Im Sommer 1972 blickte die Welt auf die Olympischen Spiele in München (D), doch abseits des sportlichen Rummels entbrannte eine ganz private Flamme. Der damalige Kronprinz von Schweden Carl Gustaf traf erstmals auf seine grosse Liebe: Silvia Renate Sommerlath. Mit einem Fernglas beobachtete er die Chef-Hostess bei ihrer Arbeit in der VIP-Lounge. Zwischen den beiden funkte es. Es begann eine Liebe, die bis heute alle Hürden überwindet.
Die Anfänge der gemeinsamen Geschichte von König Carl XVI. Gustaf (80) und Königin Silvia (82) flimmern bald in der neuen sechsteiligen Serie «Queen Silvia» über die Bildschirme. Vor wenigen Tagen feierte das deutsch-schwedische Fernsehprojekt im südfranzösischen Cannes Premiere. In den Hauptrollen glänzen die deutsche Schauspielerin Alicia von Rittberg (32) als junge Silvia und der schwedische Darsteller Edvin Endre (32) als Carl Gustaf.
Was von den Machern als romantische Hommage gedacht war und im kommenden Jahr beim Streamingdienst Prime Video sowie später im Fernsehen auf Sat. 1 laufen soll, sorgt jedoch ausgerechnet im Stockholmer Palast für eisige Stimmung.
Das schwedische Königshaus reagierte überhaupt nicht erfreut auf die Ankündigung der Verfilmung. König Carl XVI. Gustaf empfindet das Vorhaben schlicht als «schrecklich». Auch Königin Silvia äusserte sich bereits vor einigen Monaten unmissverständlich in einem Interview zu dem Projekt: «Es ist merkwürdig, dass man Serien über Menschen macht, die noch leben. Das bedeutet, dass wir vielleicht mit Halbwahrheiten weiterleben müssen.» Für das Königspaar, das im Juni seine Goldene Hochzeit feierte, öffnet die filmische Aufarbeitung offenbar alte Wunden.
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Verständnis für Kritik
Doch wer nun erwartet, dass die Serienstars beleidigt auf die königliche Kritik reagieren, irrt sich. Vor allem Edvin Endre schlägt verständnisvolle Töne an. Es habe sich furchtbar angefühlt, als er die Kritik des Königs las, offenbart er den schwedischen Medien. Er nehme ihm die harschen Worte jedoch keineswegs übel, da er bestens verstehe, was der König damit meine.
Der Schauspieler hat sich zur Vorbereitung intensiv mit dem Leben von Carl Gustaf auseinandergesetzt und in den Archiven Material gesichtet, das ihn tief bewegte. Der Monarch sei in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit oft verspottet und lächerlich gemacht worden, analysiert Endre. Was er bei seinen Recherchen gesehen habe, grenze teilweise an pures Mobbing. Gerade deshalb spielte er die Rolle mit absolutem Respekt. Sein Ziel sei es nicht gewesen, alte Skandale aufzuwärmen oder unfaire Karikaturen zu zeichnen, sondern den König so menschlich und authentisch wie möglich zu zeigen.
Ob König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia der Serie am Ende vielleicht doch etwas abgewinnen können, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Ihre echte Liebesgeschichte braucht ohnehin kein Drehbuch, um die Herzen der Menschen auch ein halbes Jahrhundert später noch tief zu berühren.