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Baschi

«Lennon stellt mein Leben auf den  Kopf»

Vom Teenieschwarm zum Familienvater: Der Mundartmusiker ist soeben 40 geworden, feiert zudem sein Vaterglück und das neue Album «Bürgin». Mit Sohn Lennon und Frau Alana ist Baschi in einen neuen, bewegenden Lebensabschnitt gestartet.

Aurelia Robles

Stolze Eltern: ­Lennon Ron ­Bürgin, das ­erste Kind von Baschi und Frau Alana Netzer, ­erblickte am 16. April das Licht der Welt.
Stolze Eltern: ­Lennon Ron ­Bürgin, das ­erste Kind von Baschi und Frau Alana Netzer, ­erblickte am 16. April das Licht der Welt.Paul Seewer/Thomas Buchwalder

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Im Alter von 17 Jahren trat Baschi zum ersten Mal in die Öffentlichkeit, sang sich in der SRF-Sendung «MusicStar» mit seiner rauchigen Stimme und dem Patent-­Ochsner-Lied «Bälpmoos» in die Herzen von unzähligen Fans. Am 6. September feierte Sebastian «Baschi» ­Bürgin seinen 40. Geburtstag. Pünktlich dazu ist das Doppelporträt «Baschi & Monika» auf SRF erschienen, in dem er sich mit seiner Mutter Monika Bürgin (66) über die vergangenen, emotionalen Jahre ausspricht.
Aus dem einstigen Talentshow-Teil­nehmer ist ein gestandener Mundart­musiker geworden, aus dem Teenieschwarm ein Ehemann – und seit April auch ein Vater. Söhnchen Lennon machte den «Bring en hei»-Sänger und Frau Alana Netzer (39) zu Eltern. Diesen neuen Lebensabschnitt begeht der Musiker, der früh seinen Vater verloren hat, mit seinem zehnten Album «Bürgin», das sich der ­Herkunft, seinen Liebsten und der Freundschaft widmet. Ab Oktober tourt Baschi durch die Schweiz. Der GlücksPost erzählt er, wie sein Leben ­heute als Vater aussieht:

Das hat sich mit Baby verändert

Die neue Nummer 1: Was sicher anders ist, ist der Fokus oder die Priorität in meinem Leben und auch in meinem Job. An erster Stelle kommt jetzt Lennon. Es dreht sich ja alles nur noch um ihn. Der hat jetzt wirklich einen grossen Platz in unserem Leben, den absolut grössten Platz, den man überhaupt einnehmen kann.
Noch mehr Respekt: Man bekommt als Mann wirklich einen anderen Blick und Respekt für die Leistung von Frauen. Wir Männer müssen mal ein bisschen den Ball flach halten. Wir können uns das gar nicht vorstellen, was Frauen und Mütter alles leisten. Das Verständnis und die Liebe für meine Frau sind gewachsen. Alana ist als Mutter geforderter. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich. Ich höre unser Baby nur, wenn es wirklich schreit.
Frisch beflügelt: Als ich das Album «Bürgin» aufgenommen habe, ist die Nachricht gekommen, dass wir Eltern ­werden. Das hat mich fest beflügelt. Ich habe das Lied «Neus Läbe» für mein Kind geschrieben. Mein Anreiz und meine Motiva­tion sind, noch lange Musik ­machen zu können und meine Fans ­glücklich zu machen. Ich bin jetzt eigentlich noch mehr motiviert und will Gas ­geben.
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Einst als Teenie-Schwarm gestartet, gehört Baschi nun seit 23 Jahren zu den erfolgreichsten Mundartmusikern der Schweiz.SRF/Christian Lanz
Einst als Teenie-Schwarm gestartet, gehört Baschi nun seit 23 Jahren zu den erfolgreichsten Mundartmusikern der Schweiz.SRF/Christian Lanz
Anderes Tempo: Früher sind Alana und ich zackig hinausgegangen zum Essen, ­zackig an den See oder am Wochenende in ein schönes Hotel. Jetzt merken wir natür­lich schon, dass wir mit Lennon ­feste Zeiten haben und uns stets ein paar Minuten verspäten. Wir nehmen ihn aber seit Anfang überallhin mit. Wir schränken ­unser Leben nicht komplett ein. Aber ­sicher gehe ich jetzt nach einem Konzert nicht mehr weiter in den Ausgang und komme erst frühmorgens völlig fertig heim. Diese ­Zeiten sind definitiv vorbei. Denn das Heimkommen ist jetzt mit ­meiner eigenen kleinen Familie etwas ­anderes, intensiver, bewusster und noch schöner.

