Mit ihrem «Rundum-Waschprogramm» hat sie sich bei der SRF-«Landfrauenküche» an die Spitze gekocht. Was die Bauernfrau, Kindergärtnerin und Vierfachmama aus Alosen ZG antreibt und welche Pläne sie nun verfolgt.
Andrea Butorin
Mit ihrem Mann und ihren vier Kindern lebt die Landfrau Irène Meier im Weiler Alosen ZG mit Blick auf den Ägerisee. SRF/Ueli Christoffel
Die Freude war gross, als Irène Meier zur Siegerin der jüngsten Staffel der SRF-«Landfrauenküche» gekürt wurde. Nun sitzt die Bauernfrau, die am 2. Januar ihren 44. Geburtstag feiert, in ihrer Küche in Alosen ZG hoch über dem Ägerisee und blickt auf die intensive Zeit zurück.
Schon lange hatte sie damit geliebäugelt, einmal bei der Sendung mitzumachen. Immer wieder animierte sie ihr Umfeld dazu. «Eine Freundin wollte mich sogar heimlich anmelden.» Sie bewirte gern Gäste und möge es schön und stimmig: «Manchmal kann ich mich dabei in Details verlieren.» Als Perfektionistin bezeichnet sich Irène Meier nicht, sie setze sich aber teils stark unter Druck. Monatelang tüftelte sie am Menüplan und am Rahmenprogramm herum. In einem Notizbuch hielt sie all ihre Ideen fest.
Ihr Mann, der Landwirt Pirmin Meier (43), brachte sie darauf, alles rund um das Thema «Wäsche» zu kreieren. Schliesslich wusste sie von Anfang an, dass ihr «Wöschhüttli», ein kleines, etwas abseits vom Hof stehendes und meist ungenutztes Häuschen, Hauptschauplatz werden sollte.
Wie Irène Meier dieses Motto am Ende umsetzte, begeisterte die angereisten Landfrauen und die TV-Zuschauenden gleichermassen. So servierte sie ihr Gruyère-Süppchen in einem Waschzuber, während sie den Hauptgang auf einem Mini-Waschbrett anrichtete. Besonders stolz ist sie auf ihre Dessert-Kreation «Herbstlich gefülltes Wöschchörbli mit Zwetschgenpüree und Zimtcrème». Das Wäschekörbchen aus Schokolade herzustellen, sei ein ziemliches «Geknorze» gewesen, sagt sie und lacht. Als Deko-Höhepunkt drapierte sie farbige Fruchtleder-Stückchen wie Wäsche an einer Leine.
In der Küche wurde Meier von ihrem Bruder Erwin Blattmann (39) unterstützt. Trotz aller Planung sei ihnen eine Kleinigkeit missglückt: «Die Sauce des Hauptgangs schmeckte nicht so gut wie beim Probeessen, irgendwie etwas bitter, aber wir haben beschlossen, uns nichts anmerken zu lassen», sagt sie schmunzelnd.
«Da kommt unser Fernsehstar»
Kaum war die Folge, in der Irène Meier ihre Konkurrentinnen bekochte, ausgestrahlt, erhielt sie zahlreiche Rückmeldungen. «Schon am anderen Morgen hat mich ein Mann beim Einkaufen angesprochen und mir gratuliert», sagt sie. «Die Sendung war cool», sagt Tochter Elena (13), die sich nach Schulschluss ebenfalls an den Küchentisch setzt. «Als ich am anderen Tag ins Klassenzimmer kam, sagten alle: Da kommt unser Fernsehstar!»
Trotzdem sagt Irène Meier: «Ich weiss nicht, ob ich heute noch einmal mitmachen würde.» Ihre Gedanken hätten nur noch um die «Landfrauenküche» gekreist und sie schlecht schlafen lassen. Und: Vereinzelt gab es auch Kritik. So las sie in einem Kommentar, es sei «stupid», einen solchen Aufwand zu betreiben. Sie sagt: «So etwas trifft einen, schliesslich sind wir keine TV-Profis.»
Was war ihr Ansporn, um bei der «Landfrauenküche» mitzumachen? «Ich wollte meine Gäste zum Staunen bringen», sagt sie. Ein Catering aufzubauen, habe sie nicht vor. Sie würde aber gern ihr «Wöschhüttli» ausbauen und hie und da Gäste bewirten. Doch der Aufwand müsse sich im Rahmen halten.
