Marc Pircher

Der Glaube an die grosse Liebe bleibt

Ehe-Aus nach drei Jahren! Dennoch will der gebürtige Zillertaler wegen der Familie in der Schweiz wohnen bleiben. Die Hoffnung, eines Tages wieder glücklich liiert zu sein, hat der Erfolgsmusiker nicht verloren.

Doris Zimmermann

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Die steirische ­Harmonika ist ­immer dabei: Volksmusikant Marc Pircher mit seinem Lieblingsinstrument. zVg

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Er ist der Inbegriff für Stimmung und Fröhlichkeit. Das Publikum weiss, dass bei den Auftritten von Marc Pircher (47) gute Laune garantiert ist. Wie es dem Vollblutmusiker persönlich gerade geht, ist dabei eher nebensächlich. «Und das ist auch gut so», meint der Zillertaler, der in den vergangenen schwierigen Monaten so locker wie immer auf der Bühne stand. «Für mich ist es ein Geschenk, dass ich mein Hobby zum Beruf ­machen konnte. Deshalb fällt es mir auch leicht, private ­Probleme in den Hintergrund zu drängen und zu schätzen, dass ich die Leute mit meiner Musik so ­begeistern kann», sagt er. Aber klar, wenn er ­später alleine im Hotelzimmer gewesen sei und versucht habe einzuschlafen, dann habe ihn die Gegenwart eingeholt.
Seit Mai des letzten Jahres sind Marc Pircher und seine Frau Martina (50) getrennt. Sie waren sieben Jahre zusammen, wovon drei verheiratet. Martina habe den Entschluss gefasst, dass es besser sei, künftig getrennt weiterzugehen – als Freunde. «Uns ist es wichtig, dass unser fünfjähriger Sohn Luis wegen der Trennung keinen Schaden davonträgt, dass es keinen Rosenkrieg gibt», erklärt er. «Als Eltern sind wir nach wie vor eng ­verbunden. Wir kümmern uns auch gemeinsam um die Er­ziehung von Luis. Wir ziehen an einem Strang und gehen ­respektvoll miteinander um», sagt Marc.

Viel unterwegs

Noch lebt der Musiker im Kanton Zug im gleichen Haus wie seine Frau, allerdings in einer eigenen Wohnung. Mindestens einmal pro Woche fährt Marc Pircher in sein zweites Domizil in Ried im Zillertal, wo auch seine Eltern leben. Er liebt die Schweiz, bleibt im Herzen aber ein Tiroler und absolviert auch viele Auftritte in Österreich. Luis ist es gewohnt, dass sein Vater oft unterwegs und er mit dem Mami alleine ist. Umgekehrt geniesst er es aber auch, den Papi nur für sich zu haben und ihn zu begleiten. «Luis ist ein braver, sehr abenteuerlustiger, quirliger Bub, alles andere als ein Stubenhocker; bei ihm muss immer etwas laufen», ­betont Papa Marc. Er sei sehr sportlich, so mache Skifahren, Schwimmen oder Velofahren mit ihm grossen Spass.
Luis sei auch sehr musikalisch, habe ein unglaubliches Musikgehör. «Er ist bei einem neuen Song oft meine Testperson. Wenn er ihn nach einmal Vorspielen den ganzen Tag singt, ist es ein gutes Zeichen; zeigt er keine Reaktion, dann ging der Titel nicht ins Ohr», verrät der Volksmusiker. Er würde sich freuen, wenn sein Sohn irgendwann ein Instrument spielen möchte. «Den Wunsch muss Luis aber von sich aus äussern», er werde ­bestimmt keinen Druck ausüben.

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Skifahren als Ausgleich

Um den Kopf frei zu bekommen und Energie zu tanken, geht Marc Pircher im Winter Skifahren, im Sommer spielt er Golf. Und regelmässig ist er in der freien Natur anzutreffen. Er laufe dann zügig, so 10 000 bis 15 000 Schritte, powere sich ­dabei aus, lasse den Gedanken freien Lauf, erzählt er. Immer wieder denkt er dabei an seinen Freund Didi Ganshofer (64). Der Sänger der ­Paldauer erlitt im vergangenen Juni einen schweren Schlag­anfall, und dies nur einen Tag nachdem Marc seinen Kollegen bei einem Fest in Südtirol getroffen hatte. Per Handschlag habe man dort vereinbart, dass die ­Paldauer am 12. September 2026 beim Marc-Pircher-Herbstfest in Weggis LU spielen würden. «Didi sei immer sein musikalisches Vorbild gewesen und überhaupt ein Herzensmensch», so Pircher. Das Schicksal seines Freundes gehe ihm sehr nahe. Er könne nur ahnen, wie schwer der Weg zurück ins Leben, auf die Bühne für ihn sein müsse. «Noch bleibt ein bisschen Hoffnung, dass mein Wunsch, einmal mit Didi gemeinsam aufzutreten, im Herbst doch in Erfüllung geht», sagt er leise.
Und wie gross ist Marc ­Pirchers Wunsch nach Liebe? Sein aktueller Song heisst «Amore mio» – glaubt er nach zwei gescheiterten Ehen noch an die grosse Liebe? «Ja, sicher», betont er. Leider sei es jeweils nur ein Lebensabschnitt mit der ­jeweiligen Mama seiner Kinder gewesen, das tue ihm leid und er sei nicht stolz darauf, aber es sei nun mal ein Teil seiner Geschichte. «Ein Mensch, der nicht liebt, dem fehlt der ­grösste Sinn seines Lebens, die Basis zu allem. Die Liebe zwischen zwei Menschen ist das Schönste, was es gibt. Davon bin ich nach wie vor überzeugt», stellt Marc Pircher klar.

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