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Rolle des Papas: Als Vater erledige ich aktuell vorwiegend das Drumherum. Sterilisiere die Schoppen, wechsle Windeln und schaue für das Grobe wie Kinderwagen und Autositz. Ich bin sozu­sagen für die Hardware zuständig. Aber später werde ich natürlich mit ihm tschuute.
Mehr Sorgen: Die Angst vor dem Vatersein, wie ich im Lied «Neus Läbe» singe, ist verflogen. Dafür warten als ­Eltern nun hinter jeder Ecke neue Befürchtungen: «Wie ist das, wenn er das erste Mal in die Kita geht? Was ist, wenn er nicht gut in der Schule ist oder er andere Kinder schlägt oder selbst geschlagen wird?» Das sind schon Gedanken, die man sich macht. Ja, mit Lennon haftet jetzt jemand an meinem Bein und stellt mein Leben schon auf den Kopf.

Das ist auch als Vater noch gleich

Gute Balance: Meine Work-Life-­Balance war noch nie schlecht oder unaus­geglichen, weil ich eigentlich manchmal auch ein recht fauler Siech sein kann. Für das neue Album habe ich genauso viele Lieder geschrieben, wie ich am Schluss ­gebraucht habe. Und ich besitze seit jeher ein Gottvertrauen, dies im Sinne der Redewendung, «dass es schon gut kommt». Sonst könnte ich dieses Musikerleben nicht seit 20 Jahren machen. Kunst oder Musik lassen sich nicht erzwingen.
Ehrliche Haut: Ich bin schon vor ­Lennon eine unglaubliche Person gewesen mit einem unglaublich guten, schönen Charakter. (Lacht.) Im Ernst, ich denke, dass ich vom Wesen her noch immer der Gleiche bin. Ich habe auch meine Flausen im Kopf und will auch Seich machen mit Lennon. Ich bin wahrscheinlich auch manchmal ein bisschen ungestüm mit ihm, besitze als Papi jetzt auch nicht plötzlich mehr ­Geduld. Alana ist da viel entspannter.

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Unabhängige Person: Ich bin mega dankbar dafür, dass ich seit 20 Jahren selbständig und mein eigener Chef bin. So kann ich mein Privatleben und den Beruf selbst koordinieren. Ich bin nach wie vor nicht verkrampft wie viele andere in diesem Business. Ich bin zwar ehrgeizig, aber ich mache mir nicht zu viele Gedanken. Der Druck kommt, wenn, dann immer von mir selbst. Klar ist natürlich, dass ich ­weiterhin Konzerte spiele. Auch werden Alana und ich künftig Anlässe besuchen.
Wertvolles Fundament: Ich bin schon immer ein Familienmensch gewesen und habe die Familie immer hochgehalten. Ich darf sagen, dass ich eine gute ­Erziehung genossen habe und hinsichtlich Werten genau richtig auf das Leben eingestellt ­worden bin. So werden Alana und ich das auch als Eltern ­machen. Wir sind gegen jede Art von Extremismus und haben ­Anstand, Respekt, Offenheit und Toleranz gelernt.
Über die Autoren
Aurelia Robles
Aurelia Robles
Seit 2023 arbeitet Aurelia Robles bei der GlücksPost als Stv. Chefredaktorin mit Fokus auf Unterhaltungsthemen.

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