Zum 15. Hochzeitstag zeigt sich: Die Ehe des monegassischen Fürstenpaars war alles andere als ein Märchen. Gemeinsam erlebten Fürstin Charlène und Fürst Albert II. Hochs, aber auch viele Tiefs. Was ihnen die Kraft gab, weiterzukämpfen.
Erbprinz Jacques und Prinzessin Gabriella sind das grösste Glück des Fürstenpaares. Es versucht, sich so viel Zeit wie möglich für die beiden zu nehmen. Getty Images
Dass Fürst Albert II. (68) und Fürstin Charlène (48) Anfang Juli ihren 15. Hochzeitstag feiern können, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Monegasse und die gebürtige Südafrikanerin mussten in ihrer Ehe einige Hürden überwinden, die ihre Liebe immer wieder auf eine harte Probe stellten. Ob gesundheitliche Rückschläge, böse Gerüchte oder monatelange räumliche Trennungen – ihr Weg bis zur Kristallhochzeit war oft steinig.
Erstmals aufeinandergetroffen sind die beiden vor gut 25 Jahren dank ihrer Leidenschaft: dem Sport. Charlène nahm an einem Schwimmwettbewerb in Monaco teil, auch Ex-Bobfahrer Albert war vor Ort. «Ich fand, dass sie eine ausgezeichnete Schwimmerin und ein freundlicher, lächelnder und zugänglicher Mensch war», erinnert sich Albert im Gespräch mit «Paris Match». Er wisse nicht, ob sie sich damals schon Hals über Kopf verliebt hätten. Immerhin: Sie hatten ein erstes Date. Der heutige Fürst handelte ihr dabei prompt Ärger ein, weil er sie abends zu spät nach Hause fuhr. Danach trennten sich ihre Wege vorerst.
In Turin (I) vor 20 Jahren zeigten sich Albert und Charlène bei den Olympischen Winterspielen erstmals offiziell als Paar.Gamma-Rapho via Getty Images
In Turin (I) vor 20 Jahren zeigten sich Albert und Charlène bei den Olympischen Winterspielen erstmals offiziell als Paar.Gamma-Rapho via Getty Images
Krisengerüchte um die Hochzeit
Doch das Schicksal führte sie wieder zusammen. Bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 zeigten sie sich erstmals offiziell als Paar. Ein magischer Moment im Schnee, als die Welt erfuhr: Der ewige Junggeselle Albert hat seine Fürstin gefunden. Doch pünktlich zur Märchenhochzeit im Juli 2011 erreichten erste Krisengerüchte ihren traurigen Höhepunkt. Nachdem Albert bereits zwei aussereheliche Kinder anerkannt hatte, gab es Spekulationen um eine weitere drohende Vaterschaftsklage. Weiter hiess es, Charlène habe wenige Tage vor dem Jawort die Flucht ergreifen wollen, ihr sei am Flughafen gar der Pass abgenommen worden. Dass die Ex-Schwimmerin bei der Trauung weinte und Alberts flüchtiger Kuss distanziert wirkte, befeuerte die Spekulationen rasant.
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Auch der Alltag in Monaco war für die bürgerliche Charlène anfangs kein Märchen. Die Eingewöhnung fiel ihr schwer. Sie litt an quälendem Heimweh nach Südafrika und unter der strengen Hofetikette und der Sprachbarriere. Dazu kam ein tiefes Gefühl der Einsamkeit. Und als wäre das nicht genug, lastete das oft als unterkühlt beschriebene Verhältnis zu Prinzessin Caroline (69) schwer auf ihr. Alberts Schwester, die nach dem Tod von Fürstin Gracia Patricia (1929 –1982) jahrelang die Rolle der Landesmutter eingenommen hatte, machte es der neuen Fürstin nicht immer leicht, ihren Platz am Hof zu finden. Der frühere Vermögensberater der Grimaldis, Claude Palmero (69), berichtete gar von heftigen Streitereien: «Ihr Geschrei hallte manchmal durch die goldenen Hallen.»
Laut Charlène weinte sie am 2. Juli 2011 bei ihrer Hochzeit Tränen der Freude und der Rührung. Von der Öffentlichkeit wurde die emotionale Szene aber anders aufgefasst, hatte es zuvor doch schon Gerüchte um einen Fluchtversuch gegeben.RMS
Laut Charlène weinte sie am 2. Juli 2011 bei ihrer Hochzeit Tränen der Freude und der Rührung. Von der Öffentlichkeit wurde die emotionale Szene aber anders aufgefasst, hatte es zuvor doch schon Gerüchte um einen Fluchtversuch gegeben.RMS
Doch es gab einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte, der das Fürstenpaar bis heute zusammenschweisst: ihr Familienglück. Im Dezember 2014 erblickten die Zwillinge Prinzessin Gabriella und Erbprinz Jacques (beide 11) das Licht der Welt. Die Kinder sind hinter den Palastmauern der absolute Mittelpunkt im Leben des Fürstenpaares. Charlène blüht in ihrer Mutterrolle förmlich auf, und auch Albert zeigt sich stets als liebevoller Vater. Die Zwillinge wurden zum rettenden Kitt in schwierigen Zeiten.
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Lange räumliche Trennung
Wie dringend sie diesen Kitt brauchten, zeigte sich vor wenigen Jahren, als die schwerste Krise über sie hereinbrach. 2021 erkrankte Charlène in Südafrika an einer schweren Hals-Nasen-Ohren-Infektion. Wegen eines Flugverbots sass sie monatelang fernab ihres Mannes und ihrer geliebten Kinder fest. Die Scheidungsgerüchte überschlugen sich. Als sie zutiefst geschwächt nach Monaco zurückkehrte, war sie körperlich und seelisch derart erschöpft, dass sie in einer exklusiven Klinik in der Schweiz Heilung suchen musste. In der Idylle der Berge – angeblich oberhalb von Montreux VD – erholte sie sich. Doch wieder war das Paar monatelang getrennt, wieder wurde das Ende ihrer Liebe prophezeit.
Während Fürstin Charlène (M.) eine enge Beziehung zu Prinzessin Stéphanie (l.) pflegt, soll das Verhältnis zu Prinzessin Caroline kühl sein. Diese soll ihr das Leben am Hof schwer gemacht haben.Corbis via Getty Images
Während Fürstin Charlène (M.) eine enge Beziehung zu Prinzessin Stéphanie (l.) pflegt, soll das Verhältnis zu Prinzessin Caroline kühl sein. Diese soll ihr das Leben am Hof schwer gemacht haben.Corbis via Getty Images
Ob die schweren Jahre damit endgültig hinter ihnen liegen, weiss wohl niemand. Doch eines scheint, 15 Jahre nach ihrer Hochzeit, klar: Albert und Charlène haben gelernt, Krisen gemeinsam zu überstehen. Die Fürstin wirkt bei Auftritten gefestigter und lächelt wieder aus vollem Herzen – besonders, wenn ihre Zwillinge bei ihr sind. Das Paar zeigt sich heute als geschlossene Einheit. Vielleicht ist genau das das Geheimnis ihrer Liebe: die Familie, die sie stärkt.