Wendy Holdener, Corinne Suter, Marco Odermatt und Co.
Alle träumen von Gold, einige haben aber noch Sorgen
Den Sommer haben Wendy Holdener, Marco Odermatt und Co. mit ihren Liebsten verbracht und neue Kraft getankt. Nun starten sie mit Vollgas in die neue Saison und machen uns Hoffnung auf viele Medaillen. Besonders gross ist die Vorfreude der Skistars auf die Heim-WM 2027 im Walliser Crans-Montana.
Corinne Suter gönnte sich mit Partner Angelo Alessandri eine Auszeit am Strand und in Mailand (I).Toto Marti
Corinne Suter gönnte sich mit Partner Angelo Alessandri eine Auszeit am Strand und in Mailand (I).Toto Marti
«Es geht mir sehr gut», sagt die Schwyzer Speed-Spezialistin. Das ist nicht selbstverständlich, weil sie die letzten drei Saisons mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Deshalb liefen auch die diesjährigen Olympischen Spiele nicht so erfolgreich wie jene in Peking 2022, bei denen sie Gold in der Abfahrt gewann. Im Mai erholte sie sich mit ihrem langjährigen Partner Angelo Alessandri (37) an einem Traumstrand, und im Juli gönnte sie sich ein Wochenende in Mailand (I) mit Shopping und feinem Essen. Daneben konnte sie sich optimal auf die kommende Saison vorbereiten. «Gross darüber nachzudenken, ob ich nach Lara Gut-Behramis Rücktritt nun die Leaderrolle im Frauen-Speed-Team innehabe, wäre verlorene Energie», sagt sie. «Ich mache mir selber nach wie vor viel Druck.» Suter liebäugelt mit dem Riesenslalom als dritte Disziplin, um die Chancen bei der WM zu vergrössern.
Wendy Holdener (33)
Wendy Holdener hat ihren Fokus auf der Heim-WM.Linda Käsbohrer
Wendy Holdener hat ihren Fokus auf der Heim-WM.Linda Käsbohrer
Neben dem gewohnt harten Training als Vorbereitung auf ihre 17. Weltcupsaison genoss Wendy Holdener im Sommer auch Zeit daheim in Unteriberg SZ oder bei Freund Remy Allemann (36) am Bielersee. Zudem war sie gleich bei zwei ihrer Skifreundinnen zum Hochzeitsfest eingeladen: erst bei Michelle Gisin (32) und Luca De Aliprandini (36) am Gardasee (I) und später bei Joana Hählen (34) und deren Mann Lorenzo an der Lenk BE. Bei den Olympischen Spielen war es für die Technikerin 2026 nicht wie gewünscht gelaufen. Jetzt fokussiert sie sich voll und ganz auf die bevorstehende Heim-WM. Um sich optimal darauf vorzubereiten, arbeitet sie mit einem Mentaltrainer. Im Sommer nahm sie schon mal einen Augenschein vor Ort: «Ich bin mit dem Velo die Rennpiste runtergefahren», verrät sie. Gern denkt sie als Motivationsspritze an ihre erste Heim-WM von 2017 in St. Moritz GR zurück, wo sie ihre ersten zwei Medaillen gewonnen hat. «Vielleicht nehme ich bald einmal meine Notizen von damals hervor, das könnte noch spannend sein», sagt sie. Um ihre Medaillenchancen zu erhöhen, möchte Holdener heuer auch Super-G-Rennen fahren: «Da ist aber noch alles offen.»
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Loïc Meillard (29)
Sind dieses Jahr Eltern gerworden: Zoé und Loïc Meillard.deanmandile.com via mandile/Instagram
Sind dieses Jahr Eltern gerworden: Zoé und Loïc Meillard.deanmandile.com via mandile/Instagram
Er hatte 2026 viel zu feiern: An den Olympischen Spielen räumte er einen kompletten Medaillensatz ab. Im April heiratete er seine Partnerin Zoé (33), und Ende Mai kam die gemeinsame Tochter zur Welt. Das Vatersein habe sein Leben «nicht riesig und trotzdem stark» verändert: Im Sommer habe er komprimierter trainiert, um mehr Zeit mit der Familie geniessen zu können. «Wahrscheinlich wird meine Familie ein paar Weltcuprennen besuchen, aber primär führt sie ein ganz normales Leben», sagt er vor dem Saisonstart. Obwohl Meillard bei Grossanlässen oft zu Höchstform aufläuft, konzentriert er sich lieber auf das jeweils nächste Rennen, als allzu viel über die Heim-WM zu sprechen. Kein Geheimnis ist, dass er noch die eine oder andere Kristallkugel gewinnen möchte.
