Als «fliegender Engel» wird der Belgier angekündigt. Und wer ihn im Circus Knie sieht, merkt schnell: Der Vergleich kommt nicht von ungefähr. Antony César (23) schwebt an Bändern durch die Manege und sorgt mit seiner artistischen Nummer für Begeisterung beim Publikum. Sein grösster Fan begleitet ihn bei den ersten Auftritten der frisch angelaufenen Tournee: Es ist Papa Pat Bradford (66). Er steht ihm mit Rat und Tat zur Seite.
Antony César bildet mit seiner Akrobatik-Nummer den fulminanten Abschluss der Knie-Shows.Anna Stupia
Antony César bildet mit seiner Akrobatik-Nummer den fulminanten Abschluss der Knie-Shows.Anna Stupia
Vor rund zwanzig Jahren trat Bradford selbst als Artist beim Schweizer Nationalzirkus auf. «Es macht mich schon sehr stolz, dass nun mein Sohn hier auftritt», meint er mit einem Strahlen im Gesicht. Als Trainer feilt er gemeinsam mit seinem Sohn am perfekten Auftritt. Wie es ist, wenn der eigene Vater zwischendurch auch in die Rolle des grössten Kritikers schlüpft? «Schrecklich», sagt Antony César mit einem Augenzwinkern. «Nein, ich bin froh um seine grosse Erfahrung und die Unterstützung.» Nach den ersten Auftritten ist eine Art Routine eingekehrt – und sie können an freien Tagen auch die Vater-Sohn-Zeit abseits des Zirkus geniessen. «Wir waren gestern auf dem Pilatus. Das war wirklich schön», erzählt Pat Bradford.
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Antony César liebt das Risiko
Genau wie sein Vater ist Antony gerne in der Natur unterwegs. Deshalb hat er auf der Tournee sein Mountainbike dabei. Am liebsten fahre er Downhill-Strecken – zum Leidwesen seines Papis. Dieser meint: «Er liebt das Risiko auch abseits der Manege.»
Pat Bradford freut sich bereits auf die Knie-Shows in Zürich, wenn er seinen Sohn wieder besuchen wird.Remo Bernet
Pat Bradford freut sich bereits auf die Knie-Shows in Zürich, wenn er seinen Sohn wieder besuchen wird.Remo Bernet
Doch privat wie beruflich hatte Antony César stets einen Schutzengel an seiner Seite: Von grossen Verletzungen blieb er bisher verschont. Trotzdem ist es für seinen Papa nicht einfach, seinen Spross in der Manege zu sehen. «Er ist nervöser als ich», erzählt der junge Artist. Pat Bradford ergänzt: «Das liegt aber auch daran, dass du im Knie auftrittst. Besser geht es nicht mehr!» Selbst in der Manege zu stehen, reizt den 66-Jährigen nicht mehr. «Ich habe mit 15 angefangen und mit 58 Jahren aufgehört. Das war lange genug. Aber ich finde es schön, dass Antony nun der schönsten Arbeit der Welt nachgeht.» So sei der Zirkus weiterhin Teil seines Lebens.
Erst tanzte er
Für Antony César war selbst lange nicht klar, ob es ihn wie seine Eltern – auch seine Mutter war früher Artistin – in die Manege zieht. «Mein Fokus lag früher auf dem Tanzen», erinnert er sich. Irgendwann habe er das mit der Artistik verbunden. Vieles, was er für seine atemberaubende Nummer braucht, hat er sich selbst beigebracht. Der Fleiss über all die Jahre hinweg hat sich gelohnt. Er sagt: «Ich lebe meinen Traum!»