Der Luzerner Mundartsänger hat sein siebtes Album «Stadt Land Fluss Poet» herausgegeben und will damit die Leute animieren, die kleinen Dinge vor ihrer Haustüre zu bestaunen. Kunz selbst tut dies auch: Seit kurzem beobachtet und benennt er Vögel.
Chiara Schmed
Musiker Kunz posiert mit einem Weisskopfseeadler im Greifvogelpark Buchs SG. Den gefiederten Tieren hat er das Lied «Vögu» gewidmet. Valeriano Di Domenico
Ha gärn Tube ofem Dach, e Spatz e minre Hand», singt der Luzerner Musiker Kunz (40) in seinem neuen Hit «Vögu». Das Lied gehört zum Album «Stadt Land Fluss Poet», welches kürzlich erschienen ist. Passend dazu spaziert der Musiker an diesem sonnigen Tag dem Vierwaldstättersee entlang. In seiner rechten Hand hält er einen Feldstecher, in der linken ein «Vogel-Büechli». Marco Kunz will heute Vögel beobachten und bestimmen – genauso, wie er es im Ornithologen-Kurs gelernt hat, den er kürzlich begonnen hat. «Es klingt langweilig, aber macht mir enormen Spass», sagt der vierfache Familienvater. Plötzlich fliegt sein Lieblingsvogel, ein Zaunkönig, an ihm vorbei. «Er ist klein, dick und singt gut, das erinnert mich an mich früher», witzelt Kunz, der als Jugendlicher im Surseer Jugendchor sang, und schaut dem Tier fasziniert hinterher.
Zwar ist er heute alleine unterwegs, aber sonst geniesst Kunz die Zeit mit seinen halbjährigen Zwillingen Anna und Ida draussen beim «Wägele». Auch mit den beiden älteren Kindern Helena (4) und Emil (5) bestaunt er gerne die Natur. Die Familie hat zu Hause sogar ein Zaunkönignest. «Das hat mir meine Frau Jenny zum 40. Geburtstag geschenkt», sagt er. Bislang habe sich aber noch kein Vogel darin eingenistet.
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Ornithologen-Kurs dank Ehefrau
Jenny (35), mit der er seit 2018 verheiratet ist, ist auch der Grund, weshalb der Sänger den Ornithologen-Kurs überhaupt besucht. Sie wusste von seiner Begeisterung für Vögel und hat ihn kurzerhand angemeldet. «Das ist das ‹Bünzligste›, was ich je gemacht habe», meint der mehrfache Swiss-Music-Award- und Prix-Walo-Gewinner schmunzelnd. Aufmerksam läuft er weiter und hält bei einer kleinen Bucht an.
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In seiner ersten Ornithologie-Stunde drehte sich alles um das Thema Wasservögel. Es ist zu erkennen, dass Kunz aufgepasst hat: Er kann die Enten, die im Wasser friedlich umherschwimmen, benennen: «Der Zwergtaucher taucht immer ab», sagt er enthusiastisch und zeigt auf das Tier, das soeben unter die Wasseroberfläche verschwunden ist.
Freude an den kleinen Dingen
Der Musiker mag die Liebe zum Detail. Es sind kleine Sachen, die dem Luzerner Freude bereiten. So sei er beispielsweise dankbar dafür, dass er jeden Morgen von Vogelgezwitscher geweckt werde. Diese Neugierde wolle er auch bei den Hörerinnen und Hörern seines neuen Albums «Stadt Land Fluss Poet» wecken. «Die Menschen sollen rausgehen und kleine Dinge bestaunen. Es warten unendlich viele schöne Sachen vor unserer Haustür, die wir feiern dürfen.» Das müssen keineswegs nur Vögel sein. «Es gibt so viel zu entdecken», findet Kunz.
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Er könnte noch stundenlang hier am See verweilen und Vögel beobachten. In naher Zukunft will Kunz unbedingt einen Eisvogel sichten. «Diese sieht man selten, da sie sehr schnell fliegen und es nicht viele davon gibt.» Doch zuerst kann der Musiker die vielen singenden «Vögel» an seinen Konzerten kaum erwarten: «Ich freue mich riesig auf die Tour und darauf, die neuen Lieder von ‹Stadt Land Fluss Poet› zu spielen!»