Camille Rast (27)
Noch ist Camille Rast noch nicht auf ihrem gewünschten Level.Sven Thomann
Noch ist Camille Rast noch nicht auf ihrem gewünschten Level.Sven Thomann
Ob Winter oder Sommer: Unser Skiass drückt aufs Tempo. Die Slalomweltmeisterin und Olympiazweite lud ihre Batterien nach einer vorzüglichen Skisaison in Frankreich auf. Die neue Schweizer Teamleaderin besuchte im Juni das 24-Stunden-Rennen von Le Mans (F). Da hatte sie richtig Herzklopfen, wie sie danach verlauten liess. «Ich durfte im Safety-Car mitfahren. Wir sind mit 280 Stundenkilometern über die Strecke gerast», erinnert sie sich. Ihrer Hüfte gehe es glücklicherweise besser als vor einem Jahr zur gleichen Zeit, beruhigt sie die Skifans. «Aber ich bin noch nicht bei 100 Prozent.» Seit ihrem Sturz im Februar 2025 in Sestriere (I) leidet die Walliserin an einer schweren, versteckten Weichteilverletzung.
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Marco Odermatt (29)
Im Sommer gingen Marco Odermatt und Stella Parpan wandern.Agency People Image
Im Sommer gingen Marco Odermatt und Stella Parpan wandern.Agency People Image
Im Sommer hat unser Skikönig in der Heimat aufgetankt. Er veröffentlichte auch Bilder beim Wandern mit Freundin Stella Parpan (29), von Velotouren, beim Inlineskaten sowie bei Bootsausflügen mit Freunden. Nach einer im Krafttraining erlittenen Oberschenkelverletzung startet Odi mit etwas Trainingsrückstand in die Saison. Der fünffache Gesamtweltcupsieger lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen: «Ich muss nichts mehr beweisen. Wenn es nicht reicht, dass ich in Sölden voll parat bin, dann bin ich das hoffentlich beim Speed-Auftakt Ende November in den USA.» Gefragt nach seinen Rivalen antwortete er in einem Interview selbstbewusst: «Ich denke, die Kugel führt letztlich nur über mich. Weil ich der Einzige bin, der in drei Disziplinen regelmässig siegen kann. Wenn ich aber nur zwei, drei Prozent nachlasse, wird es eng. Es gibt genug, die darauf lauern.»
Franjo von Allmen (25)
Auf das Motocross will Franjo von Allmen nicht verzichten.Sven Thomann
Auf das Motocross will Franjo von Allmen nicht verzichten.Sven Thomann
Beim Extrem-Enduro-Motorradrennen seines Hauptsponsors Anfang Juni war der dreifache Olympiaheld mit weniger Speed unterwegs als auf den Skipisten in Bormio (I). Von den 500 Fahrern im Final erreichten nur 15 das Ziel. Der wagemutige Berner Oberländer wurde 261. Seine zweite Leidenschaft, das Motocross, stand entsprechend im Mittelpunkt bei den Interviews, die auf das Rennen folgten. «Mit Enduro-Maschinen zu fahren, hat viele Parallelen zum Skisport», erklärt von Allmen. «Der Körperschwerpunkt, das schnelle Adaptieren und Reagieren.» Er sei sich bewusst, dass das Motocrossfahren verletzungstechnisch ein grösseres Risiko darstelle. Er lasse sich diesen Sport aber nicht verbieten. Angst habe er weder auf seinem Töff noch auf den Weltcuppisten – Respekt aber schon. Angst habe er dafür, wenn er ein Interview auf Französisch geben müsse, witzelt der zweifache Skiweltmeister, denn das könne er überhaupt nicht.