Jonny Fischer

«Ich tanze auf vielen Hochzeiten»

In Südafrika hat der «Diverti­mento»-Komiker soeben seinen zehnten Hochzeitstag gefeiert. Der Zuger liebt Reisen und Abenteuer. Ein Glück, kann Jonny Fischer seine Leidenschaften auch in den SRF-­Sendungen «Game of Switzerland» und «Zwei Reisen» ausleben.

Aurelia Robles

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Für «Zwei Reisen» erkundet Jonny Fischer Indien. «Ich habe noch nie etwas mir so Fremdes erlebt – und fand es faszinierend.» SRF

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Einmal quer durch die Schweiz, dazu noch einmal rund um die Welt: Komiker Jonny Fischer (46) ist in den nächsten Wochen rastlos – zumindest am TV-Bildschirm. Für die Sendung «Zwei Reisen» (freitags, 21 Uhr, SRF 1) erkundet er Indien und Bolivien und in der Show «Game of Switzerland» (21.3., 20.10 Uhr) jagt der Moderator vier Pärchen durch physische und psychische Höhen und Tiefen. «Letztere Sendung ist einerseits eine Hommage an unser Land und andererseits spannend, weil es eine Schnitzeljagd ist», sagt er. «Psychologisch ist sie interessant, weil die Pärchen gemeinsam Herausforderungen lösen müssen. So stelle ich mir Unterhaltung vor.»
In der neunten Folge finden die Spiele unter anderem in einer 80 Meter hohen Mühle im Thurgau statt. Oft absolvierte Jonny Fischer im Vorfeld die Spiele selbst. «Ausser in der siebten Folge, da war Tauchen im Trüben angesagt. Gepaart mit meiner Platzangst war dies unmöglich.»
Aktuell kann der Komiker, der ab Herbst mit Cabaret Divertimento und dem Programm «Bucket List» weitertourt, aus zeitlichen und vertraglichen Gründen nicht mehr alles ausprobieren. Aber Fischer liebt die Höhe, findet Abenteuer wie Bungee-Jumping cool, «und Geographie liegt mir einfach. Aber beim Autofahren hätte ich ‹Lämpe› mit meinem Mann. Ich denke oft, dass ich mehr weiss, als das Navigationsgerät.»

Ehejubiläum in Südafrika

Ein Superteam sind Jonny Fischer und Mann Michael Angehrn (37) beim ­Kochen, Einkaufen und Sport wie Tennis, Paddel-Tennis und Krafttraining. Auch in den ­Ferien und bei gesellschaftlichen Anlässen harmoniert das Ehepaar. «Wir haben ein gutes Gespür füreinander und merken, wenn einer nicht mehr ganz fit ist. Dann übernimmt der andere.» Zudem ver­suchen beide nicht mehr, den anderen verändern zu wollen. «Wir haben eine ­gewisse Altersmilde bekommen», findet Fischer. «Aber die Ehe ist wie Tennis. In dem Moment, in dem ich denke, dass ich die Vorhand erlickt habe, geht die nächste ins Netz. Sprich, immer wenn ich finde, so schön hatten wirs noch nie, kommt ­irgendein ‹Seich› und wir haben ‹Lämpe›.»
Nichtsdestotrotz konnte das Paar vor ­wenigen Wochen in seinem zweiten Daheim Südafrika den zehnten Hochzeitstag mit einem grossen Fest feiern. Dafür reisten einige ihrer Liebsten sogar aus der Schweiz an. «Das Fest war ein Selbstläufer, alles verlief sehr organisch und wunderbar, auch wenn wir es ganz unschweizerisch ohne Ansprache und Sitzordnung hielten.»
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Eingespielt: In Süd­­afrika zelebrierten er und Gatte Michael Angehrn (r.) mit 100 ­Gästen ihre zehn Ehejahre.Instagram
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Eingespielt: In Süd­­afrika zelebrierten er und Gatte Michael Angehrn (r.) mit 100 ­Gästen ihre zehn Ehejahre.Instagram

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Die Liebe für Südafrika entstand, weil ein Freund von Jonny Fischer einst dort wohnte und dieser darauf bestand, dass Fischer ihm nach elfjähriger Singlezeit ­seinen neuen Freund Michael persönlich vorstellen muss. «Das tat ich und bekam das Okay. Michael und ich haben uns ­sofort ineinander und in das Land verliebt.» Sprachaufenthalte, Freundschaften, eine eigene Wohnung zur Hochzeit folgten. Der Komiker begann dort die ­Programme zu schreiben und jüngst auch das Drehbuch zum Kinofilm, den er mit «Divertimento»-Duopartner Manu Burkart (48) im Sommer drehen wird.
«Rational hätte ich mich wohl nie für Südafrika entschieden. Doch ich mag Natur, Wetter, Wein und das Wichtigste: die Leute. Sie sind so offen, direkt und körperlicher im Umgang, das entspricht mir unheimlich», sagt Fischer. «Dort bin ich wie ein anderer Mensch, sprich zu 100 Prozent der Jonny, der ich bin und sein will.» Dies gelinge ihm in der Schweiz aufgrund der ­Arbeit und vieler anderer Umstände noch nicht.

Immer Freude im Gepäck

Aktuell befindet sich Jonny ­Fischer wieder daheim in Zug, voll beladen mit Eindrücken. Mit Indien und Bolivien besuchte er für «Zwei Reisen» exotische Länder und vergoss in beiden aus Ergriffenheit viele Tränen. In Bolivien war es der Anblick der grössten Salzwüste der Welt, Salar de Uyuni, die ihn berührte, in Indien das Tempelfest in einem Dorf, in dem er als erste und einzige weisse Person sofort angenommen wurde. Am meisten beeindruckt Jonny Fischer immer wieder, wie die am einfachsten lebenden Menschen oft am glücklichsten wirken. «Wieso sind sie glücklich, was ist ihre Lebensfreude? Antworten darauf versuche ich stets mit nach Hause zu nehmen.» Er selbst probiert bewusst immer wieder im Alltag seine Erwartungen und Vorurteile abzulegen. «Wir schränken uns oft mehr ein, als dass wir uns öffnen», findet er. «Und ich will selbst kleine Dinge und auch das Wetter positiv und kind­licher sehen. Ein nebliger Tag? Schön, wie dieser alles mystisch macht.»

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Eindrücklich: Der Komiker nimmt gerne und überall an Festen teil, so feierte ein indisches Dorf mit ihm.SRF
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Eindrücklich: Der Komiker nimmt gerne und überall an Festen teil, so feierte ein indisches Dorf mit ihm.SRF
160-mal hat Jonny Fischer vergangenes Jahr unterwegs in einem Hotel übernachtet. «Ich habe gerne verschiedene Einflüsse und tanze auf vielen Hochzeiten, doch vergangenes Jahr habe ich mich damit überfordert», ­gesteht er. Denn auch ein Globetrotter wie er brauche ab und an «Höhlenzeit», um zu funktionieren. Zeit, in der er einfach nur alleine und ganz Jonny ist.

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