Dario und Laura Cologna

«Mit zwei Kindern haben wir alle Hände voll zu tun»

Der vierfache Langlauf-Olympiasieger ist gerade 40 Jahre alt geworden. Vier Jahre nach seinem Rücktritt als Profi ist Dario Cologna immer noch sehr sportlich unterwegs. Zudem halten die beiden Kinder Leano und Mila ihn und seine Frau Laura auf Trab.

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Leano, Mila, Dario und Laura Cologna (von links) spazieren durch ihren Wohnort Davos. Die Kinder ­lieben es, im Schnee zu spielen. Thomas Meier

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Während im grössten Teil der Schweiz Blumen spriessen und Vögel zwitschern, herrscht in ­Davos GR noch eine winterliche Atmos­phäre. Dario Cologna (40) und seine Frau Laura (35) spazieren entlang der Land­wasser und ziehen ihre Kinder Leano (4) und Mila (2) auf dem Schlitten nach. Doch Wolken kommen auf, und es wird frisch. «Wollt ihr im Langlaufzentrum eine heisse Schoggi trinken?», fragt Laura Cologna, und die beiden beginnen zu strahlen.
2018 gewann Langläufer Dario Cologna seine vierte olympische Goldmedaille ­(siehe Box). Daraufhin wurde das Langlaufzentrum Davos zu seinen Ehren nach ihm benannt. «Wir sind oft hier», sagt er. An einem warmen, sonnigen Tag seien sie kürzlich sechs Stunden im Schnee herumgetobt. «Leano steht schon gut auf den Langlaufskiern, für Mila ist es noch zu früh», sagt Laura Cologna. Bewegung, nicht Drill laute ihre Devise: Die Kinder würden ebenso gern schlitteln oder einfach nur Schnee schaufeln.
Am 11. März ist Dario Cologna 40 Jahre alt geworden. «40! Das zu hören, ist schon krass», sagt Laura Cologna lachend. Ihr Mann relativiert: «Ich habe nicht so Mühe mit der 40, denn ich fühle mich gut und bin noch einigermassen fit.» Den Jubeltag habe er mit seiner Familie und den aus dem Münstertal GR angereisten Eltern mit einem guten Essen gekrönt. «Geburtstage sind für mich eigentlich nichts Besonderes», sagt er und fügt ­lachend an: «Laura sieht das etwas anders.» Und so wird es bald noch ein Fest mit ein paar engen Freunden geben, in einer Berghütte oberhalb von Davos.

Mehr als bloss «einigermassen fit»

Nach der Saison 2021/22 ist Dario Cologna vom Profisport zurückgetreten. Trotzdem ist er auf verschiedenen Ebenen weiterhin mit dem Sport verbunden. Vor wenigen ­Wochen ist er von seinem Einsatz als SRF-Langlauf-Experte bei den Olympischen Winterspielen 2026 zurückgekehrt. Er ­arbeitet nach wie vor mit verschiedenen Sponsoren zusammen, weibelt als Vorstandsmitglied für die Olympischen Winter­spiele 2038 in der Schweiz und absolvierte eine CAS-Weiterbildung zum Sport-Unternehmer, um weitere Optionen zu haben.
Fünf bis sechs Mal pro Woche treibt er ­aktiv Sport: «Ich bewege mich gern, und das tut mir nicht nur körperlich, sondern auch mental gut.» Dabei hat er schon mehrfach bewiesen, dass er viel mehr als bloss «einigermassen fit» ist, wie er es kokett formulierte: 2024 wurde er beim Engadiner Skimarathon Vierter, und im selben Jahr lief er den Marathon von Valencia (Spa­nien) in 2 Stunden und 22 Minuten.
Es muss bei Dario Cologna aber nicht nur ernst zu- und hergehen: Er trat schon in ­diversen TV-Unterhaltungsshows auf. Kürzlich etwa bei «Klein gegen Gross», und ab 10. April in «Shaolin Challenge» auf SRF, wo er mit anderen Schweizer Prominenten in Südkorea bei ­einem Shaolin-Meister trainiert. «Gelegentlich macht es mir Spass, bei einer Show dabei zu sein», sagt er. Die Anfrage müsse aber zu ihm passen, so lehne er auch mal Einladungen ab. Für «Shaolin Challenge» war er erstmals länger weg, er habe sich die Teilnahme deshalb gut überlegt: «Aber ich fand es eine spannende Erfahrung.»

