Natascha und Maruschka Monney

«Wir sind beste Freundinnen»

Die Background-Sängerinnen von Trauffer starten als Monney’s ihr eigenes Musikprojekt. Der GlücksPost zeigen die Schwestern ihre idyllische Heimat im Freiburger Sensebezirk und verraten, wie sie am besten abschalten können.

Die Schwestern ­Natascha (l.) und ­Maruschka Monney kehren immer ­wieder gern in ihr Elternhaus im freiburgischen St. Antoni zurück.
Die Schwestern ­Natascha (l.) und ­Maruschka Monney kehren immer ­wieder gern in ihr Elternhaus im freiburgischen St. Antoni zurück. Andrea Butorin

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Wer hier ankommt, staunt und ­atmet durch: Dieses Daheim könnte idyllischer kaum sein. Das Elternhaus steht am Rand von St. Antoni FR – die Einheimischen sagen «Santoni». Obstbäume und Kuhweiden umgeben das Areal, im Hintergrund thronen die Freiburger Alpen.
Zwar wohnen die beiden Schwestern Natascha (31) und Maruschka Monney (28) nicht mehr hier. Aber das Heim von Mutter Franziska Monney (62) und Stiefpapa Thomas Baeriswyl (58) ist für die Musike­rinnen immer noch ein wichtiger Ort. «Ich bin sicher ein- bis zweimal pro Woche hier», sagt Natascha Monney. «Wir dürfen auch kommen, wenn niemand zu Hause ist, um uns im Garten zu erholen oder um Früchte zu ernten», ergänzt ihre Schwester Maruschka.

Liebe zur Volksmusik verbindet

Gerade sammeln sie gemeinsam mit ­ihrem Mami Franziska Lindenblüten. Der Grossteil wird getrocknet, aus dem Rest gibt es ­frischen Lindenblüten-Eistee. «Es gibt nichts Erfrischenderes!», sind sie sich ­einig. Die drei Frauen verbindet auch die Liebe zur Volksmusik: 14-jährig traten sowohl Natascha als auch Maruschka dem Jodelklub ihrer Mutter bei, dem Echo vom Rüttihubel. Bis heute sind sie dort ­aktiv, Natascha amtet seit 12 Jahren als ­Dirigentin und Maruschka als Vize­präsidentin. Als Geschwister Monney ­besuchten sie manches Jodlerfest, viele schöne Jodlerabende und genossen ­diverse TV-Auftritte.
Eine komplett andere Szenerie erlebten die Schwestern letzten November, als sie als Background-Sängerinnen von Trauffer (47) im dreimal ausverkauften Zürcher Hallenstadion auftraten. «Das war ein einmaliges und überwältigendes ­Erlebnis», sagt Maruschka Monney. Ihr Trauffer-Abenteuer geht auch diesen Sommer ­weiter, denn im Rahmen seiner «Heubode»-­Tour treten sie mit ihm bei ­diversen Festivals auf.
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Konzentriert zeichnet Natascha Monney ihre ­Lieblingspflanzen auf ein Plakat.Andrea Butorin
Konzentriert zeichnet Natascha Monney ihre ­Lieblingspflanzen auf ein Plakat.Andrea Butorin
Die Schwestern starten gleichzeitig ein neues und eigenes Projekt: Im März gaben sie ihr Debüt als Monney’s: In einer ­Mischung aus Pop, Americana und Folk singen sie primär eigene Mundartmusik. «Wir wollen auch unsere Wurzeln ein­fliessen lassen und verwenden Jodel­elemente, sofern es passt», sagt Natascha Monney. Schliesslich wollen sie ihr Jodler-Publikum nicht vor den Kopf stossen, ­sondern im besten Fall auf den neuen Weg mitnehmen.
Mit «Imachglas» erscheint bald ihre zweite Single, und am 30. Juli treten sie in der TV-Sendung «Donnschtig-Jass» auf. «Wir wollten immer schon unsere eigenen Lieder schreiben, doch es kam stets etwas dazwischen», sagt Maruschka Monney. Die Anfrage eines lokalen Openairs habe ihnen «Füür under z’Füdle» gemacht, um das Projekt ernsthaft anzugehen.

