Für die Familie wagen sie den schwersten Schritt ihres Lebens
Der überraschende Umzug nach Grossbritannien markiert einen Wendepunkt: Trotz verletzter Gefühle, tiefem Familienzwist und fehlendem Polizeischutz riskieren Herzogin Meghan und Prinz Harry den Neuanfang. Die Sorge um den kranken Monarchen überwiegt alte Bedenken – eine emotionale Entscheidung, mit der auch für die Kinder ein neues Kapitel beginnt.
Dass Prinz Harry seinen 42. Geburtstag mit Herzogin Meghan (45) und den beiden Kindern in England feiern würde, damit hatte zu Beginn des Jahres wohl kaum jemand gerechnet. Nachdem die beiden 2020 ihre Rollen als arbeitende Royals niedergelegt hatten und in die USA geflüchtet waren, folgte Ende August die überraschende Rückkehr. Zurück in jenes Land, in dem Harry aufgewachsen ist, für das er gedient hat und wo er Glücksmomente wie seine Hochzeit oder die Geburt seines ersten Kindes erlebte. Aber eben auch in jenes Land, in dem seine Ehefrau einst fast zerbrochen wäre. Nach der Niederlage im Rechtsstreit um Polizeischutz sagte Harry letztes Jahr noch gegenüber der BBC: «Ich kann mir derzeit keine Welt vorstellen, in der ich meine Frau und meine Kinder nach Grossbritannien zurückbringen würde.»
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Das gespaltene Verhältnis zu seiner Heimat reicht weit zurück. Schon im Jahr 2008, als er als Soldat in Afghanistan kämpfte, stellte er klar: «Ich will nicht in Windsor herumsitzen, weil ich England einfach nicht besonders mag. Es ist schön, mal weg zu sein von all der Presse und dem ganzen Mist, den die so schreiben.» Dass der Prinz nun trotz aller alten Wunden wieder auf britischem Boden lebt, spricht Bände. Sicher: Harry soll einst einem Freund anvertraut haben, dass er Prinz Archie (7) und Prinzessin Lilibet (5) gerne in Grossbritannien zur Schule schicken würde. Vermutlich fehlen ihm auch seine alten Freunde. Doch vor allem sehnt er sich nach Zeit mit seinem Vater. Das dürfte ihm nach dem Wiedersehen im Juli auf dem Landsitz Highgrove noch klarer geworden sein.
Werbung
Seit zwei Jahren krank
König Charles III. (77) kämpft nach wie vor gegen den Krebs – an welcher Art er leidet, bleibt streng geheim. Zwar konnte er seinen Behandlungsplan dank Früherkennung, effektiver Intervention und dem Befolgen ärztlicher Anordnungen dieses Jahr reduzieren, doch als krebsfrei gilt er noch nicht. Noch immer stehen für ihn regelmässige Arztbesuche auf dem Plan.
Wie schwer muss es für einen Sohn sein, den eigenen Vater leiden zu sehen? Charles’ Diagnose macht ihm unsere Sterblichkeit bewusster denn je. Harry weiss nur zu gut, wie schmerzhaft es ist, einen geliebten Elternteil viel zu früh zu verlieren. Der Unfalltod seiner Mutter Diana († 36) hinterliess eine Wunde, die nie ganz verheilte. Die Angst vor dem Verlust des Vaters dürfte umso grösser sein. Die explosiven Enthüllungen, das verheerende Oprah-Interview, die Vorwürfe in seinen Memoiren «Reserve» – angesichts der Endlichkeit des Lebens rückt all das in den Hintergrund.
Doch die Heimkehr ist eine emotionale Herausforderung. Da ist nicht nur der kranke Monarch, sondern auch Harrys Bruder Prinz William (44). Der Thronfolger und Prinzessin Kate (44) gelten als tief verletzt, der Riss zwischen den einst so eng verbundenen Brüdern scheint nicht zu kitten zu sein. Dass Kate nach ihrer Krebsdiagnose eine kräftezehrende Zeit durchmachte, hat in William vollends den Beschützerinstinkt geweckt. Werden die Brüder angesichts der Krankheit ihres Vaters je wieder zu-einanderfinden? Bislang herrscht eisige Stille.
