Heinrich Müller

Ein Runder ohne Rummel

«Mister Tagesschau» wird in diesen Tagen 80 Jahre alt. Laute Töne will der ehemalige TV-Moderator und ­heutige Bluesmusiker deswegen aber nicht anschlagen. Die Ruhe in seinem Gartenparadies ist Heinrich Müller viel mehr wert als eine grosse Inszenierung.

Leo Lüthy

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Auftanken und abschalten: Heiri Müller geniesst seinen prächtigen Natur­garten.  Domicil Zeitung

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Er ist kurz angebunden: «Nein, nein, ich gebe keine Interviews anlässlich meines 80. Geburtstages. Ich habe alles abgesagt und kann nun für die GlücksPost keine Ausnahme machen», sagt ­Heinrich «Heiri» Müller am Handy. «So, und nun muss ich mich beeilen. Mein ­Wandergrüppchen wartet.» Zumindest weiss man nun, dass der ehemalige «Tagesschau»-Liebling noch immer gut zu Fuss ist.
Wenn Müller nicht wandert, komponiert er Songs für seine ­Auftritte als Bluesrock-­Musiker. Die Gigs sind zwar rarer geworden und Musiker Müller tritt fast nur noch an privaten Anlässen auf. Die Corona-Zeiten haben seiner Band das Genick gebrochen und sie Dutzende von ­Auftritten gekostet. Müller ist nun alleine unterwegs, nur mit seiner Gitarre, beige­farbenem Käppi, roten Turnschuhen und einem ­Programm namens «Das Tüpfchen auf’s i». Er singt englische Eigenkomposi­tionen mit afrikanischem Einschlag, und neu auch mal Mundartsongs wie «Julia» oder «Mis Liebeslied». Ob dies seiner Ehefrau Ruth Balami (73) gewidmet ist, bleibt ­Müllers Geheimnis. Das Ehepaar hat vor 33 Jahren in Chicago geheiratet, und später dann auch noch eine traditionelle afrikanische Hochzeit in Nigeria nachgeholt. Ruth ­Balami arbeitete bis zur Pension bei einer Schweizer Grossbank im Back-Office.

Gerne im Garten

Gemeinsam werkelt das Paar nun oft im grossen Naturgarten vor seinem Haus in Binz ZH. Wenn’s spriesst und blüht und summt, setzt sich Heiri Müller gerne auf den Gartenstuhl, beobachtet sein Paradies oder liest Zeitung. Der ehemalige News-Mann will schliesslich à jour bleiben.
Dem Magazin «Domicil» gestand Hobbygärtner Müller, dass er in der ­Dämmerung oft «barfuss ins Gras stehe und die Abendluft einatme». Die Kletterrose an der Hausecke stammt aus dem Garten seiner Grossmutter. «Sie riecht so gut wie keine andere Rose der Welt», sagt Müller. Garten, Musik und ­Menschen seien ideale Möglichkeiten, sich mit dem Älterwerden zu versöhnen. «Alles, was ich nun mache, muss mich glücklich machen.» Man mag Heiri Müller die Zeit in seinem Paradies noch möglichst lange gönnen – und wünscht ihm einen wunderbaren 80. Geburtstag.

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