Es ist bereits ein Jahr vergangen, seit sich Röbi Koller mit seinem letzten Auftritt als «Happy Day»-Moderator vom Schweizer Fernsehen verabschiedet hat. Seither sei viel passiert in seinem Leben, sagt er. «Ich habe in den letzten Monaten einiges erlebt. Für mich rückt die Sendung immer weiter in die Ferne, was auch richtig ist so», sagt der 68-Jährige beim Treffen in einem Zürcher Café. «Wie es so ist, habe ich mehr gemacht, als ich eigentlich wollte. Vielleicht aus Angst, etwas zu verpassen. Deshalb lautet mein Vorsatz weiterhin, künftig weniger zu tun.»
Im letzten Dezember ist auch seine Frau Esther Della Pietra (62) als Regisseurin beim Schweizer Fernsehen in Pension gegangen. Soeben ist das Paar von einer dreiwöchigen Zugreise durch den Süden Afrikas zurückgekehrt. «Meine Frau hat mir das Versprechen abgenommen, dass ich mit ihr einen Tanzkurs besuchen werde.» Dabei sei er tänzerisch eher unbegabt, sagt Koller und hofft, dass Esther nicht gerade einen Walzerkurs wählt. «Ich bin vom Wesen her eher der Typ, der an der Bar steht, statt sich aufs Tanzparkett zu wagen.»
Ab hinters Mischpult
Dafür traut sich Röbi Koller diesen Herbst hinters DJ-Pult. «Als DJ muss ich nicht tanzen», meint er mit einem Augenzwinkern. Am 12. September wird er in The Hall in Dübendorf ZH anlässlich der «Suisse Disco 60+» als Discjockey im Einsatz sein und für wunderbare Musik sorgen. «Das habe ich im Privaten schon ein paar Mal gemacht», sagt er, «aber das ist eine Weile her.» Dabei wird er Musik auflegen, die das Publikum «hoffentlich» in Bewegung versetzt. «Ich mache Disco im Stil von früher, nicht wie es heute in den Clubs üblich ist.» Wenn Röbi Koller für Stimmung sorgt, dann sind insbesondere Pop-Hits aus den 1960er- bis 1980er-Jahren angesagt. «Gewisse Musik, wie jene der Beatles, ist sowieso zeitlos. Lieder, welche die Menschen beim ersten Ton erkennen.» Als Beispiel nennt er «Hey Joe» von Jimi Hendrix oder «Lady Marmelade» von LaBelle. «Es können aber auch tanzbare Lieder von heute sein.»
Funkige und bluesige Sachen
«Musik bedeutet mir alles», sagt Koller. Damals in den 80er-Jahren konnte er als Moderator bei Radio 24 noch selbst die Musik auswählen. «Ich habe gerne funkige oder soulige Sachen gespielt», erinnert er sich an die Anfänge seiner Karriere. Und das ist noch heute so. Seit einiger Zeit führt er einmal im Monat durch den Podcast «Tonspur», bei dem der jeweilige prominente Gast fünf Lieder aus seinem Leben mitbringt. Röbi Koller weiss seine Top Fünf sofort: «Not Dark Yet» von Bob Dylan, ein Choral von Johann Sebastian Bach, «Dixie Flyer» von Randy Newman, «Come Together» von den Beatles sowie ein Lied der französischen Sängerin Zaz. Und welcher Song ruft in ihm ein Jahr nach seinem TV-Abschied Erinnerungen an «Happy Day» hervor? «Ganz klar ‹Everything› von Michael Bublé, der mein allererster Stargast war», antwortet Röbi Koller lächelnd.