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Stixi & Sonja

«Die Schicksalsschläge schweissen uns zusammen»

Das Schlagerduo Stixi & Sonja feiert den 30. Hochzeitstag und blickt auf viele Höhen und Tiefen zurück. Warum die beiden Ostschweizer nicht mehr live auftreten wollen und was sie sich noch sehnlich wünschen.

Am idyllischen Gübsensee neben St. Gallen tanken Stixi & Sonja alias Erwin und Sonja Stixenberger gerne auf. In diesem Jahr hat das Paar allen Grund zur Freude.
Am idyllischen Gübsensee neben St. Gallen tanken Stixi & Sonja alias Erwin und Sonja Stixenberger gerne auf. In diesem Jahr hat das Paar allen Grund zur Freude.Andrea Butorin

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Ausnahmsweise spaziert das ­Schlagerpaar Stixi & Sonja ohne den Leonberger Rüden Charly ­entlang dem Gübsensee: Der Hund ist ­bereits sieben Jahre alt und verträgt die Sommerhitze schlecht. Stixi (61) und ­Sonja (53) alias Erwin und Sonja Stixenberger sind oft an diesem Stausee anzutreffen: Er liegt zwischen ihrem Wohnort Herisau AR und St. Gallen. «Das ist unser Kraftort. Schon mit meinem Vater war ich oft hier», sagt Stixi.
Dass Stixi & Sonja kürzlich ihren 30. Hochzeitstag feiern konnten, verdanken sie dem Grand Prix der Volksmusik. 1990 nahmen beide an diesem Wett­bewerb teil; die im klassischen Gesang ausgebildete Sonja unter ihrem ledigen Namen Sonja Truffer mit dem Lied «Risotto-­Fäscht», ­Stixi mit der «Sirtaki-Polka».
«Schon als ich ihn zum ersten Mal ge­sehen habe, sagte ich mir: Der hier wird mein Mann!», erinnert sich Sonja Stixenberger schmunzelnd. Für sie stimmte bei Stixi ­alles. Doch es musste noch etwas Zeit vergehen, schliesslich war sie bei der ersten Begegnung erst 16 Jahre alt. Man traf sich wieder, Sonja wurde erst Stixis Backgroundsängerin, bevor sie 1992 erstmals als Stixi & Sonja die Vorausscheidung für den Grand Prix der Volksmusik bestritten. Als das Schweizer Fernsehen die beiden auf eine Kreuzfahrt einlud, schlug der Liebesblitz ein. «Kurz darauf zog ich bei ihm ein», sagt Sonja lachend.

Viel Leid nach der Hochzeit

Der 10. August 1996 wurde zu ihrem grossen Glückstag: Stixi und Sonja feierten ihre Hochzeit. «Ganz Herisau war an diesem Tag auf den Beinen, sicher 1000 Menschen haben rund um die Kirche zugeschaut», erzählt Erwin Stixenberger. «Luftballons stiegen auf – es war ein richtiges Volksfest», ergänzt seine Frau.
Zwei Wochen nach der Hochzeit erreichte Sonja Stixenberger in den Flitterwochen eine Hiobsbotschaft: Ihre Mutter war im Wallis spurlos verschwunden. Wenig später wurde sie tot in der Rhône aufgefunden. In der Folge erkrankte die Sängerin schwer an Depressionen und entwickelte eine Medikamentenabhängigkeit. Dank ­ihrem starken Willen konnte sie die Sucht überwinden. Ihr 50. Geburtstag habe sich angefühlt wie ein Neustart – ein positiver.
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Zwölf Mal traten Stixi und Sonja am Grand Prix der Volksmusik auf – hier im Jahr 2010.imago stock&people
Zwölf Mal traten Stixi und Sonja am Grand Prix der Volksmusik auf – hier im Jahr 2010.imago stock&people
Auch Erwin Stixenberger wurde früh mit einem Schicksalsschlag konfrontiert. 1985 starb seine eigentlich kerngesunde Schwester den plötzlichen Sekundentod. «Ich denke noch jeden Tag an sie», sagt er. Lange Jahre pflegte er eine enge Beziehung zu seinen Eltern, in einem Zweifamilienhaus lebten sie Tür an Tür. Bis 2022 erst ­seine Mutter und bloss zwei Monate später auch sein Vater starb.
Vor 20 Jahren erhielt Erwin Stixenberger die Diagnose Morbus Bechterew, eine chronisch-rheumatische Wirbel­säulenerkrankung. Heilbar ist sie nicht. Viel Bewegung verlangsamt jedoch den Verlauf. «Meine grosse Angst war immer, einen Buckel zu kriegen», sagt er. Um das zu verhindern, macht er jeden Tag genauso viele Liegestützen, wie er Lebensjahre zählt. Sonja bewundert ihn für seine Beharrlichkeit und sagt: «Die vielen Schicksalsschläge, die wir zusammen erlitten, schweissen uns zusammen.»