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Endlich liegen Ferien drin
Schliesslich ist Irène Meier schon mehr als nur gut ausgelastet: In Oberägeri ZG, zu dem ihr Weiler Alosen gehört, arbeitet sie an vier Vormittagen als Kindergärtnerin. Nachmittags helfe sie bei der Betriebsgemeinschaft mit, die ihr Mann gemeinsam mit einem Nachbarn führt: Dazu gehörten 55 Milchkühe, etwa gleich viele Jungtiere sowie knapp 300 Legehennen. Irène Meiers Hauptaufgaben drehen sich rund ums Trockenfutter. Am Wochenende kümmert sie sich auch um die Hühner und unterstützt ihren Mann im Stall.
«Wichtig ist mir, auch für meine Kinder da zu sein und sie schulisch zu unterstützen», sagt Irène Meier. Patrick (17), der Älteste, ist bereits in der Lehre als Zimmermann, Lara (15) beginnt im Sommer die Ausbildung zur Schneiderin. Elena und Kilian (11) gehen noch zur Schule.
Trotz des dichten Programms nimmt sich die Alösler Landfrau Zeit für ihre Hobbys: Seit fünf Jahren spielt sie in einem Frauen-Trio Alphorn. Beim Landfrauen-Besuch gab es eine Kostprobe zu hören: «Wir waren sehr nervös vor unserem ersten Fernsehauftritt.» Ein weiteres Hobby teilt sie mit ihrem Mann: Der wohl wichtigste Anlass in Alosen ist die Fasnacht. Hierfür baut das Paar jeweils einen Monat lang den Mottowagen. Irène Meier lässt durchblicken, dass sie sich dabei sehr viel Mühe geben – schliesslich sei Pirmin Meier noch perfektionistischer als sie.
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An der Alösler Fasnacht hatten sich Irène, die «ennet dem Hügel», an der Grenze zu Rothenthurm SZ, als Bauerntochter aufgewachsen ist, und Pirmin Meier schon in jungen Jahren kennengelernt. 2003 wurden sie ein Paar. Ein halbes Jahr zuvor war Pirmin Meiers Vater gestorben, und der 20-Jährige hatte direkt nach der Rekrutenschule den elterlichen Betrieb übernommen. Die Tiere bestimmten den Alltag, und mehr als vier Tage Ferien alle zwei Jahre lag für das Paar lange Zeit nicht drin.
Seit er mit seinem Nachbarn eine Betriebsgemeinschaft gegründet hat, sind für Meiers richtige Ferien möglich. 2024 reiste die ganze Familie via Paris nach Irland, um mit einem Camper den Süden des Landes zu erkunden. «Ich bin zum ersten Mal geflogen, wir waren alle so nervös», erzählt Irène Meier. Weil die Reise allen so gut gefallen habe, liebäugeln sie damit, heuer in Schweden Irène Meiers ausgewanderte Cousine zu besuchen.
Die Alösler Landfrau reist aber auch gern durch die Schweiz. «Dank der TV-Sendung habe ich nun fast in jeder Ecke jemanden, den ich besuchen kann», sagt sie. Die Landfrauen hätten sich sehr gut verstanden, und die nächsten Verabredungen stehen bereits: Mit Lorena Röösli (26) besucht Irène Meier ein Ländlermusik-Konzert, und mit allen Landfrauen zusammen geht es zu Rahel Margreth (34) auf die Schlittelpiste.
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Rezept: Duett vom Kalbs- und Rindsfilet im Speckmantel
Mit ihrem Kalbs- und Rindsfilet im Speckmantel hat Irène Meier gewonnen.SRF
Mit ihrem Kalbs- und Rindsfilet im Speckmantel hat Irène Meier gewonnen.SRF
Zutaten für 4 Personen:
2 kleine Kalbsfilets à ca. 120 g, 2 kleine Rindsfilets à ca. 120 g, Salz, Pfeffer, 1 TL Senf, 8 Specktranchen, 1 bis 2 EL Zwetschgen-Chutney, Zahnstocher oder Küchengarn, 2 bis 3 EL Bratbutter, 1 EL Butter, 2 Thymianzweige, 2 Knoblauchzehen
Zubereitung:
Den Backofen auf 80° Grad vorheizen. Eine feuerfeste Form mitwärmen.
Kalbs- und Rinds-Filets in je 4 Medaillons schneiden. Mit Salz, Pfeffer und Senf einreiben. Mit einem Pinsel die Medaillons mit wenig Zwetschgen-Chutney bestreichen. Je ein Kalbs- und Rinds-Medaillon nebeneinander legen und mit je einer Specktranche umwickeln. Mit Zahnstocher oder Küchengarn fixieren.
Bratbutter in eine Bratpfanne geben und erhitzen. Filetmedaillons portionenweise zugeben und rundum kräftig anbraten. In die vorgewärmte Form geben und 45 bis 60 Minuten garen lassen, bis die Kerntemperatur von 56 bis 58 Grad (rosa) erreicht ist.