Susan Imhasly

Ihr neues Leben am Ende der Welt

Vor dreizehn Jahren entfloh die Walliserin Susan Imhasly dem Trubel in der Schweiz und fing in Neuseeland neu an. Kurz darauf folgte ihr ihre Zwillingsschwester.

Remo Bernet

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Bei Mona Vetschs Besuch bei den Zwillingen Susan und Sabin Imhasly (v. r.) vor zwei Jahren kümmerten sie sich gemeinsam um die Schafe von Sabin. SRF

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Den Tag habe sie am Strand mit ­Surfen und Beachvolleyball spielen verbracht, darum mache sie das Interview lieber erst abends, erklärt Susan Imhasly (48), als die GlücksPost ­anruft. Eine zwölfstündige Zeitverschiebung trennt sie von der Schweiz. Seit fast 13 Jahren lebt die Walliserin in Neuseeland und gerade zur aktuellen Jahreszeit könnte sie nicht glücklicher mit dieser Entscheidung sein. «Ich hasse den Winter, den Schnee und die Kälte wirklich.»
Es sind Worte, die vielen SRF-Zuschauerinnen und -Zuschauern bekannt vorkommen: 2024 besuchte Mona Vetsch (50) Susan Imhasly und ihre Zwillingsschwester Sabin (48) in Neuseeland. Am 7. Februar wird das «Auf und davon»-Spezial (um 20.10 Uhr auf SRF 1) erneut ausgestrahlt. Noch heute erinnert sich Susan Imhasly gerne an den Dreh zurück. «Mona ist ­wirklich cool!»
Immer wieder werde sie auf die Sendung angesprochen. «Jemand sagte mir, dass er wegen ‹Auf und davon› in unsere Region gezogen ist», erzählt die Auswanderin.

Lärm in der Schweiz störte sie

An ihrer Wahlheimat im Westen der Nordinsel Neuseelands schätzt Susan ­Imhasly die Ruhe. «Ich bin hochsensibel auf Geräusche. Der permanente Lärm in der Schweiz war mir zu stressig», erklärt sie. Ausserdem sagt der ehemaligen Sport­lehrerin die Mentalität der Neuseeländer zu. «Sie sind definitiv viel entspannter. Die Leute arbeiten, um zu leben – und ­leben nicht, um zu arbeiten.»
Bis sie diese Einstellung übernehmen konnte, brauchte Imhasly einige Zeit. «Ich musste lernen, dass es nicht wichtig ist, immer mehr Geld zu verdienen. Mein Mann ist Ingenieur, er verdient genug», sagt sie. Mittlerweile packt sie deshalb in seinem Unternehmen an und setzt sonst alles auf ihre eigenen Leidenschaften.
Die Schwestern sehen sich nur selten – sie wohnen rund fünf Stunden weit voneinander entfernt.
Die Schwestern sehen sich nur selten – sie wohnen rund fünf Stunden weit voneinander entfernt.SRF
Die Schwestern sehen sich nur selten – sie wohnen rund fünf Stunden weit voneinander entfernt.
Die Schwestern sehen sich nur selten – sie wohnen rund fünf Stunden weit voneinander entfernt.SRF

Kreative Leidenschaft

Die Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern, die beide ausgezogen sind, geht, wann immer es möglich ist, surfen oder Beachvolleyball spielen. Ausserdem tobt sie sich kreativ aus: Mit Schwester Sabin hat sie sich selbständig gemacht. Sie filzen Dinge wie vegane Schaffelle und machen Schals aus feinster Merinowolle. Gar Kunstwerke stellen die beiden aus Filz her und verkaufen diese. Das Projekt vereint die zwei, die zwar ­beide in Neuseeland leben – aber fünf Stunden entfernt voneinander wohnen. «Wir sind uns trotzdem sehr nahe und telefonieren täglich.»
Ob es sie irgendwann zurück in die Schweiz zieht? Susan Imhasly muss keine Sekunde überlegen: «Nein, Neuseeland ist perfekt für mich.»

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Über die Autoren
Remo Bernet
Remo Bernet
Remo Bernet arbeitet seit 2023 als Leiter Unterhaltung bei der GlücksPost und verantwortet zudem die digitalen Kanäle des Traditionsmagazins.

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