Zeichnen und hobeln

«Rään» für Regen, «Schwiineblueme» für Löwenzahn oder, wie in ihrem Debüt-Lied «Glücklech si», «Tuuf d’Ùùge, gùgg» für «mach die Augen auf und schau»: Der ­Seisler Dialekt aus dem Deutschfreiburger Sensebezirk ist für viele Ohren ungewohnt. Für Natascha und Maruschka Monney ­dagegen ist es selbstverständlich, in ihrer Mundart zu singen. «Auch die Jodellieder, die in anderen Dialekten geschrieben sind, versuchten wir, so gut es geht auf Seislerdeutsch zu interpretieren», sagt ­Maruschka Monney.

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Mit der Senseregion sind die Monney-Schwestern eng verbunden; beide leben nur wenige Auto-Minuten vom Haus ihrer Familie entfernt. Natascha Monney wohnt mit ihrem Freund Jonas (32), mit dem sie schon seit zwölf Jahren zusammen ist, in Schmitten FR. Sie arbeitet zu 60 Prozent als Lehrerin. In ihrer Freizeit lebt sie ihr Talent für Feinarbeit aus: So häkelt sie wie Mami Franziska sogenannte «Granny Squares», kleine Patchwork-Quadrate, aus denen Kleidungsstücke, Taschen oder Dekorationselemente entstehen. Eine besonders feine Hand braucht sie für ihr weiteres Hobby, das Zeichnen. Gerade ist sie dran, ein selbst entworfenes Plakat mit ihren Lieblingskräutern und -pflanzen aus­zumalen, das ihre Küche zieren soll. «Ich liebe Kräuter und stelle selbst Tinkturen, Öle oder Tees her», sagt sie.
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Maruschka Monney kann beim Restaurieren von ­Möbeln alles um sich vergessen.Andrea Butorin
Maruschka Monney kann beim Restaurieren von ­Möbeln alles um sich vergessen.Andrea Butorin
«Zu Hause bei Mami und Thomas gibt es immer etwas zu helfen. Natascha ist eher bei der Obst- und Beerenernte dabei und ich beim Holzen», sagt Maruschka ­Monney. Auf dem Heuboden hat sie sich eine Werkstatt eingerichtet und restauriert einen alten Sekretär. Die Leiden­schaft für Holz- und Schmiedearbeiten aller Art hat sie von Thomas ­Baeriswyl übernommen. «Mit seiner ­Hilfe habe ich mir sogar ­meine Küchenmesser geschmiedet», sagt die Sängerin, die zu 60 Prozent als Logo­pädin im Berner Inselspital arbeitet. Aktuell wohnt sie in einer kleinen Wohnung voller selbst restaurierter Möbel und mit einem Plätzchen im Grünen. «Ich liebe mein Zuhause und ­blühe richtig auf», sagt sie.

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Sie trennen Berufliches und Privates

Im Duett mit Natascha ­übernimmt Maruschka schon seit der Kindheit die zweite Stimme. «Ich mache total gern mit dir Musik, es ist so einfach und eingespielt, fast schon eine Symbiose», sagt sie zu ihrer Schwester. Berufliches und ­Privates ver­suchen sie zu trennen. Wenn sie zusammen etwas unternehmen, ist die Arbeit tabu. Sie seien nicht nur «Schwoschte», sondern praktisch beste Freundinnen. Manchmal fahre Maruschka nach der ­Arbeit spontan bei Natascha vorbei, um mit ihr zu plaudern. Und manchmal rufe die eine die ­andere an und frage: «Ich habe Lust auf Pizza. Kommst du mit?»
Mit ihrem originalgetreuen VW-Bus kam Natascha Monney schon weit herum. Doch woanders leben könnte weder sie noch ihre Schwester. Dafür sind sie viel zu stark mit ihrem Seislerland ver­wurzelt.
Über die Autoren
Andrea Butorin
Als Reporterin ist Andrea Butorin für die GlücksPost in der ganzen Schweiz unterwegs.

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