Ein runder Geburtstag und bald 20 Jahre Ehe: Für Sportmoderator Paddy Kälin ist die 50 nur eine Zahl. Viel wichtiger sind ihm seine Liebsten, die ihm auch im Trubel Halt geben.
Die beiden strahlen, als sie gemeinsam mit Hund Sheila einen Spaziergang durch ihren Wohnort Henggart ZH machen. Die gemeinsame Zeit geniessen Sportmoderator Paddy Kälin (50) und Ehefrau Daniela (45) gerade sehr. Erst vor kurzem ist er von den Olympischen Spielen zurückgekehrt: Fast drei Wochen war er in Bormio (I), erlebte dort im Zielbereich mit, wie Überflieger Franjo von Allmen (24) drei Goldmedaillen gewann. «Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein – irgendwann ist dann auch genug», meint der SRF-Mann lachend. Schon vor Olympia sei er viel für den Ski-Weltcup unterwegs gewesen. «Ich bin teilweise nur nach Hause gekommen, um auszupacken, die Wäsche zu machen und wieder einzupacken.»
Ehefrau Daniela hat sich längst an die vielen Reisen und die herausfordernden Arbeitszeiten ihres Schatzes gewöhnt. «Anfangs sind mir immer die Tränen gekommen», erzählt sie. Noch heute, wenn die beiden durch die Sicherheitskontrollen am Zürcher Flughafen gehen, haben sie die Bilder vor Augen, wie er 2014 zu den Olympischen Spielen in Sotschi (Russland) reiste. Weil es zuvor Terrordrohungen gegeben hatte, habe sie grosse Angst um ihren Partner gehabt. Paddy Kälin erinnert sich, wie seinen Familienmitgliedern die Tränen über die Gesichter kullerten, als er zurückblickte. «Das war wirklich schwierig für mich.»
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Seit über 25 Jahren arbeitet der Herisauer bei SRF und war hautnah dabei, als Franjo von Allmen bei Olympia drei Mal siegte.Screenshot SRF
Seit über 25 Jahren arbeitet der Herisauer bei SRF und war hautnah dabei, als Franjo von Allmen bei Olympia drei Mal siegte.Screenshot SRF
«Ein toller, liebevoller Papi»
Umso wertvoller sind ihm die Momente mit der Familie. «Er ist echt ein toller, liebevoller Papi», schwärmt Daniela Kälin. Der jüngeren Tochter, Sanni (15), helfe er regelmässig bei den Mathe-Hausaufgaben. «Er hat eine riesige Geduld, das bewundere ich an ihm.»
Mia (16) macht aktuell die KV-Lehre. Sanni startet im Sommer ihre Ausbildung zur medizinischen Praxisassistentin – genau wie ihre Mutter damals. Mittlerweile arbeitet Daniela Kälin aber als Mentaltrainerin und Hypnosetherapeutin. «Nach der Geburt meiner zweiten Tochter hatte ich gesundheitliche Probleme, doch die Schulmedizin konnte mir nicht helfen.» So habe sie sich mehr und mehr mit der Alternativmedizin beschäftigt – und dafür eine Leidenschaft entwickelt.
Auch sie arbeitet mit Sportlern
Bereits seit einigen Jahren hat sie diese zum Beruf gemacht. Ihre Kundschaft: Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Schweiz. Athleten aus allen möglichen Sportarten zählen auf ihre Unterstützung, um noch besser zu werden. Über die Namen ihrer Kunden muss Daniela Kälin aber schweigen. Es ist ihr lediglich zu entlocken, dass einer ihrer Klienten von den Olympischen Spielen mit Edelmetall nach Hause reisen durfte.
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Auch Paddy Kälin arbeitet mittlerweile nebenbei als Mentaltrainer für Sportler und Sportlerinnen – aber nicht, weil er nach über 25 Jahren bei SRF genug vom TV-Job hat. «Ich plane nicht, was ich in zehn Jahren machen will», meint er. Doch durch Daniela habe er gemerkt, dass ihn auch diese Arbeit reize. «Menschen in ihrem Denken, Fühlen und Handeln zu unterstützen, fasziniert mich enorm.»
Der TV-Moderator arbeitet seit einiger Zeit auch als Metaltrainer.Philippe Rossier
Der TV-Moderator arbeitet seit einiger Zeit auch als Metaltrainer.Philippe Rossier
Vor wenigen Tagen feierte der Sport-Mann seinen 50. Geburtstag – wobei das Wort «feiern» übertrieben ist. Er habe ganz gemütlich mit der Familie gegessen. «Mehr brauche ich nicht.» Für ihn sei der Tag nichts Spezielles. «Meine jüngere Tochter hat einen Tag nach mir Geburtstag: Am 6. März diskutieren wir also eher, was wir am 7. März machen.»
Viel Freiraum in der Beziehung
Mit dem Älterwerden habe er gar kein Problem. «Das gehört einfach dazu.» Für ihn zählt vor allem, dass er seine Liebsten um sich hat. Mit Daniela ist er in diesem Sommer 20 Jahre verheiratet – die sogenannte Porzellanhochzeit. Das Geheimnis ihrer Liebe? «Vertrauen, Offenheit und die Bereitschaft zu diskutieren. Man darf auch unterschiedliche Meinungen haben, muss aber bereit sein, einen Konsens zu finden», meint Paddy Kälin. Daniela ergänzt, dass sie sich viel Freiraum liessen. «Wir müssen nicht ständig aneinanderkleben. Auch wenn wir Ferien haben, müssen wir nicht ständig gemeinsam unterwegs sein.»
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Auch wenn er für Sportsendungen im Ausland unterwegs ist, gehen es die beiden locker an. «Wir müssen nicht jeden Tag telefonieren», erzählt er. Wegen der Zeitverschiebung und schlechtem Internet in den Hotels sei das in der Vergangenheit oft nervenaufreibend statt entspannend gewesen. Ohnehin sei er sich stets sicher gewesen, dass zu Hause alles rundlaufe. Denn: «Eine perfektere Partnerin und Mutter für meine Kinder könnte ich mir gar nicht vorstellen.»