Rainer Maria Salzgeber

Familie ist sein grösster Trumpf

Der sympathische Walliser ist aus dem Schweizer Fernsehen nicht wegzudenken: Souverän führt Rainer Maria Salzgeber durch Sport- und Unterhaltungssendungen. Sein Rezept fürs Glück: viel Herzblut, eine grosse Liebe und der Stolz auf seine beiden Kinder.

Remo Bernet

Noch bis am 13. August ist ­Rainer Maria Salzgeber mit dem «Donnschtig-Jass» in der Schweiz ­unterwegs.
Noch bis am 13. August ist ­Rainer Maria Salzgeber mit dem «Donnschtig-Jass» in der Schweiz ­unterwegs. SRF/Pascal Mora

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In diesem Sommer ist an ihm im TV kein Vorbeikommen: Rainer Maria Salz­geber (56) führte mit der Fussball-WM und nun dem «Donnschtig-Jass» durch die beliebtesten Sendungen im Schweizer Fernsehen. Und dabei blüht der Walliser trotz langer Tage so richtig auf. «Ich mache das alles mit so viel Herzblut, ich merke gar nicht, dass ich am Arbeiten bin», erklärt Salzgeber.
Seit über drei Jahrzehnten arbeitet er bei SRF – und noch immer gebe es keine bessere Stelle für ihn. «Viele können das nicht nachvollziehen. Sie finden, ich ­mache schon zu lange das Gleiche.» Das möge auf den ersten Blick stimmen. Aber: «Jede ‹Donnschtig-Jass›-Sendung ist anders als die vorherige. Jeder Match hat einen anderen Verlauf, und du weisst nie, wie es ausgeht.» Diese Unplanbarkeit der Live-Produktionen bereite ihm grosse Freude und fordere ihn auch immer ­wieder aufs Neue. «Darum habe ich auch nie überlegt, etwas anderes zu machen. Auch nach 30 Jahren fasziniert mich ­meine Arbeit immer noch.»

Enge Beziehung zu seinen Kindern

Und diese Faszination ist offensichtlich ansteckend: Tochter Cloé (25) hat sich in den letzten Jahren als Moderatorin ­etabliert, führt regelmässig auf der Bühne durch grosse Veranstaltungen. Immer ­wieder werden die «Salzis» auch im ­Doppelpack gebucht. «Wenn wir ­zusammen Anlässe vorbereiten und moderieren, flutscht das ­einfach. Es ist wunderschön, diese Leidenschaft mit der ­eigenen Tochter zu teilen.»
Sohn Jascha (22) wiede­rum teilt das zweite grosse Herzensthema seines Papis: den Sport. Regel­mässig schauen sie zusammen Fussballspiele an. Jährlich ­verreisen sie für ein Vater-Sohn-Wochenende. So waren sie in den letzten Jahren nicht nur in den grössten Stadien Europas, sondern auch in der Boxengasse der ­Formel 1. «So cool, gemeinsam solche Dinge erleben zu können. Wir sind halt beide absolute Sport-Freaks», meint ­Rainer Maria Salzgeber mit einem Lächeln.

Tochter Cloé zieht schon bald mit ihrem Partner, dem Eishockeyspieler Simon Knak (24), zusammen, Sohn Jascha ­beginnt im Herbst sein Sportstudium in Chur. Ob er Probleme damit hat, los­zulassen? Salzgeber schüttelt den Kopf. «Das ist das Spannende, dass du deine Kinder so erziehst, dass sie irgendwann alleine durch das Leben gehen können. Und da kannst du dich ja nicht beklagen, wenn sie das dann ­machen.» Für ihn sei das ein natürlicher Prozess. «Aber das ändert nichts an der Nähe, die wir zueinander haben. Die ist dann halt physisch eingeschränkter, aber sie bleibt da – auch dank den geteilten Leiden­schaften.»

Abschied von seinem Papi

Wie wichtig die Zeit mit den Liebsten ist, wurde Rainer Maria Salzgeber im ver­gangenen Jahr schmerzhaft vor Augen ­geführt: Sein geliebter Vater ist im Alter von 80 Jahren verstorben. «Wenn man mit dieser Endlichkeit konfrontiert wird, ist das ein Schock», zeigt sich der Moderator von seiner verletzlichen Seite. Doch Salzgeber hat einen Weg gefunden, mit der Trauer umzugehen. «Ich bin unfassbar dankbar für alles, was ich von ihm lernen durfte. Er war ein grossartiger Ratgeber: Auf seine Ratschläge beziehe ich mich heute noch. Da bist du im einen Moment traurig, dass er nicht mehr da ist, aber im nächsten Moment dankbar für die Zeit, die man teilen durfte.»

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Rückhalt gibt ihm in schweren Zeiten auch Ehefrau Chantal (55). Die beiden sind seit 27 Jahren verheiratet. «Ich habe das Glück, die beste Frau an meiner Seite zu haben, die es für mich gibt», schwärmt der SRF-Mann. «Ein gutes Glas Wein ­trinken und ein Raclette mit meiner Frau – das sind die Momente zum Durchatmen.»

Er bleibt den Wurzeln treu

Seit mittlerweile 32 Jahren wohnen sie in Zürich. Seine beiden Kinder seien zweisprachig aufgewachsen, witzelt Salzgeber. «Sie ­reden Walliserdeutsch mit mir, aber wenn die beiden dann mit den Kollegen unterwegs sind, sprechen sie Züritüütsch.» Er selbst wollte sich den Dialekt übrigens nie ab­gewöhnen – auch wenn er nicht jedem ­TV-Zuschauer, jeder TV-Zuschauerin passt. «Ich könnte schon ein bisschen Züri­tüütsch reden, aber jeder merkt dann, dass es nicht echt ist und ich mich ver­stelle. Und der Walliser Dialekt ist ja auch das Markenzeichen von mir.»
Ein anderes Markenzeichen ver­schwindet aber immer mehr: seine far­bige ­Kleidung, die regelmässig nach TV-­Sendungen für Diskussionen sorgte. «Das ist vielleicht eine Alterserscheinung», meint er mit einem Augenzwinkern. Farbige ­Anzüge seien mittlerweile eine Seltenheit. «Da bin ich ein bisschen ruhiger geworden.» Heute müsse auch er ab und an schmunzeln, wenn er seine bunten ­Socken und die auffallenden Outfits von früher sehe. «Aber man muss sich auch immer in die Zeit von damals zurückversetzen. Und für mich hat das so gepasst.»

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