Die 31-Jährige mag Veränderungen im Leben. Als sie in eine Gross-WG in St. Gallen einzieht, bekommt sie jedoch etwas Panik. Die auf SRF ausgestrahlte Serie «Für immer und WG» zeigt, wie das Zusammenleben funktioniert.
Nicole Walser lebt mit Ueli, Katrin und Luke (v. l.) in einer Gross-WG und ist Teil der Dok-Serie «Für immer und WG».SRFIst auch beruflich von Menschen umgeben: Nicole Walser arbeitet als Fachfrau Betreuung und als Personal Trainerin.SRF/Mirco Rederlechner
Wie lebt es sich in einer Wohngemeinschaft mit elf Personen? Eine Antwort versucht die sechsteilige Dok-Serie «Für immer und WG» auf SRF 1 (ab 28. 8., jeweils zwei Folgen freitags, 21 Uhr) zu liefern. Diese bietet Einblick in die einst von Ueli (51) gegründete Gross-WG in St. Gallen. Das Haus mit mehreren Wohnungen liegt zwischen dem Bünzli- und dem Nobelquartier oder wie Ueli sagt: «Zwischen Bünz und Bonz.»
Gleich in der ersten Folge erhält die WG mit Nicole Walser (31) eine neue Mitbewohnerin. Ausgewählt wurde die «Sportskanone», weil sie andere Charaktereigenschaften mitbringt. «Ich lebte zuvor zwei Jahre lang alleine und wollte eine Veränderung in meinem Leben», erzählt die Fachfrau Betreuung, die in einem Heim für Menschen mit Beeinträchtigung arbeitet. «Trotz einem tollen Umfeld fehlte mir daheim der direkte soziale Kontakt. Und das WG-Leben hat mich schon immer interessiert.» Dass sie gleich mit zehn Menschen zusammenziehen würde, sorgte bei ihr jedoch noch vor Einzug durchaus für etwas Panik. «Aber ich wusste, dass, wenn ich jetzt nicht einziehe, ich es nie mehr tun würde. Zudem lautet meine Lebensdevise, immer wieder aus der Komfortzone rauszukommen.»
Sie hatte lange, um sie einzugewöhnen
Aufgewachsen am Bodensee mit zwei älteren Schwestern – mit einer lebte sie einst in einer WG –, wollte Nicole Walser wissen, wie das Zusammenleben mit fremden Menschen funktioniert. «Doch elf Personen auf einem Haufen sind dann schon etwas viel», meint sie heute lachend. Nach ihrem Einzug brauchte sie deshalb lange, bis sie sich richtig daheim fühlte. Weil alle unregelmässig arbeiten, liessen gemeinsame Erlebnisse oder Wohnsituationen mit der einen oder dem anderen auf sich warten. «Ich fühlte mich zwar rasch wohl», sagt Walser, «aber erst nach einem halben Jahr hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein, und nach über einem Jahr, dass ich auch meinen Platz gefunden habe.» Sie ist zwar nicht fixer Teil der Garten- oder der Hühnergruppe, «aber wenn sie Hilfe brauchen oder irgendein Projekt ansteht, schaufle ich mir Zeit frei».
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«Was das WG-Leben angeht, liegt nichts mehr ausserhalb meiner Komfortzone», sagt die Personal Trainerin und Coach für Gesundheitsthemen. Sie, als eher anpassungsfähiger Mensch, habe dafür gelernt, ihre eigenen Grenzen zu setzen und auch ihre Meinung kundzutun. «Und ich bin sicherlich offener geworden gegenüber verschiedenen Lebensstilen und Meinungen. Vor allem die Lebensweisen der anderen haben mich mega inspiriert.» Einzig die eigene Abgrenzung sei manchmal für sie, die auch im Berufsleben viel mit Menschen zu tun hat, etwas herausfordernd. Aber egal, wie intensiv das WG-Leben manchmal sein kann – für Nicole Walser ist klar: «Ich möchte die anderen spüren und ein bisschen Verbindung schaffen – und nicht einfach nur dort leben.»