Roland Eberhart

Gleich dreifach Grund zum Feiern

Der Calimeros-Frontmann wird 70, seine Partnerin 60, und die Calimeros zelebrieren ihr 50-Jahr-Jubiläum. Wie sie feiern, und was dem Musiker wichtig ist.

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Roland Eber­hart, Sänger und Chef der Schlagerband Cali­meros, strahlt: Zwar mag er die Zahl 70, die er bald am Rücken hat, nicht. Aber wich­tiger ist ihm die Gesund­heit. Stefan Bohrer

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Vorfreude sieht anders aus: «Auf den 70. Geburtstag freue ich mich überhaupt nicht!», sagte der Calimeros-Sänger Roland Eberhart vor einem Jahr zur GlücksPost. «Das ist eine furchtbare Zahl.» Am 11. Juli ist es nun so weit. Und er sagt: «Ich habe mich daran gewöhnt und kann damit umgehen.» Zusammen mit seiner langjährigen Partnerin Sandra Eichenberger, die am 6. August 60 Jahre alt wird, sitzt er im Schadaupark in Thun BE. Das Paar geniesst die Aussicht auf den Thunersee und die im Dunst liegenden Alpen.
Ihre runden Jubeltage wollen sie auf die gleiche Art begehen: an einem schönen Ort im Kreise ihrer Lieben. Roland Eber­hart lädt Sandra und seine Familie, Sohn Nikita (31) sowie Tochter Larissa (34) mit ihrem Mann und deren beiden Kindern Laura (5) und Fynn (3), nach Mallorca ein. «Am Geburtstagsabend werden wir irgend­wo zusammen essen gehen, mehr brauche ich nicht», sagt der Musiker. Denn das Wichtigste sei die Gesundheit, und dass sie es alle schön zusammen hätten.
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Roland Eberhart und seine Sandra Eichenberger sind fast rund um die Uhr zusammen – und das praktisch ohne Streit.Stefan Bohrer
Roland Eberhart und seine Sandra Eichenberger sind fast rund um die Uhr zusammen – und das praktisch ohne Streit.Stefan Bohrer
Anfang 2025 musste sich Roland Eber­hart einer heiklen Operation unterziehen, da ihm sonst eine Querschnittlähmung ­gedroht hätte. Unterdessen seien praktisch alle negativen Folgen dieser OP verschwunden, und es gehe ihm sehr gut. «Roland ist fitter als ich, denn für mich ist Sport eher ein Muss», sagt Sandra Eichenberger lachend. Während er regelmässig Fitness treibt, mache sie nur beim Schwimmen im heimischen Pool, beim Biken und Skifahren mit.

Nie ein Prix Walo

Kein Wunder, dass Roland Eber­hart auch als Musiker noch voller Tatendrang ist. Seine Calimeros feiern dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum. «1976 habe ich mit einigen Eishockey-Freunden erstmals im Wohnzimmer meiner Eltern Musik ­geklimpert», erinnert er sich. Sie wollten an ihrem jährlichen Fest den Alleinunterhalter ersetzen. Zwei Jahre später folgte der erste bezahlte Auftritt. Sie starteten mit Coversongs, aber rasch begann Eberhart, eigene Stücke zu schreiben. Das erste Lied aus seiner Feder widmete er seinem damaligen Schwarm: «Meine kleine ­Katharina». Seine dritte Komposition ­wurde zum Allzeit-Hit der Gruppe: «Du bist wie die Sterne so schön» spielen die Calimeros bis heute an jedem Konzert.
Sie feiern gleich mit drei Jubiläums­alben; bereits erschienen ist «Portofino», das 54. Album der Calimeros. Keine andere Schweizer Band hat mehr Tonträger produziert; verkauft haben sie über zwei Millionen. In ganz ­Europa spielten sie bei Openairs oder in Hallen vor Tausenden von Menschen.
Auf die in Eigen­regie und nur mit Eigenkompositionen erreichten Erfolge in der Schweiz und in Deutschland ist Eberhart stolz. Trotzdem ist die Band in den Medien nicht mehr so präsent wie einst. Das sei der Lauf der Zeit, sagt der Frontmann. Es kämen neue Interpreten dazu, und es gebe leider immer weniger Sendungen, in denen Schlager Platz finde. Sandra Eichenberger wiederum ärgert sich, dass die Calimeros in all den Jahren nie für einen Prix Walo, den wichtigsten Unterhaltungspreis der Schweiz, nominiert waren.