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Zeit mit Sohn Roy

Das Leben brachte aber auch grosses Glück: 2008 kam nach jahrelangem Warten Sohn Roy zur Welt. Vor lauter Freude liess sich Stixi das Gesicht des Babys auf den Oberarm tätowieren. «Dass Roy jetzt schon volljährig ist, bereitet mir keine Mühe», sagt Sonja Stixenberger. Sie freue sich, nun einen grossen, erwachsenen ­jungen Mann im Haus zu haben. Stixi hingegen meint: «Mich macht es wehmütig.» Er erinnert sich noch gut an die gemein­samen samstäglichen Ausflüge oder ­daran, wie er ihm das Schwimmen bei­gebracht hat. «Jetzt unternehmen wir gelegentlich ein Autofährtli zusammen.» Und: Bald fahren Vater und Sohn auf Wunsch von Roy für ein verlängertes ­Wochenende nach Schweden.
Roy sei stolz auf die Erfolge des Schlager­duos. Er unterstützt die beiden mit der ­Bewirtschaftung ihrer sozialen Kanäle wie Facebook oder Tiktok. «Als ich mich einmal laut gefragt hatte, ob wir nach ­unserer über 30-jährigen Karriere vielleicht langsam aufhören sollten, meinte Roy: Auf keinen Fall!», sagt Stixi.
Das Lied, das Stixi & Sonja am meisten bedeutet, heisst «Wunderschöner Säntis». Den Appenzeller Hausberg sehen sie von ihrem Küchenfenster aus, und schon oft haben sie den Berg erklommen. Stixi zu Fuss und Sonja mit der Bahn. Mit dem Pop-Schlager «Vero Amore» landete das Paar 2019 seinen bislang grössten Hit, der auch deutsche Charts stürmte. «Ich musste ziemlich alt werden, um das zu ­erleben», sagt Stixi lachend.

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Die Aufhör-Pläne haben Stixi & Sonja vorerst verschoben. Zwei Dinge aber ­werden sie nicht mehr machen: ein ganzes Album produzieren und Live-Auftritte ­bestreiten. «Wir haben all die Jahre so ­viele Tourneen und Konzerte gegeben und ­waren zwölf Mal beim Grand Prix der Volksmusik. Das stimmt so für uns», betont Erwin Stixenberger. Zumal Musik für sie immer bloss ein freudiges Hobby war. Stixi arbeitet bis heute Vollzeit als Key ­Account Manager.
Mit neuer Musik dürfen die Fans trotzdem rechnen. Pünktlich zum 30. Hochzeitstag erschien Anfang August ihre neue Single «Ein Herz fragt nicht», eine Auskopplung ihres ­Albums «Drei Finger aufs Herz» von 2006. Zusammen glücklich bleiben und ab und zu ein neues schönes Lied veröffentlichen – das ist alles, was wir uns noch wünschen», sagt Erwin Stixenberger zufrieden.
Über die Autoren
Andrea Butorin
Als Reporterin ist Andrea Butorin für die GlücksPost in der ganzen Schweiz unterwegs.

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