Monika Kaelin ist Katholikin und geht auch an Ostern in die Kirche: Die 71-jährige Entertainerin sagt, wie sehr ihr das Auferstehungsfest am Herzen liegt und wie ihr Glaube sie geprägt hat.
Unermüdlich setzt sich Monika Kaelin (71) für die Schweizer Unterhaltungsbranche ein und kommt dabei bisweilen an ihre Grenzen. Kraft schöpft sie aus ihrem Glauben an Gott, wie sie im grossen Oster-Gespräch erzählt.
GlücksPost: Was bedeutet Ihnen Ostern?
Monika Kaelin: Ostern ist ein Fest der Freude. Man geniesst das Beisammensein der Familie und erlebt das, was man in der Hektik des Alltags oder des Berufs nicht immer kann, nämlich für einmal etwas geruhsamer sein, in sich kehren und über das Leben nachdenken. Dazu gehört für mich natürlich auch, dass ich in die Kirche gehe.
Sie gehen aber nicht nur an Ostern in die Kirche?
Nein, ich gehe regelmässig, denn das tut meiner Seele gut, ist fast wie Meditation für mich. Am liebsten besuche ich die Kirche St. Martin in Schwyz. In dieser Kirche wurde ich getauft, bekam meine erste Kommunion, wurde gefirmt. Hier habe ich geheiratet. Und 2019 meinen Mann Fritz zu Grabe getragen. Aber auch im Klösterli St. Josef, wo es nur noch sieben Schwestern hat, bin ich gerne und oft. Was für ein Kraftort das ist! Dort komme ich zur Ruhe, wenn ich gestresst bin, fühle mich geborgen und zu Hause. Nachdem ich in einer Messe war, weiss ich meist wieder, worum es im Leben wirklich geht. Der Mensch besteht ja nicht nur aus dem Geist, sondern auch aus der Seele. Diese sollten wir alle mehr pflegen.
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Um was geht es im Leben?
Eben nicht nur um Arbeit, Computer oder Handy. Sondern um Fürsorge, Harmonie und Liebe, ganz viel Liebe, die man spüren und weitergeben sollte.
Das Grab Ihres Mannes, Fritz Künzli, befindet sich auf dem Friedhof Schwyz.
Ja, in unserem Familiengrab zusammen mit meinen Eltern Anna und Ernst Kaelin-Schmucki. Dort finde ich immer Trost und Ruhe, lege meine Sorgen ab und schöpfe neue Hoffnung.
Monika Kaelin und Fritz Künzli galten als Traumpaar der Schweiz.Nicole Bökhaus/frozengrace.com
Monika Kaelin und Fritz Künzli galten als Traumpaar der Schweiz.Nicole Bökhaus/frozengrace.com
Glauben Sie an die Auferstehung?
Natürlich. Ich bin mir sicher, dass Fritz und ich eines Tages wiedervereint sein werden. Bis dahin ist er mein Schutzengel und begleitet mich überallhin. Nur weil jemand gegangen ist, bedeutet das ja nicht, dass die Beziehung zu Ende ist. Er ist einfach dort oben, ich hier unten. Aber, ja, ich glaube an das ewige Leben. Und ich glaube auch daran, dass wir es im nächsten Leben schöner haben als in diesem. Erklären kann ich es nicht, ich fühle es einfach. Man muss nicht alles immer erklären müssen.
Sie sind katholisch aufgewachsen.
Unsere Mutter war sehr religiös – auch unser Vater, der Polizeikommandant war. Bis zwanzig hatte ich nie weltliche Lehrer in der Schule, sondern wurde immer von den «Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz» unterrichtet, auch als ich im Theresianum Ingenbohl studierte. Das hat mich sicher geprägt. Die Klosterfrauen haben mir auch mein Lebensmotto mit auf den Weg gegeben.
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Wie lautet dieses?
