Nach zehn Jahren hat der Sänger und Pianist den grossen Schritt gewagt und seine Freundin Corinne geheiratet. Für Nico Brina ist es die zweite Ehe, für sie die erste. «Wir wussten vom ersten Augenblick an, dass wir zusammengehören», sagt der Bieler Musiker.
Dominik Hug
Glückliches Brautpaar: Der bekannte Berner Pianist Nico Brina und Ehefrau Corinne an ihrem schönsten Feiertag.Foto: Steve Wenger
Es sei eine Hochzeit wie im Märchen gewesen, schwärmt Nico Brina (56). Passend dazu war mit dem Schloss Schwarzenburg im Kanton Bern auch die Lokalität ausgewählt. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert und beherbergte schon so manche Adlige. «Unser Fest war magisch, ja schlichtweg traumhaft», sagt Brina ein paar Tage danach noch immer ganz beseelt. «Es hat wirklich alles gestimmt.»
Rund 50 Gäste sind zu seiner Vermählung mit Corinne Wenger (34) eingeladen worden. Auf dem Menü standen rosa gebratenes Roastbeef mit Panzanella und Rosmarinkartoffeln. Abgerundet wurde das Festmahl durch eine Hochzeitstorte mit Zitronengeschmack.
Für stimmungsvolle Musik sorgte die deutsche Band B. B. & The Blues Shacks, «einer meiner Lieblingsgruppen», wie Brina schwärmt. Die Trauung selbst habe ihn zutiefst berührt: «Corinne machte mir eine wunderbare Liebeserklärung, die ich von ganzem Herzen erwiderte.» Für die Tanzfreudigen spielte QL-Frontmann Pät (56) bis spät in die Nacht hinein Mundart-Hits wie «Alperose», «Ewigi Liäbi» und «Kiosk».
Liebe auf den ersten Blick
Mit jährlich rund 140 Auftritten ist Nico Brina der erfolgreichste Boogie-Woogie-Pianist der Schweiz. Schon als 14-Jähriger stand er erstmals auf einer Bühne, hat seither mehr als 4000 Konzerte gespielt. «Ich hatte das Glück, meine Berufung schon in sehr jungen Jahren gefunden zu haben», sagt der Meister der 88 Tasten. «Seither habe ich meine Berufswahl kein einziges Mal hinterfragt.»
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In seinem Liebesleben hingegen herrschte lange Zeit nicht dieselbe Klarheit. Brina hat aus erster Ehe eine inzwischen 20-jährige Tochter. Längere Zeit war er Single. In der Altjahrswoche 2015 lernte er an einem seiner Konzerte in Bern die 22 Jahre jüngere Corinne, eine medizinische Praxisassistentin, kennen. Es sei für beide Liebe auf den ersten Blick gewesen, erinnert sich der Musiker. «Amors Pfeil hat mich an diesem Abend mitten ins Herz getroffen.» Beide seien sie nicht auf der Suche nach Partnern gewesen, «doch dann hat es uns voll erwischt!»
Herrschaftliches Anwesen: Das Schloss Schwarzenburg im Kanton Bern ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung.Markus Rohrbach
Herrschaftliches Anwesen: Das Schloss Schwarzenburg im Kanton Bern ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung.Markus Rohrbach
Seit jener Zeit gehen Nico und Corinne gemeinsam durchs Leben, zogen bald in ein gemeinsames Haus etwas ausserhalb von Bern. Und merkten, dass das Leben zu zweit «eigentlich immer erfüllender wird, je länger wir zusammen sind», sagt Brina, «und das gilt bis heute». Obwohl beide ziemlich unterschiedliche Lebensentwürfe haben. Während Corinne tagsüber in einer Arztpraxis arbeitet, ist der Musiker oft abends und an Wochenenden für Konzerte in der ganzen Schweiz unterwegs. «Aber Corinne ist glücklicherweise sehr tolerant und unterstützend.»
Auch der grosse Altersunterschied sei bei ihnen nie Thema gewesen, sagt Brina. «Meine Frau ist für ihr Alter sehr reif, ich andererseits bin für meine 56 noch immer sehr jugendhaft.» Dies würde sich also perfekt ausgleichen, erklärt er lachend.
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So bat er um ihre Hand
Den Antrag machte Nico Brina in diesem Frühjahr ganz romantisch. Er stellte sein Klavier im Garten von Corinnes Götti auf, schmückte dieses mit Ballons, rollte davor einen roten Teppich aus und warf sich in Schale. «Im Beisein ihrer Familie ging ich dann vor Corinne auf die Knie und bat um ihre Hand.» Sie habe zu seiner Erleichterung sofort Ja gesagt.
Das Pflegen von Traditionen sei ihm sehr wichtig, so Brina. «Das gilt für spezielle Momente wie eben einen Hochzeitsantrag, ich mag gewisse Rituale aber auch im Alltag.» Dazu gehört, dass sich die beiden bis heute in Erinnerung an ihre Anfangszeit jeweils am Ersten im Monat mit einer kleinen Aufmerksamkeit überraschen – sie sind am 1.1.2016 zusammengekommen. «Die Idee stammt von Corinne. Und ich finde diese wiederkehrende Geste superschön.»
Bald zu dritt?
Flitterwochen sind bei den Frischvermählten noch nicht geplant. «Wir geniessen jetzt erstmals den Sommer zu Hause.» Während dieser Jahreszeit sei es ohnehin nirgendwo schöner als in der Schweiz, meint Brina. Dies auch dank des aufstellbaren Swimmingpools hinter ihrem Haus.
Weshalb das frisch vermählte Paar vorerst auf Reisen verzichtet, liegt aber wohl auch daran, dass Corinne offensichtlich in froher Erwartung ist. Darüber will Brina jedoch nicht gross reden. «Über ungeborene Babys spricht man bekanntlich besser nicht», sagt er und ergänzt geheimnisvoll: «Nur so viel: Wir wünschen uns schon länger eine Familie und können jetzt nicht glücklicher sein.