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Lukas Studer

Wie der TV-Mann neue Kraft tankt

Seit 25 Jahren gehört Lukas Studer zu den bekanntesten Gesichtern des Schweizer Fernsehens. Doch abseits der Kameras schlägt sein Herz für ganz andere Abenteuer: vom Alleinreisen bis hin zum Traum von einer eigenen Strandbar am Meer.

Remo Bernet

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Der SRF-Moderator war bereits fleissig, als er am Freitagmorgen mit der GlücksPost spricht: Lukas Studer (49) ist gerade zurück vom Tennisspielen mit einem Freund. «Ich habe haushoch verloren», meint der Thurgauer selbst­kritisch. Lange Zeit konnte er sich nicht vorstellen, morgens so früh aktiv zu sein. Irgendwann habe er sich aber dazu durchgerungen. «Wenn du Kinder hast, musst du auch an freien Tagen unter der Woche früh aufstehen. Nach dem Zmorge Tennis spielen zu gehen, ist grossartig: Du hast den Sport schon durch und noch den ­ganzen Tag vor dir.»
Zwischendurch steht der Vater von drei Kindern auch mit Sohn Lennox (15) auf dem Tennisplatz. «Mittlerweile habe ich keine Chance mehr – er besiegt mich meist, ohne dass ich nur einen Satz gewinnen kann», sagt Studer.

Zeit für sich selbst

Die Zeit mit seiner Familie ist ihm heilig – bewusst hat er deshalb schon früh das Pensum auf 70 Prozent reduziert. Im Sommer verbrachte er eine Woche mit seinen Liebsten in Ägypten. «Wir haben dort alle den Tauchschein gemacht», erzählt Lukas Studer. Danach begann für den SRF-Mann ein anderes Abenteuer: Alleine bereiste er zehn Tage lang Sansibar. «Es war wunderschön.» Niemand anderes aus dem ­Umfeld habe Ferien gehabt. «Statt daheim herumzusitzen, wollte ich es nach 20 Jahren wieder einmal ausprobieren, alleine zu reisen.»
Er buchte nur die ersten zwei Nächte, nahm fünf Bücher mit und tauchte fernab vom Massentourismus in eine andere Welt ein. «Sich ­selber auszuhalten, ist auch noch spannend», sagt er schmunzelnd. Er lege in den ­Ferien bewusst das Handy zur Seite und schaue auch keinen Sport. «Ich bin dann voll weg. Das ist mir extrem wichtig, damit ich abschalten kann.»
Dass Lukas Studer diese Ruhe so schätzt, hat auch mit seiner Vergangenheit zu tun. Im Jahr 2012 erkrankte er an einer schweren Hirnhautentzündung, schwebte in Lebens­gefahr und lag drei Monate lang im Dunkeln. Diese Erfahrung hat seine Lebens­philosophie nachhaltig geprägt. «Lebe einfach dein Leben. Und wenn du Lust auf etwas hast, dann mach es – denn du weisst nie, was morgen ist!», lautet sein Credo. Er ruhe in sich selbst. Bis er sich über etwas aufrege, brauche es unglaublich viel. «Das passiert sehr selten.»

Intensive Zeit

Die Ferien kamen aber auch gelegen, weil Lukas Studer ein ereignisreiches Halbjahr hinter sich hat: Er war bei den Olympischen Winter­spielen vor Ort mit dabei, reiste für ein Magazin während der Eishockey-WM durch die Schweiz und führte an der Fussball-WM im Studio durch die Sendungen. «Das war die wohl intensivste und spannendste Zeit meiner TV-Karriere.»

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Das will etwas heissen: Schon seit bald 25 Jahren ­arbeitet Lukas Studer bei SRF, seit 2009 steht er für die Sportsendungen auch vor der Kamera. Mit viel Herzblut berichtet er unter anderem über Eis­hockey, Fussball und Ski alpin. Hat er nach dieser Zeit nicht Lust auf Veränderung? Der Thurgauer sagt offen: «Vor etwa fünf Jahren habe ich mir überlegt, ob ich etwas Neues wagen möchte.» Doch Studer realisierte, dass er absolut am richtigen Ort ist. «Ich habe nach wie vor grosse Freude an meiner Arbeit, und auch wenn sich die Veranstaltungen wiederholen, gibt es ­immer wieder neue Herausforderungen.»
Damit spricht er auch sein Herzensprojekt an: Ab dem 17. Oktober zeigt SRF 1 die mittlerweile dritte Staffel von «Champion der Champions». An gleich zwei Sams­tagen in Folge führt er zur besten Sendezeit um 20.10 Uhr durch das Format. «Es ist etwas vom Schönsten, was ich je bei SRF gemacht habe», sagt er.
In der Sendung messen sich ehemalige Spitzensportlerinnen und -sportler, doch im Fokus stehen die Personen hinter den Medaillen. Für Lukas Studer ist das ein reizvoller Kontrast zum oft schnelllebigen Arbeitsalltag: «Wenn ich Interviews nach Wettkämpfen mache, geht es ums Resultat. Bei ‹Champion der Champions› geht es um die Menschen.»

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Bewegende Geschichten

Als Moderator hält er sich deshalb im Hinter­grund. «Ich führe nicht durch die Sendung im klassischen Sinn», erklärt er. Vielmehr gibt er den Legenden Raum. Schicksale wie jenes des Ex-Eishockey-Profis Kevin Lötscher (38), dessen Karriere nach einem schweren Unfall abrupt ­endete, gehen auch ihm unter die Haut. Gleichzeitig bewundert er ihn: «Zu sehen, wie Kevin heute damit umgeht, was für ein positiver Mensch er ist, haut mich um.»
Sollte Lukas Studer irgendwann die Nase vom Fernsehen doch voll haben, hat er einen Plan B im Hinterkopf. «Ich träume immer wieder von einem Leben am Meer», gesteht er. Sein Sehnsuchtsort ist Costa Rica, das er als sein «ultimatives Paradies» bezeichnet. Dort eine Strandbar zu betreiben, sei ein Traum, der tief in ihm schlummere. «Mal sehen, ob ich das irgend­wann wage.»
Über die Autoren
Remo Bernet
Remo Bernet
Remo Bernet arbeitet seit 2023 als Leiter Unterhaltung bei der GlücksPost und verantwortet zudem die digitalen Kanäle des Traditionsmagazins.

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