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Bei den Calimeros steht ein Wechsel an: Andy Rynert (links) verlässt bald die Band.REINHARD ZICHY
Bei den Calimeros steht ein Wechsel an: Andy Rynert (links) verlässt bald die Band.REINHARD ZICHY
Doch Eberhart blickt lieber vorwärts. «Drei Jahre habe ich sicher noch Lust, weiterzumachen, danach sehen wir weiter.» Ein Wechsel steht aber an: Während Keyboarder Andy Steiner (60) an Bord bleibt, verlässt Gitarrist Andy Rynert (71) die Band per Ende Jahr, um neue musikalische Wege zu gehen. «Ich bedaure den ­Abgang. Andy ist ein guter Freund», sagt Eberhart. Noch haben die Calimeros ­keinen Nachfolger gefunden.

Über 20 Jahre in Harmonie

Seit 24 Jahren sind Roland Eberhart und Sandra Eichenberger ein Paar. Beide hatten davor eine Ehe hinter sich, deshalb habe es für sie nie einen Grund gegeben, zu heiraten. Umso mehr geniessen sie das Zusammensein – ernsthaften Streit hätten sie in all der Zeit noch nie ausgefochten. Sie sind praktisch rund um die Uhr zusammen. Bei den Calimeros bilden die beiden die «Schaltzentrale»: Alles, was es rund um einen Auftritt musikalisch zu organisieren gibt, übernimmt Roland Eberhart, während sich Sandra Eichenberger neben Managementarbeiten um die besonderen Events wie das alljährliche eigene Schlagerfest in Wicht­rach BE oder die Fanreisen kümmert.
«Mir ist es wichtig, dass wir morgens zusammen käfele, bevor wir ins Büro gehen», sagt sie. Nach getaner Arbeit trennen sich ihre Wege meist, bevor sie sich zum Abendessen wieder daheim in Uebeschi BE treffen und den Tag gern mit einem Film ausklingen lassen.

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Es gibt auch Momente der Trennung: Kürzlich weilte Sandra Eichenberger mit der Familie ihrer Tochter Nadine (34) auf Mallorca. Deren beiden Kinder Noelina (3) und ­Leonora (bald ein­jährig) hütet Eichenberger jeden Freitag. Ihre Enkelinnen inspirierten sie zu ihrem ersten Kinderbuch: «Fridolin entdeckt die grosse Welt» erscheint im August. Wer darin den QR-­Code abruft, entdeckt eine musikalische Überraschung von Roland Eberhart.

Ferien mit seinen Brüdern

Auch er war heuer schon allein auf der Piste: Zum ersten Mal überhaupt verbrachte er Ferien mit seinen drei Brüdern. Zudem genoss er mit Freunden eine Töfftour durch die USA. «Daran hatte ich gar keine Freude. Nicht aus Eifersucht, das ist bei uns kein Thema, sondern weil ich mir Sorgen um ihn machte», meint Sandra Eichen­berger. Er aber schwärmt: «Das Freiheitsgefühl ist unbeschreiblich.»
«Was können wir noch erleben? Bei welchem Meilenstein unserer Enkel werden wir noch da sein?» Fragen wie diese stelle sie sich nun vermehrt, meint Sandra Eichen­berger. Auch darum, weil letztes Jahr eine gleichaltrige Freundin verstorben sei. Sie halte es beim Thema Alter genau wie Roland: «Uns geht es so gut. Geniessen wir einfach das, was wir haben.»
Über die Autoren
Andrea Butorin
Als Reporterin ist Andrea Butorin für die GlücksPost in der ganzen Schweiz unterwegs.

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