Gemeinsam mit den Amigos unterbricht die deutsche Schlagersängerin Daniela Alfinito ihre Sommerpause für das VolksSchlager-Openair in Zofingen AG. Auf und abseits der Bühne verbindet die Altenpflegerin Musik und Menschlichkeit.
Das Klingeln hat sie fast nicht gehört, denn Daniela Alfinito (55) hat die Sonnenstrahlen in ihrem Garten mit Pool genossen. «Es ist ein Steingarten, weil ich keinen grünen Daumen habe», erzählt die Schlagersängerin im Gespräch. Da sie beruflich oft unterwegs ist, verbringt die deutsche Künstlerin am liebsten Zeit daheim. Doch für ihr Konzert am VolksSchlager-Openair in Zofingen AG am 6. August unterbricht sie ihre Sommerferien.
GlücksPost: Daniela Alfinito, was verbindet Sie mit der Schweiz?
Daniela Alfinito: Meine Fans natürlich! Und ich geniesse die Landschaft in der Schweiz und bin hier auch sehr oft mit der Band Calimeros zusammen. Wir haben einige Schlagertouren hinter uns. Es ist immer wieder schön, in der Schweiz zu sein.
Haben Sie rund um Ihren Auftritt ein paar Tage Aufenthalt eingeplant?
Wir kommen tatsächlich nur zum Konzert, das heisst, ich komme mit den Amigos. Wir befinden uns dann eigentlich in unserer Sommerpause, aber lassen uns Zofingen nicht entgehen, weil es für uns drei einfach gigantisch ist.
Die Amigos, das sind Ihr Vater Bernd und Ihr Onkel Karl-Heinz. Wie ist es, zu dritt unterwegs zu sein?
Es gibt nichts Schöneres, als mit der Familie Konzerte zu bestreiten. Ich glaube, wir suchen uns auch gegenseitig. Aber wenn ich alleine unterwegs bin, bin ich auch meistens mit anderen Künstlern zusammen und habe überall, egal in welcher Region, Fans, die mich besuchen.
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Musikfamilie: Alfinitos Papa Bernd Ulrich (l.) und Karl-Heinz sind als Die Amigos erfolgreich und auch in Zofingen mit dabei.zVg
Musikfamilie: Alfinitos Papa Bernd Ulrich (l.) und Karl-Heinz sind als Die Amigos erfolgreich und auch in Zofingen mit dabei.zVg
Wie würden Sie das Verhältnis zu Ihrem Vater und Ihrem Onkel beschreiben?
Viele fragen mich: Wer ist denn dein Vater? Ich sage meistens beide, weil beide mich grossgezogen haben. Ich bin in einer Musikerfamilie gross geworden und Karl-Heinz war immer präsent. Von ihm habe ich viel gelernt, zum Beispiel die zweite Stimme zu singen. Und Papa ist halt immer noch Papa, der mich behütet, als wäre ich ein kleines Mädchen. Er schaut, dass es mir auch ja gut geht. Aber ich denke, ich bin jetzt alt genug. (Lacht.)
Ihrem erlernten Beruf Altenpflegerin sind Sie all die Jahre treu geblieben. Was gibt Ihnen diese Arbeit?
In erster Linie hat beides mit Menschen zu tun, und ich wollte immer mit Menschen zusammenarbeiten. Zu Kinderzeiten bin ich bei meiner Urgrossmutter gross geworden. Ich habe diese Frau geliebt! Von ihr habe ich vieles gelernt, wie man durchs Leben geht, wie man sich verhält. Sie hat einen grossen Teil meines Lebens geprägt. Sie ist 99 Jahre alt geworden, und zum Schluss haben wir sie gepflegt. In der Zeit, wo sie noch konnte, waren abends immer ihre Freundinnen da. Ich habe ihnen Essen gemacht, Tee gekocht und wir sind zusammengesessen. Oft haben wir Karten oder «Mensch ärgere dich nicht» gespielt, wenn meine Eltern beruflich unterwegs waren. Diese Zeit hat mich so geprägt. Als Schülerin machte ich dann ein Praktikum. Der Beruf hat mich so fasziniert. Von älteren Menschen kann man so viel lernen.
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Vereinen Sie manchmal beide Berufe?
