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Rusch-Büeblä

Volksmusik-Zwillinge erfüllen sich in Kanada einen Traum

Auf ihrer einmonatigen Reise treffen die Wägitaler ­Musiker-Brüder überraschend viele Schweizer. Die Rusch-Büeblä ­erzählen von einer Eierschlacht im Camper und von tierischen Erlebnissen.

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In den letzten Jahren ging die Post bei den Rusch-Büeblä aus Vorderthal SZ richtig ab: Die Zwillinge Cyrill und ­Simon Rusch (24) sowie Papa Roger (58) eroberten die grössten Bühnen der Schweiz, heimsten Preise ein und ver­kauften jüngst in Rekordzeit ihre Show im Zürcher Hallenstadion für November 2027 aus. Und das bei allen dreien nebst einem handwerklichen Vollzeit-Beruf. Kein Wunder, sehnten sie sich nach einer richtigen Auszeit.
Den Monat September haben sie sich in ihrer Agenda dick angestrichen und ausnahmsweise keine Auftritte angenommen: So können sich Schreiner Cyrill und Metallbauer Simon Rusch ihren grossen Traum von ­einer ausgedehnten Reise durch Kanada erfüllen. Beide sind zuvor noch nie so weit weg von zu Hause ­gewesen: Simon ist zum ersten Mal ausserhalb von Europa geflogen, Cyrills bislang weiteste Reise hatte ihn nach Dubai ­geführt. Von unterwegs versorgen sie die GlücksPost mit Fotos und Eindrücken.
Zunächst leben sie auf Einladung von Freunden aus der Heimat zwei Wochen lang im Loon Bay Resort am Sheridan Lake in der Provinz British Columbia. Das ­Resort wird von ausgewanderten Schweizern geführt. «Deshalb haben wir die ­ersten zwei Wochen unser Englisch nicht oft gebraucht», sagt Cyrill Rusch lachend. Dafür gibt es viele Abenteuer in der näheren Um­ge­bung: Die beiden gehen ­fischen, ­besuchen ein ­Rodeo oder geniessen die Lagerstimmung im Camp beim Jassen oder Grillieren. «Einmal gab es sogar ein Raclette», sagt er weiter.
Ganz ohne die Musik wollen Ruschs ihre grossen Ferien nicht verbringen: ­Simon hat seine Handorgel und Cyrill sein Schwyzerörgeli dabei. So musizieren sie in der Abend-Idylle am See und treten bei einem Benefizkonzert auf, bei dem Geld gegen Brustkrebs gesammelt wird.

Wale und Seelöwen statt Bären

Für die folgenden zwei Wochen mieten die Brüder einen Camper und fahren durch die schier endlose kanadische Weite. In der Provinz Alberta machen sie unter anderem Halt im Reservoir Ghost Lake und in Banff. Besonders die Landschaft in Lake Louise mit den angezuckerten Bergen im Hintergrund erinnert Ruschs an die heimische Bergwelt. «Heimweh kam deswegen keins auf», meint Cyrill Rusch lachend.
Viel Freude bereitet ihnen die Begegnung mit dem Obwaldner Christian Odermatt, der auf einer Ranch als Cowboy ­arbeitet. «Überhaupt haben wir unterwegs viele sympathische Schweizer kennen­gelernt, die wie wir am Reisen waren», so Simon Rusch.
In Calgary laden sie ihre Partnerinnen sowie ihre Schwester Lisa (27) und deren Freund auf, die sie bis zu ihrem Ziel ­Vancouver begleiten. Zum Abschluss erkunden sie nicht nur die drittgrösste Stadt Kanadas, sondern auch deren Umland. Auf Vancouver Island machen sie eine Walbeobachtungs-Tour. «Dabei haben wir so viele Wale und Seelöwen gesehen!», sagt Cyrill Rusch begeistert. Sogar ihr Tourguide habe über die Anzahl gesichteter Tiere gestaunt. Dieses ­Erlebnis mindert für Simon Rusch etwas die Enttäuschung, fast 4000 ­Kilometer in Kanada unter­wegs zu sein, ohne bisher einen ­Bären gesehen zu haben.

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Frei von Pannen

Die Reise von Cyrill und Simon Rusch verläuft pannenfrei. Einzig ihr Camper hat Anlass für ein amüsant-ärgerliches ­Geschehen geboten: «Die Küchen­schränke und der Kühlschrank waren nicht gesichert. Und so kam uns in den Linkskurven alles ­entgegen», erzählt ­Simon Rusch. «Als plötzlich Eier geflogen kamen, gab es eine rechte Sauerei!» Bald schon hätten sie ­gelernt, wie viel Tempo es in den Links­kurven verträgt.
«Wir haben unsere Auszeit sehr genossen», sagen Cyrill und Simon Rusch uni­sono. Für Konzertanfragen sind sie zwar auch in dieser Zeit stets erreichbar geblieben, aber sehr gut abschalten können sie dennoch, sagen sie. Simon Rusch könnte sich vorstellen, sich künftig eine Scheibe der kanadischen Arbeitseinstellung ab­zuschneiden: «Auch in Kanada wird hart ­gearbeitet. Aber sie nehmen alles etwas ­lockerer, und es funktioniert trotzdem.» In Kanada leben möchte er trotz aller ­schönen Erlebnisse nicht: «Feste, wie wir sie daheim so gern feiern, gibt es hier ­nämlich nicht.»

Papa Rusch ist zum ersten Mal ausserhalb Europas

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Doris und Roger Rusch geniessen ihre Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff.zVg
Doris und Roger Rusch geniessen ihre Zeit auf einem Kreuzfahrtschiff.zVg
Während Cyrill und Simon Rusch durch Kanada reisen, gönnt sich der dritte «Rusch-Büebel», Vater Roger (58), gemeinsam mit seiner Frau Doris Rusch (50) eine Kreuzfahrt durch die ­Karibik. Auf den Geschmack gekommen sind die beiden vergangenen Herbst bei ihrer ersten Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer, auf der die Rusch-Büeblä für musikalische Unterhaltung gesorgt haben. «Jetzt war Roger zum ersten Mal ausserhalb ­Europas», verrät Doris Rusch, die mit Tochter Lisa (27) schon ­einmal in der Karibik war. Erst ­bewundert das Ehepaar am Miami Beach Delfine und in den Everglades ­Alligatoren. Dann geht es auf die «MSC World America», eines der grössten Kreuzfahrt­schiffe der Welt. Damit entdecken sie honduranische und mexikanische Inseln und Traumstrände und erhalten Einblick in Kultur und Kulinarik. An der Costa Maya verunmöglicht ihnen eine Algenplage das Baden. «Dafür war unsere selbst organisierte Schnorcheltour auf der Insel Cozumel der absolute Höhepunkt», sagt Roger Rusch, «wir schwammen inmitten von ­Fischen und ­Stachelrochen!»
Über die Autoren
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Andrea Butorin
Als Reporterin ist Andrea Butorin für die GlücksPost in der ganzen Schweiz unterwegs.

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