Neue Lieder, neues Abenteuer: Silvia Rymann liebt die Schweiz und besingt diese in ihren neu veröffentlichten Liedern. Gleichzeitig verlässt die Tochter von «Schacher Seppli» für mehrere Wochen ihre Heimat Richtung USA.
Aurelia Robles
Silvia Rymann ist vor einer Woche nach Florida geflogen, wo sie einen Sprachaufenthalt macht und bei einer Gastmutter lebt. Natalie Boo / AURA
«Bi gern da derheimä» – unter diesem Titel hat Jodlerin Silvia Rymann soeben sieben neue Lieder aufgenommen und veröffentlicht. «Ich bin so ein grosser Schweiz-Fan», sagt die in Giswil aufgewachsene Obwaldnerin. Deshalb hat sie die Zeile «Bi gern da derheimä» aus dem Lied «Föhnstimmig» von André von Moos (69) gewählt. Ein weiteres Lied ist «Bärgfridä» von ihrem Vater, dem legendären «Dr Schacher Seppli»-Interpreten Ruedi Rymann († 75).
Doch so gerne die 59-Jährige ihre Heimat hat: Sie geht ebenso gerne in die Welt hinaus. «Ich liebe es, andere Sachen, andere Kulturen kennenzulernen und mich mit den Menschen auszutauschen», sagt sie. «Doch genau dafür fehlt mir oft der Wortschatz in Englisch.» Deshalb ist sie vor einer Woche über den grossen Teich geflogen. Während elf Wochen wird Rymann in Fort Lauderdale, Florida, vormittags die Schulbank drücken und eifrig Englisch lernen. «Das ist mein Geschenk an mich zum 60. Geburtstag, den ich im Juni dort mit meinem Mann und meinen Kindern feiern werde», sagt sie. Bis dahin weilt die Sängerin jedoch alleine in den USA und wohnt bei ihrer Gastmutter. «Sie ist eine Lady, deren Kinder ausgezogen sind, und Schweiz-Fan.»
Für ihre «Lady», die gerne Ski fährt, hat Silvia Rymann Schokolade in den Koffer gepackt. Für sich selbst hat sie nicht allzu viel mitgenommen, schliesslich will sie vor Ort ihr Gepäck mit neuen Erinnerungsstücken füllen. «Drei Monate, so lange war ich noch nie alleine unterwegs. Ich war überhaupt noch nie alleine fort. Mit bald 60 darf das schon mal sein», meint die zweifache Mutter lächelnd. Sie ist vorfreudig, was die Reise mit ihr macht und «auch darauf, mich selbst ein bisschen kennen zu lernen».
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Den Jodel im Gepäck
Ob sie dort auch mal ein Konzert geben wird, lässt Silvia Rymann bewusst auf sich zukommen, denn die Reise geht jetzt vorerst um sie selbst. «Aber üben muss ich natürlich auch in Florida, um meine Stimme in Schwung zu halten. Das werde ich wohl daheim bei meiner Gastmutter tun, sonst finde ich vielleicht eine Kirche.» Denn schon am 12. Juli steht mit dem Schacherseppli-Fäscht in Giswil OW wieder das erste Konzert mit Bruder Peter Rymann (51) und Kontrabassistin Rita Burch (47) an. Bei den neuen, soeben veröffentlichten Liedern war auch erstmals Neffe Michael Berchtold (34) dabei. Der Sohn ihrer verstorbenen Schwester Annemarie (†54) hat das Schlaginstrument gespielt, respektive «beselet». Zudem sind neben den sieben neuen Liedern auch alle zuvor produzierten CDs der Geschwister Rymann nun auf den digitalen Plattformen aufgeschaltet.
Horizont erweitern, diszipliniert Englisch lernen und Zeit für sich geniessen – darauf will sich Silvia Rymann nun in Fort Lauderdale fokussieren. Selbst möglicher Langeweile blickt sie positiv entgegen. «Bestimmt werde ich meine Familie, meine Geschwister, meine Freunde und all meine liebsten Dinge und die Heimat vermissen», sagt sie. «Aber ich komme ja, so Gott will, wieder zurück.»