Nein, das trenne ich. Von montags bis donnerstags möchte ich ganz für diese älteren, hilfsbedürftigen Menschen da sein. Freitag, Samstag, Sonntag sind für mich Bühnentage. Zwar verbindet Musik, aber mit meinen neumodischen Schlagerliedern können sie weniger anfangen. Zudem haben wir im Heim unseren sozialtherapeutischen Dienst und Therapien, wo auch Musik gehört wird.
Anfang des Jahres ist Ihr neues Album erschienen, «Wer liebt, gewinnt». Ist das Ihre Einstellung?
Wir haben uns echt Gedanken gemacht, wie das Album heissen soll. Und irgendwann bin ich auf die Liebe gekommen. Die Liebe kommt irgendwann, vielleicht auf Umwegen, aber sie kommt und ist vorbestimmt. Das sagt auch dieser Titel aus. Wer liebt, der gewinnt. Es gibt natürlich auch Menschen, die sagen, dass die Liebe sie verlassen hat. Auch ich bin nach meiner Ehe viereinhalb Jahre alleine durchs Leben gegangen, sprich ohne Partner. Aber irgendwann sehnt man sich doch nach Zweisamkeit. Und ja, plötzlich war er da.
Seit zwei Jahren gehört Ihr Herz Thorsten. Wie fühlt sich die Liebe heute mit 55 Jahren im Vergleich zu früher an?
Ganz anders. Die Liebe ist wirklich intensiver. Wir kennen uns schon über 30 Jahre, und niemals hätte ich gedacht, dass er es ist. Wie gesagt, ist die Liebe vorbestimmt. Thorsten und ich sollten zueinander finden. Dennoch kostet eine Beziehung viel Arbeit, man muss über alles reden und auch das Beste daraus machen. Ansonsten geht es wieder in die Hose.
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In Thorsten fand Daniela Alfinito 2024 eine neue grosse Liebe.Instagram
In Thorsten fand Daniela Alfinito 2024 eine neue grosse Liebe.Instagram
Achten Sie auf andere Dinge, oder pflegen Sie die Liebe heute anders?
Ja, natürlich. Mit 55 lebt man noch ein bisschen intensiver, als wenn man mit 18 jemanden kennenlernt. Alles war damals salopp gesagt mässig, es gab viele Unstimmigkeiten. Mit Thorsten hatte ich noch kein einziges Mal Streit. Wir gehen sehr offen miteinander um.
Jetzt haben Sie ja auch Lieder drauf wie «Aber nicht mit mir» oder «Das kannst du echt vergessen». Sind das auch Erfahrungen, die Sie gemacht haben?
Natürlich, und ich weiss, dass viele Menschen sie auch gemacht haben, vielleicht aber nie den Mut haben werden zu gehen. Ich möchte ihnen mit meinen Liedern diesen Mut geben und das nötige Selbstvertrauen. Ich möchte, dass sie selbst herausfinden: «Bis hierhin, jetzt geht es nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich muss den Schlussstrich ziehen.» Ich bin diesen Weg auch gegangen und habe zuvor lange überlegt. Ich habe den Schritt der Trennung gemacht und nie mehr zurückgeschaut.
Nun wächst Ihr Erfolg immer mehr. Wie wirkt sich das auf Ihr Leben aus?
Die, die um mich sind, machen das alles mit, was mir guttut. Das alles ist für mich sehr schön, und das gebe ich nicht auf. Mit meinen Liedern anzukommen, ist so ein Glücksgefühl für mich. Die Menschen identifizieren sich mit meinen Liedern. Es gibt nichts Schöneres, als wenn alles stimmig ist. Und das ist in meinem Leben gerade wirklich alles.
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Persönlich
Am 11. März 1971 in Hessen als Tochter von Die-Amigos-Sänger Bernd Ulrich (76) geboren, wächst sie mit Musik auf. Nach der Schule lässt sie sich zur Altenpflegerin ausbilden und verstärkt seit 2000 die Amigos gesanglich. 2008 gelingt ihr als Solokünstlerin («Bahnhof der Sehnsucht») der Durchbruch. Aus ihrer Ehe hat sie einen Sohn. Seit 2021 ist Alfinito geschieden und heute glücklich mit Partner Thorsten (49). Sie lebt in Hungen.