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Der Traum von einer grossen Reise

Die heisse Schoggi ist inzwischen aus­getrunken, Leano und Mila werden langsam unruhig. Gerade jetzt, wo die zwei viel Betreuung bräuchten und es bei Mila mit dem Durchschlafen noch nicht immer funktioniere wie gewünscht, ist Laura ­Cologna froh, dass ihr Mann viel Zeit für die Familie hat: «Würde er 100 Prozent ­arbeiten, wäre es schwierig, Arbeit, Familie und Sport unter einen Hut zu bekommen.» Sie selbst arbeitet einen Tag pro Woche in ­einer Immobilienfirma. Im Sommer kommt Leano in den Kindergarten, was den Familienalltag verändern wird.
Die Familienplanung dürfte bei Colognas abgeschlossen sein: «Es stimmt für uns so, wie es ist: Mit zwei Kindern haben wir alle Hände voll zu tun», sagt Laura Cologna lachend. Als Eltern sei es ­ihnen sehr wichtig, den Kindern Respekt und Anstand zu vermitteln. «Sie sollen ­allen Menschen gleich begegnen, aber auch stark genug sein, um sich eine eigene Meinung zu bilden», sagt sie weiter.
Laura Cologna ist als Tochter der Eis­hockey-Legende Richard Bucher († 56) in Davos aufgewachsen. Nach dem Gymnasium zog auch der gebürtige Münstertaler Dario Cologna nach Davos. Die beiden lernten sich 2010 im Ausgang kennen und heirateten zehn Jahre später. «Dario und ich schauen, dass wir regelmässig etwas zu zweit unternehmen», sagt sie. Ihre Mama oder Darios Eltern übernähmen dann den Hütedienst.

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Noch immer treibt Dario Cologna fünf bis sechs Mal pro Woche aktiv Sport.Thomas Meier
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Noch immer treibt Dario Cologna fünf bis sechs Mal pro Woche aktiv Sport.Thomas Meier
Dario Cologna ist mehrsprachig auf­gewachsen: Im Münstertal spricht man den rätoromanischen Dialekt Jauer und schreibt auf Vallader. Weil seine Mama Christine aus dem Südtirol stammt, spricht sie mit ihrer Familie Südtiroler Deutsch. Mit Leano und Mila redet der Sportler ausschliesslich Bündnerdeutsch. «Es hat sich für mich persönlich einfach nicht natürlich angefühlt, mit ihnen Romanisch zu sprechen», sagt er.
Im Sommer stehen bei Colognas Fami­lienferien in Griechenland an. Bevor sie ­Eltern wurden, reisten Dario und Laura ­Cologna nach Saisonende oft in die Ferne: Sie waren schon in Thailand, den USA oder Mexiko. Wobei meist Laura den Anstoss für ferne Reisen gibt. «Es ist schon schön in Thailand, aber ganz ehrlich: Im Tessin oder einfach zu Hause in Davos gefällt es mir ­genauso gut», sagt Dario Cologna schmunzelnd.
Und doch träumen beide von einer längeren Reise mit der ganzen Familie. Laura war schon einmal in Südafrika und wünscht sich, ihrer Familie die Schönheiten dieses Landes zeigen zu können. Dario könnte sich eine Reise nach Hawaii vorstellen. Ob Südafrika oder Hawaii: Sobald die Kinder etwas grösser sind, soll es losgehen.

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Über die Autoren
Andrea Butorin
Als Reporterin ist Andrea Butorin für die GlücksPost in der ganzen Schweiz unterwegs.

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