König Harald V. und Königin Sonja

Ihr schwierigstes Jahr

Über ihrem Thronjubiläum liegen dunkle Wolken. König Harald V. und Königin Sonja erwarten eine schwierige Zeit. Gesundheitliche Sorgen und ein Skandal bringen das norwe­gische Königshaus in Bedrängnis.

Norwegian Royals Attend Constitution Day 2025
Die Stimmung bei Königin Sonja und König Harald V. ist trotz Thronjubiläum ernst. Auf sie warten ­herausfordernde Monate. Getty Images

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Sie geben Norwegen seit 35 Jahren Stabilität. Am 17. Januar 1991 bestieg König Harald V. (88) nach dem Tod seines Vaters, König Olav V. (1903 – 1991), den Thron – an seiner Seite Königin Sonja (88). Eine klassische Krönungszeremonie, wie etwa in Grossbritannien üblich, gibt es in dem skandinavischen Land seit 1912 nicht mehr. Stattdessen legte der Norweger einen Eid im Parlament ab und wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau kirchlich im Nidarosdom in Trondheim gesegnet. Ihre Aufgaben ­führen sie seitdem mit grossem Pflichtbewusstsein und Souveränität aus. Mussten die Norweger anfänglich noch mit Haralds damaliger schüchterner Art warm werden, ist er ihnen über die Jahre hinweg mit seiner Empathie und seinem Humor ans Herz ­gewachsen. Mit seiner wichtigsten Stütze Sonja ist er im Sommer bereits seit 58 Jahren verheiratet. Das Ehepaar verkörpert Beständigkeit. Sie selbst lösten keine Skandale aus. Zum Feiern ist momentan aber niemandem zumute. Ausgerechnet das 35. Thronjubiläum läutet ein besonders schwieriges Jahr ein. Was nun folgt, dürfte die härteste Belastungsprobe von Haralds Regentschaft werden.
Schon im Februar startet der Prozess ­gegen Marius Borg Høiby (29). Der Sohn von Kronprinzessin Mette-­Marit (52) aus einer früheren Beziehung ist in 32 Punkten angeklagt, darunter vierfache Vergewaltigung. Auch wenn Borg Høiby kein offizielles Mitglied des Königshauses ist, wirft es kein gutes Licht auf die Familie. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Der Sohn einer zukünftigen Königin im Gefängnis? Ein absoluter Skandal. Der ­König betonte zuletzt, dass der Fall nun in den Händen der Justiz liege. Er habe ­grosses Mitgefühl mit allen Betroffenen. «Wir fühlen mit ihnen und hoffen, dass es ihnen gut geht und es ihnen nach dem Prozess besser geht», sagte er im Interview mit NRK. Es sei wichtig, an alle in dieser ­Situation zu denken, fügte Königin Sonja hinzu. Das norwegische Königshaus durch diese tiefe Krise zu navigieren, ist eine ­anspruchsvolle Aufgabe. Denn die ­Zustimmung zur Monarchie in Norwegen ist so niedrig wie nie zuvor während ­Haralds Zeit als König.

Gesundheit im Fokus

Gleichzeitig beschäftigen das Paar auch die gesundheitlichen Probleme von Mette-­Marit. Die Ehefrau ihres Sohns ­Haakon (52) machte kurz vor Weihnachten öffentlich, dass sie wegen ihrer Lungenfibrose und der damit verbundenen Symptome wie Atemnot und verminderter Leistungsfähigkeit in Zukunft auf ein Spenderorgan angewiesen ist. Es sind Monate voller ­Sorgen und hoher psychischer Belastung. Für das einfühlsame Königspaar ist es schmerzhaft, ihre Schwiegertochter leiden zu sehen. Dabei haben Harald und Sonja selbst mit ihrer Gesundheit zu kämpfen. Beide haben inzwischen einen Herzschrittmacher. Der norwegische Monarch geht zudem an Stöcken und hat sich in der Vergangenheit des Öfteren Infektionen eingefangen.

Dem Eid treu bleiben

Kronprinz Haakon unterstützt seine ­Eltern, wo er kann. Doch auch wenn die Kraft des Königspaars schwindet und die Herausforderungen grösser werden, ist eine Abdankung kein Thema. Vor drei Jahren machte Harald klar: «Ich bleibe dem, was ich immer gesagt habe, nämlich dass ich dem Parlament einen Eid geschworen habe, der ein Leben lang gilt, treu.» Schon 2019 hatte er betont, dass er «bis zum bitteren Ende» weiter­machen werde. Und so tritt er Seite an ­Seite mit ­Königin Sonja auch diesem Sturm voller Pflicht­bewusstsein und Stärke ­entgegen, getreu seinem Wahlspruch: «­Alles für ­Norwegen».

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