen. Ihr Onkel versuchte dies zu verhindern, da es nicht in Dianas Sinn gewesen wäre. Charles sei daraufhin derart wütend geworden, dass er zischte: «Keine Sorge, wir werden sie noch früh genug vergessen.» Für Spencer der ultimative Beweis für die «aufgestaute Verachtung» des Königs gegenüber der Prinzessin der Herzen.