Werbung
Erschwert wird die Situation durch die ungeklärte Sicherheitsfrage. Harry hat in Grossbritannien offiziell keinen staatlichen Polizeischutz mehr. Dass er dieses Risiko eingeht, zeigt, wie ernst es ihm mit der Versöhnung mit seinem «Pa» ist.
Oma bleibt zurück
Umso bemerkenswerter ist das Opfer, das Meghan bringt. Der Umzug in den britischen Regen bedeutet das vorläufige Ende ihres kalifornischen Traums. Viel zu ihrem neuen Leben ist nicht bekannt, angeblich sollen sie in den Cotswolds nahe London wohnen – offenbar bei einem Freund, bis sie ein eigenes Haus finden. In Montecito (USA) lassen Meghan und Harry indessen ihre luxuriöse Villa zurück, an der so viele Erinnerungen hängen. Besonders schmerzhaft ist für die Herzogin die Trennung von ihrer Mutter Doria Ragland (70), die in den USA bleibt. Ihre Mutter war stets ihr Fels in der Brandung und kümmerte sich liebevoll um Archie und Lilibet.
Fast 14 Millionen Schweizer Franken kostete ihre Villa in Montecito (USA). Das Anwesen wollen sie auch weiterhin behalten – ebenso wie ein Feriendomizil in Portugal.PLANET PHOTOS
Fast 14 Millionen Schweizer Franken kostete ihre Villa in Montecito (USA). Das Anwesen wollen sie auch weiterhin behalten – ebenso wie ein Feriendomizil in Portugal.PLANET PHOTOS
Auch geschäftlich wagt Meghan einen Spagat: Was bedeutet dieser Schritt für ihr Unternehmen As ever? Voller Tatendrang hat sie sich ein neues Standbein aufgebaut. Kann sie dieses Herzensprojekt von England aus erfolgreich weiterführen? Irgendwie muss es funktionieren, denn Charles hat in einem Schreiben klargestellt, dass sich mit ihrer Rückkehr nichts an ihrem Status ändert. «Ihre Position gleicht der von Privatpersonen mit kommerziellen und wohltätigen Interessen», betont der König in dem Brief. Wie es für die beiden in Grossbritannien weitergeht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Öffentlich zeigte sich Harry erst für den Besuch von Film- und Podcast-Studios in London – angeblich für ein Geheimprojekt. Meghan hingegen teilte nur private Ausschnitte aus dem neuen Familienleben, etwa bei Spaziergängen mit den Hunden, beim Angeln mit den Kindern oder beim Aufwärmen vor dem Kamin.
Werbung
Grosser Liebesbeweis
Dass Meghan diesen schweren Weg dennoch an Harrys Seite geht, ist wohl der grösste Liebesbeweis. Die Herzogin war am Hof einst so unglücklich, dass sie nach eigener Aussage keinen Lebensmut mehr verspürte. In jenes Land zurückzukehren, das sie oft so feindselig behandelte, erfordert viel Mut. Doch das Paar beweist einmal mehr: Es hält unerschütterlich zusammen.
Auch für ihre Kinder beginnt ein völlig neues Kapitel. Statt Strandleben in Kalifornien heisst es für Prinz Archie und Prinzessin Lilibet Schuluniform und britische Etikette. Für rund 30 000 Franken im Jahr besuchen sie eine exklusive Privatschule. Harrys Wunsch, seine Kinder in der Heimat aufwachsen zu sehen, wird Realität. Archie und Lilibet dürfen nicht nur wertvolle Zeit mit ihrem Grossvater verbringen, sondern auch ihre Wurzeln kennen lernen. So verrät ein Insider: «Meghan schätzt es sehr, dass sie Archie und Lilibet die Möglichkeit geben können, beide Welten zu erleben.» Auch wenn die Eingewöhnung intensiv gewesen sei, seien sie froh, wieder hier zu sein. Es ist eine schicksalhafte Rückkehr – getrieben von Schmerz und tiefer Liebe.