Lamas, Landwirtschaft und «Landfrauenküche»: Die Teilnehmerin der beliebten SRF-Sendung, Sonja Rutz-Hediger, lebt mit drei Generationen und vielen Tieren in Küssnacht SZ. Wie die dreifache Mutter und Pflegefachfrau den Alltag zwischen Hof und Spital meistert.
Sonja Rutz mit Phönix und Amigo (l.), 2 ihrer 22 Lamas. Die Landfrau führt mit ihnen Trekkings durch.SRG SSR/Marion NitschSonja Rutz’ Vater und Muotathaler Wetterschmöcker Kari Hediger lebt ebenfalls auf dem Hof.Zamir Loshi
Auf dem Hof von Sonja Rutz-Hediger (46) in Küssnacht am Rigi SZ steht heute «es bitzeli Lama trainiere» an. Die Jungtiere Pegasus, Zazou und Aladin lernen für künftige Trekkingtouren. «Mit Lamas muss man auf Augenhöhe arbeiten, darf nicht überheblich sein», weiss sie. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Hanspeter (45) betreibt die Teilnehmerin der SRF-Sendung «Landfrauenküche» (freitags, 20.05 Uhr, SRF 1) einen Landwirtschaftsbetrieb und etwas Agrotourismus. «Das Lama ist ein sehr spezielles Tier. Es spiegelt deinen Charakter und lehrt dich Gelassenheit», sagt sie. «Wenn du wütend bist oder zu viel Druck machst, kann es dich anspucken.»
Ursprünglich hatte das Paar die Tiere für die Bewirtschaftung von steilen Weiden angeschafft, für welche Kühe zu schwer sind. Da die Familie im Sommer jeweils mit rund 180 Tieren auf der Seebodenalp, einem Naherholungsgebiet nahe der Rigi, weilt, kam die Idee für Lama-Trekking.
Seit 2013 führt das Ehepaar Rutz den Hof von Sonjas Eltern. Diese leben noch heute dort, wenn auch in einem anderen Haus. «Es ist ein starkes und schönes Miteinander», sagt die dreifache Mutter. «Vor allem unsere Kinder und die Grosseltern geniessen das gemeinsame Leben sehr, jassen abends oft zusammen.»
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Ihr Vater ist Muotathaler Wetterschmöcker
Sonjas Vater ist der Muotathaler Wetterschmöcker Kari Hediger (73), der das Wetter anhand des Sägemehl-Geschmacks und der «Hüslischnägge» vorhersagt. «Sägemehl haben wir schon alle gegessen», meint Sonja Rutz-Hediger. «Und dass man zwei Wochen im Voraus das Wetter am Verhalten der Schnecken ablesen kann, das stimmt.» Überhaupt habe sie wohl viel von ihrem Vater mitbekommen, denn als Landwirte lebe man stark nach dem Wetter. «Aber ich denke auch, dass viel Wissen unserer alten Leute und Vorfahren leider verloren gegangen ist.»
Sonja Rutz-Hediger ist aber nicht nur Land-, sondern auch Pflegefachfrau. In der Winterzeit, sprich jeweils ab Mitte Oktober, arbeitet sie seit zehn Jahren in der Andreasklinik in Cham ZG. Der Wechsel zwischen Alpleben und Spitalalltag habe zwei Seiten. «Einerseits habe ich immer etwas Angst, ob ich noch alles kann, da vieles im Spital auch digital stattfindet», gesteht sie. «Andererseits geniesse ich die Abwechslung.»
Da die Kinder (17, 14, 11) nun älter sind, hat Sonja Rutz-Hediger bei all ihren Tätigkeiten auch noch die Zeit gefunden, bei «Landfrauenküche» mitzumachen. «Es war eine interessante Erfahrung, einmal hinter die Kulissen zu sehen und die tollen Landfrauen kennenzulernen», sagt sie, die das Kochen wegen der oftmals fehlenden Zeit im Alltag als «Hassliebe» bezeichnet. An ihrem Hoftag ist jedoch nicht die Zeit, sondern etwas anderes herausfordernder. «Ich habe nicht in meiner Küche, sondern in jener der Alphütte Grod gekocht.» Ob es auch Sägemehl zum Probieren gab, zeigt sich in der dritten Folge, am 13. November.