Gutes tun und Freude bereiten. Ich versuche das im Alltag, auf der Bühne oder im Spital, wo ich aus Nächstenliebe zwischendurch als Pflegeassistentin in der Klinik Hirslanden Zürich arbeite, auch auf der Notfall-Station. Man soll nicht nur sich selber lieben, sondern auch die Menschen rundherum. Und das wird auch belohnt. Es erfüllt und stärkt mich, wenn ich andere glücklich mache oder ihnen helfen kann. Es ist ganz einfach: Wer liebt, der wird geliebt. Wer andere anständig behandelt, wird selber anständig behandelt. Umgekehrt gilt: Wer Hass sät, wird Hass ernten.
Beten Sie täglich?
Ja. Ich benutze auch immer Weihwasser, bevor ich das Haus verlasse. Das ist mein Ritual. Ich habe immer ein Fläschli dabei. Betrete ich einen Raum und spüre negative Energie, versprühe ich etwas davon, und schon wird die Atmosphäre besser. Als Glücksbringer trage ich zudem seit Jahrzehnten ein Kreuzchen mit dem Herrgott, der Jungfrau Maria und einige Heiligen als Amulette an meinem BH.
Zweifeln Sie nie an Ihrem Glauben, wenn Sie das viele Leid auf dieser Welt sehen?
Gewiss frage ich mich manchmal, wenn ich einen kranken Menschen sehe: Himmel, wie hat diese Person das nur verdient? Aber so ist nun mal die Natur, und die kann sehr unbarmherzig sein. Begreifen tun wir das oftmals nicht, und ändern können wir es auch nicht. Wir sind in so vielen Belangen machtlos, dürfen deswegen aber nie den guten Mut verlieren.
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Sie haben sich sehr gewünscht, Kinder zu bekommen, der Wunsch blieb aber unerfüllt. Haben Sie damit gehadert?
Nein. Denn manchmal muss man das Leben halt auch so annehmen, wie es ist, und das Beste daraus machen. Man kann nicht alles steuern. Das vergessen wir in der heutigen Zeit, in der so vieles kontrollierbar ist, manchmal. Wir haben nicht so viel in der Hand, wie wir meinen. Gerade die Natur können wir Menschen nicht bezwingen. Sie steht immer über uns. Im Übrigen bin ich auch so zu ganz vielen Kindern gekommen, etwa durch die Prix-Walo-Sprungbretter mit der Nachwuchsförderung und auch durch meine herzigen Grosstante-Enkelkinder.
Wie schaffen Sie es, nie den Mut zu verlieren?
Eben durch meinen Glauben. Durch die Gewissheit, dass uns der Herrgott nur so viel aufbürdet, wie wir auch tragen können. Ich glaube daran, dass er für uns alle eine Aufgabe ausgesucht hat, die wir erledigen müssen. Meine Aufgabe ist es, Freude zu bereiten, zu helfen und Menschen zu verbinden.
Nicht mehr, nicht weniger.
Genau. Das mache ich schon seit Kindertagen, als ich auf der Hochzeit eines Verwandten erstmals für die Gäste gesungen und getanzt habe. Sie hatten viel Spass, ich ebenso. Da wusste ich, welche Aufgabe für mich vorgesehen war. Auch wenn es als Unterhaltungskünstlerin oftmals hart ist, habe ich es nie bereut. Jedes Leben hat Tiefpunkte, aber danach geht’s doch meistens wieder aufwärts. Zu glauben bedeutet, Hoffnung zu haben.
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Monika Kaelin ist ausgebildete Kindergarten-Lehrerin, studierte aber auch Gesang und Violine am Konservatorium. Schon früh wurde sie als Fotomodell und Schauspielerin entdeckt, drehte auch Filme. 1975 lernte sie in einem Zürcher Nachtclub Fussball-Idol Fritz Künzli (44 Länderspiele, 15 Tore) kennen. 1985 heiratete das Glamourpaar. Kaelin nahm 1987 am Grand Prix der Volksmusik teil. Seit 1998 amtiert sie als Präsidentin und TV-Produzentin des Prix Walo, der heuer am 2. Mai im Kongresshaus Zürich zum 50. Mal stattfindet und im TV übertragen wird. Künzli starb 2019 mit 73 Jahren an den Folgen einer schweren Demenzerkrankung, ausgelöst durch die vielen Kopfbälle in seiner langen Erfolgszeit.