Thomas Neyerlin und Sibylle Luisi

Happyend auf dem Campingplatz

Das Laufental wurde ihnen zu eng. Nach langem Suchen haben sie in Frankreich ihr Glück gefunden. Die SRF-Doku «Auf und davon» hat das Auswanderer-Paar begleitet.

Andrea Butorin

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Thomas Neyerlin mit seinem Hund Chino und Sibylle Luisi mit ihrer Pinia. Das Paar ist mit ­seinen Tieren nun in der französischen Region Centre-Val de Loire daheim. SRF

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Im dritten Lebensabschnitt von Laufen BL ins Burgund auszuwandern, um dort einen Campingplatz zu übernehmen, war der grosse Traum von Sibylle Luisi (58) und Thomas Neyerlin (61). Acht Monate waren sie schon in Verhandlung mit einem Verkäufer, dann platzte das ­Geschäft. In der neuen Staffel der SRF-­Doku «Auf und davon», die ab 2. Januar freitags um 21 Uhr auf SRF 1 läuft, wird das Paar durch alle Hochs und Tiefs von 2025 begleitet. Thomas ­Neyerlin hatte nach 35 Jahren ­seinen Dienst als Polizist im Baselbiet quittiert, und ­Sibylle Luisi kündigte ihre Stelle als Buchhalterin und Sekretärin in einem Recyclinghof.
Die beiden lernten sich vor elf Jahren auf einer Dating-Plattform kennen. Beide ­haben zwei erwachsene Kinder, aber keine Enkel. «Sibylle ist so eine liebe Frau und eine gute Mutter für ihre Söhne», sagt ­Thomas Neyerlin. Seine Partnerin verteilt Retour-Komplimente: «Thomas ist ein ­lustiger Familienmensch, auf den man sich verlassen kann.» Nach über 35 gemein­samen Campingferien in Frankreich ­beschlossen sie, ins Land ihrer Träume auszuwandern. «Wir wollten uns verwirk­lichen und mussten das jetzt machen, da wir schon um die 60 sind. Sonst hätten wir das vielleicht bis zum Lebensende ­bereut», sagt Thomas Neyerlin.

Haus untervermietet

Vor einem Jahr wurde es ernst: Weil sie schon einen Untermieter für ihr Haus in Laufen, aber noch keinen Campingplatz gefunden hatten, zogen sie in ihren neuen, zwölf Quadratmeter grossen Wohnwagen. Mit an Bord ihre beiden Hunde, ihre ­Katze und die allernötigsten Utensilien. Alles ­andere lagerten sie in zwei Containern ein.
Sie besichtigten insgesamt 15 weitere, zum Verkauf stehende Plätze. Nach einem halben Jahr wurden sie beim Camping Le Cormier im Dörfchen Obterre endlich ­fündig. Er liegt in der Region Centre-Val de Loire unweit der berühmten Loire-­Schlösser sowie des Naturparks Brenne mit seinen unzähligen Seen. Dieser Park gilt als einer der besten Orte in ganz Frankreich, um Vögel zu beobachten. Obwohl diese ­Region weiter weg ist als das erträumte ­Burgund, ist das Baselbieter Paar heute glücklich, wie alles gekommen ist. Frankreich ist nach wie vor das Lieblingsland der beiden: «Wir geniessen hier die Ruhe, die Weite und die Natur», sagt ­Sibylle Luisi. Neyerlin ergänzt: «Sobald wir wieder ins Laufental kommen, wird uns alles zu eng.»

Pool und Snackbar

In Obterre wohnen sie unterdessen in ­einer Zweizimmerwohnung auf ihrem Camping. Obwohl sie den Platz in gutem Zustand übernommen hatten, haben sie schon einiges renoviert. Im Frühling wollen sie einen Pool bauen, weil die nächste Badegelegenheit eine halbe Stunde entfernt ist. Auch ihre neue Snackbar soll dann aufgehen. Ein weiteres Ziel des Paares ist es, dass der Campingplatz mit drei bis vier Sternen ausgezeichnet wird.

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Wie in der Dok-Reihe zu sehen ist, mussten Sibylle Luisi und Thomas Neyerlin ­einen traurigen Schicksalsschlag ein­stecken: Ihr guter Freund René hätte gemeinsam mit ihnen auswandern wollen, um mit anzupacken. Aber René ist just am Tag, nachdem sie ihm verkündet hatten, endlich einen Platz gefunden zu haben, verstorben. Bislang haben die beiden den ganzjährig geöffneten Camping alleine bewirtschaftet. Doch für den Start ihrer ersten «richtigen» Saison ist Hilfe in Sicht: Der Grosscousin von Neyerlin wird ihnen ab dem Frühjahr unter die Arme greifen.

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