Seit 20 Jahren begeistert der Umbau-Profi im Fernsehen. Für vier Wochen ist er nun auf Reisen – eine Premiere für den Innenarchitekten, der erst lernen musste, wie wichtig solche Pausen sind.
An den Stränden Australiens kann Andrin Schweizer vom Trubel der vergangenen Monate abschalten.zVg / Schweizerischer ArbeitgeberverbandEine solche lange Auszeit hatte Schweizer seit Jahren nicht mehr.zVg / Schweizerischer ArbeitgeberverbandPrivates Glück: Seit bald zwei Jahrzehnten sind Andrin Schweizer und Niels Humpert ein Paar.zVg / Schweizerischer ArbeitgeberverbandDer Startschuss für seine TV-Karriere: 2006 führte er mit Susanne Kunz (l.) und Tatjana Glemser durch die Umbausendung «Tapetenwechsel».Christian Dietrich«Happy Day»-Duo: Auch abseits der Kameras versteht er sich mit Kiki Maeder bestens.SRF
An einem menschenleeren Strand im Norden Neuseelands zu liegen und die Wärme des Sandes auf der Haut zu spüren – das war für Andrin Schweizer (56) in den vergangenen Wochen das pure Glück. «Das ist fast ein bisschen esoterisch, aber es ist wirklich einfach wahnsinnig energiegebend», schwärmt der «Happy Day»-Umbau-Profi. Vier Wochen lang bereist er aktuell mit seinem Partner Neuseeland und Australien, bevor es zum Abschluss nach Shanghai geht.
So eine grosse Reise ist eine absolute Ausnahme für ihn: Zum ersten Mal seit 18 Jahren gönnte sich der Innenarchitekt eine solch lange Auszeit. Auslöser für die lange Reise war ein beruflicher Neuanfang seines Lebensgefährten, der nach einem Stellenwechsel eine Verschnaufpause hatte.
Gemeinsame Leidenschaft für schöne Hotels
Mit Niels Humpert (47), dem ehemaligen Creative Director von Globus, ist Schweizer seit 18 Jahren liiert. Gerade die Liebe fürs Reisen verbindet die beiden. «Wir sind nie so glücklich, wie wenn wir zusammen unterwegs sind», erzählt Schweizer. Man teile die gleichen Vorstellungen von entspannten Ferien. Eine Konstante darf dabei nie fehlen: schöne Unterkünfte. Das Hotel sei das Einzige, wofür er «unvernünftig viel Geld» ausgebe, gesteht er lachend. «Wir wohnen auch in der Schweiz sehr schön und wollen da keine Abstriche machen.»
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Amüsant: Ganz ablegen kann der Umbau-Profi seine Berufung auf Reisen dann doch nie. Doppelmeter und Laser-Messgerät sind immer im Gepäck, um inspirierende Hotelzimmer sofort millimetergenau auszumessen. «Ohne geht es bei mir einfach nicht», witzelt er.
Auch wenn ihn die Arbeit nie ganz loslässt, hat Andrin Schweizer gelernt, sich bewusst Pausen zu nehmen. Denn vor zwei Jahren erlitt er ein Burnout und verbrachte zwei Monate in einer Klinik. Diese Zeit habe die harte Schale, die er sich über die Jahre unbewusst aufgebaut hatte, aufgeweicht. «Ich musste und durfte sehr viel über mich lernen», meint er rückblickend. Heute zieht er rechtzeitig Grenzen. Auch habe er kleine Tricks gelernt, die oft schon viel bewirken können. «Wenn ich wirklich gestresst bin, esse ich zum Beispiel eine Orange.» Da er diese mit beiden Händen schälen müsse, zwinge ihn das zu einer ungestörten, kurzen Auszeit abseits der Arbeit.
Denn abseits der «Happy Day»-Umbauten führt er in Zürich ein Architekturbüro mit zwölf Mitarbeitenden, das sich vor allem auf Privathäuser und Hotels fokussiert. «Die TV-Umbauten mache ich nebenbei. Sie sind für mich ein Hobby», erklärt er. Doch dieses bereite ihm nach wie vor riesige Freude.
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Wohl auch deshalb ist Andrin Schweizer schon so lange dabei: In diesem Jahr feiert er sein 20-Jahr-TV-Jubiläum. Angefangen hat alles mit dem Umbauformat «Tapetenwechsel», das nach zwei Staffeln in «Happy Day» integriert wurde. Mittlerweile hat er 88 Umbauten vor der Kamera verantwortet. «Und ich kümmere mich wirklich selbst um jedes Detail.»
Mit viel Herz dabei
Die schweren Schicksale in der Sendung holen ihn immer wieder auf den Boden der Realität zurück. «Jeder Umbau ist für mich eine Herzensangelegenheit und die Angst davor, dass es den Leuten dann nicht gefallen könnte, treibt mich an.» Doch bisher habe er auch in den Gesprächen abseits der Kameras stets gespürt, wie gross die Freude über das in neuem Glanz erstrahlende Zuhause war. «Diese Momente sind für mich nach wie vor sehr berührend.»
Doch gerade geniesse er noch die letzten Ferientage. «Es ist wirklich wunderschön hier», erzählt der TV-Mann am Telefon von Sydney aus. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit sei er dann wieder zurück in der Schweiz. Auch wenn Andrin Schweizer für Wohnträume bekannt ist, die Festtagsdekoration überlässt er seinem Partner. «Er hält das recht dezent. Für uns hat Weihnachten keinen sehr hohen Stellenwert.»