Dank der Musik funkte es einst bei den beiden. Nun bereisten sie mit Koffern voller Instrumente und ihrer vierjährigen Tochter für eine dreiwöchige Tour China.
Remo Bernet
Die Leidenschaft zum Beruf gemacht: Muriel Zeiter und Fabian Bloch können von der Musik leben. Tobias Epp
Im Solothurner 450-Seelen-Dorf Wisen herrscht eigentlich eine beschauliche Ruhe – ausser im Zuhause von Muriel Zeiter (42) und Fabian Bloch (40). Das Musiker-Paar besitzt 33 Instrumente und veranstaltet ab und an auch Konzerte in den eigenen vier Wänden. Ein Koch zaubert dann ein exquisites Sechs-Gänge-Menü, während die beiden als Duo Giovivo dazwischen die Gäste musikalisch verwöhnen.
«Es ist schon speziell: Plötzlich stehen 20 Leute in deiner Stube», meint Fabian Bloch über die Idee, die während der Pandemie entstand.
Kennengelernt haben sich die beiden vor rund 15 Jahren während des Musikstudiums in Bern. «Weil wir beim Tanzkurs die Letzten waren, die bei der Zuteilung übrig blieben, kamen wir schon da in Kontakt», erinnert er sich. Sie ergänzt: «Gefunkt hat es damals aber nicht.» Erst als er Jahre später für ein Engagement verzweifelt eine Pianistin sucht, kommen die beiden wieder in Kontakt. Der Solothurner und die Walliserin merken schnell, dass sie mehr als nur die Musik verbindet.
Sie wollten nie heiraten – eigentlich
«Eigentlich haben wir noch bei der Hochzeit gesagt, dass Heiraten nichts für uns sei», erinnert er sich und muss kurz lachen. «Da haben wir uns wohl geirrt.» Denn am 1. April 2022 geben sie sich das Ja-Wort. Ihre vierjährige Tochter Jael macht ihr Glück komplett.
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Die Kleine wächst selbstverständlich sehr musikalisch auf. «Anfangs liebte sie noch die Geige, mittlerweile ist sie ganz begeistert vom Klavier und übt da immer mal wieder», erzählt das stolze Mami.
Auch als die beiden vor kurzem auf grosse China-Tournee gingen, war Jael dabei. Innerhalb von drei Wochen gaben die beiden verschiedene Kurse und vor allem elf Konzerte in chinesischen Metropolen wie Shanghai und Peking. «Jael hat jedes davon im Saal mitgehört», sagt Papa Fabian.
Extra chinesische Wörter gelernt
Muriel Zeiter lernte gar extra einige Worte auf Chinesisch, um mit dem Publikum interagieren zu können – «aber die Sprache ist schon echt schwer». Die Besucherinnen und Besucher hätten dennoch Freude daran gehabt. Noch grösser war die Begeisterung aber, wenn Fabian sein Carbon-Alphorn auspackte. «Das richtige konnten wir natürlich nicht mitnehmen. Aber es sah schon am Flughafen aus, als ob wir eine riesige Band wären, weil wir so viele Instrumente im Gepäck hatten», schildert Bloch.
Die Begeisterung der Konzertbesucher für die Schweizer Musik war gross.RMS
Die Begeisterung der Konzertbesucher für die Schweizer Musik war gross.RMS
Ab und an hatte das Paar, das Klassik, Swing und traditionelle Musik verbindet, auch Zeit, das Land und vor allem die chinesische Küche zu erkunden. «Vieles war mega fein – aber bei den Hühnerfüssen haben wir dann abgelehnt.» Noch immer verarbeiten sie die vielen Eindrücke. Aber einstimmig meinen die Musiker: «Wir würden sofort wieder nach China!»