50 zu werden, bereitete der Berner Moderatorin etwas Mühe. Plötzlich war sie mit der Menopause konfrontiert. Heute weiss Angélique Beldner, was ihr guttut, und sieht auch Positives in dieser Lebensphase. Sie erklärt, warum sie ihren Geburtstag trotzdem nicht gefeiert hat.
Eigentlich hätte Angélique Beldner dieses Jahr mit ihrer Familie ein rauschendes Fest feiern wollen. Gründe gäbe es mehr als genug: Am 8. Januar ist die TV-Moderatorin und Redaktorin 50 Jahre alt geworden. Am selben Tag wurde auch ihr älterer Sohn, der das Gymnasium besucht, 18 Jahre alt und damit volljährig. «Mein Mann wird dieses Jahr ebenfalls 50. Ausserdem sind wir seit zehn Jahren verheiratet und seit 20 Jahren ein Paar», zählt die Bernerin auf. Zu guter Letzt hat auch ihr jüngerer Sohn etwas zu feiern: Nach einer intensiven Findungsphase hat der 15-Jährige seine Traum-Lehrstelle gefunden und startet nach den Sommerferien mit der Ausbildung.
Doch wie es das Wort «eigentlich» verrät: Trotz all dieser Gründe verzichtet die Familie Beldner darauf, eine grosse Party auszurichten. «Dafür ist derzeit schlicht kein Geld mehr vorhanden», sagt Angélique Beldner halb ernst, halb schmunzelnd. Die Familie ist kürzlich innerhalb von Bern umgezogen und hat neue Anschaffungen gemacht. Die gemütliche Wohnung sei etwas kleiner als die frühere. Schliesslich stehen die Söhne an der Schwelle zur Selbständigkeit: «Aber es gibt immer noch reichlich Platz für alle.»
Wenig Wissen über Menopause
50 zu werden, habe ihr tatsächlich ein paar Tage lang Mühe bereitet, sagt Angélique Beldner. Sie erinnere sich noch gut an das Gefühl, das sie beim 40. Geburtstag verspürt hatte: «Ich fühlte mich stark, lebenserfahren und selbstsicher genug, um auch mal Nein zu sagen, wo ich früher vielleicht eher nur geschluckt hätte.» Zehn Jahre später würden sich nun die einen oder anderen gesundheitlichen Gebresten bemerkbar machen. «Und so fühlte ich mich plötzlich alt.»
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Sie wurde zudem mit einem neuen Thema konfrontiert: der Menopause. Sie habe festgestellt, dass zahlreiche, vermeintlich atypische Beschwerden damit zusammenhängen können: «Ich hatte zum Beispiel starke Gelenkschmerzen und plötzlich auch Herzrasen», sagt Beldner. Im ersten Moment habe sie sich Sorgen gemacht, heute sei sie sich fast sicher, dass die Symptome auf diesen Wandel des Körpers zurückzuführen seien. «Über die Menopause wird heute zwar viel selbstverständlicher gesprochen als noch vor wenigen Jahren», sagt sie. «Dennoch fehlt es vielen an Wissen. Auch ich habe gemerkt, dass ich darüber kaum Bescheid weiss.»
Inzwischen habe sie sich mit Hörbüchern oder Podcasts weitergebildet. Viele Frauen in dieser Lebensphase stehen vor der Entscheidung, ob sie zur Linderung und Prophylaxe der Beschwerden eine Hormonersatztherapie machen sollen. Dazu hat Angélique Beldner noch keine abschliessende Meinung.
Sie hat aber Mittel gefunden, die ihr guttun und helfen. «Am Wichtigsten ist es, dass ich auf mich selber achtgebe.» Dafür habe sie sich eine breite Palette an «Werkzeugen» angeeignet. So begann sie zu meditieren, Hypnose – auch Selbsthypnose – sowie Yoga zu machen. Und sie versucht, viel Zeit in der Natur zu verbringen. Lange habe sie unter chronischen Schmerzen in der Hüfte gelitten und diese mit allen möglichen Behandlungen versucht zu bekämpfen. Dank Hypnose seien die Schmerzen verschwunden.
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«Das gibt mir viel»
Während sich in Angélique Beldners Privatleben viel verändert hat, ist ihr Leben beruflich beständiger: Seit sie letzten Sommer aufgehört hat, die Mittags- und Vorabend-«Tagesschau» zu moderieren, steht sie im Rahmen ihres Teilzeit-Pensums bei SRF etwas weniger stark im Rampenlicht. Hinter den Kulissen arbeitet sie als Reporterin und Redaktorin sowie als Co-Leiterin des Korrekturdienstes für die SRF-Nachrichtensendungen.
Am Bildschirm ist sie seit 2020 als Moderatorin der erfolgreichen Montagabend-Sendung «1 gegen 100» zu sehen. Sie liebe ihre Quizshow und sagt: «‹1 gegen 100› gehört für viele Menschen unterschiedlicher Generationen zum Montagabend dazu. Das gibt mir sehr viel.» Gerade steckt Angélique Beldner in einer intensiven Phase: Zum ersten Mal wird «1 gegen 100» an vier langen Wochenenden am Stück aufgezeichnet: «Das fühlt sich an wie ein Marathon.» Denn es brauche viel Energie, für jede Sendung präsent zu sein und jeder Kandidatin, jedem Kandidaten, aber auch den 100 Menschen an der «Wand» gerecht zu werden.
Angélique Beldner moderiert die beliebte Quizsendung «1 gegen 100» seit sechs Jahren.RMS
Angélique Beldner moderiert die beliebte Quizsendung «1 gegen 100» seit sechs Jahren.RMS
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Diesen Samstag gibt es wieder einmal ein abendfüllendes «1 gegen 100 – Promispecial». Drei Teams mit Prominenten wie Moderator Nik Hartmann (53), Sängerin Sina (59) oder Profi-Fussballerin Ana-Maria Crnogorčević (35) treten gegeneinander an und spielen gemeinsam für einen guten Zweck (20.10 Uhr auf SRF 1).
Beldner tourt ausserdem immer noch mit ihrem zweiten Buch «Rassismus im Rückspiegel», das im letzten Sommer erschienen ist, durch die Schweiz. Darin beschreibt sie ihre Erfahrungen mit dem Thema Rassismus. «Die Lesungen sind für mich so bereichernd, und ich mache kaum negative Erfahrungen.»
Loslassen, aber weiter da sein
Beldners kurzer «Geburtstagsblues» ist inzwischen verflogen. «Ich bin zufrieden und dankbar für das Glück, das ich in meinem Leben habe», sagt sie strahlend. Auch die Menopause bringe Positives mit sich. «Sie hat entlastende Aspekte. Man sieht vieles entspannter.» Bei ihren Söhnen sei Loslassen nun zwar ein grosses Thema. Ihr sei es aber wichtig, sie auch als Erwachsene weiter zu begleiten. Letzten Sommer erfüllten sich Beldners mit einer Reise durch Amerika einen Familientraum. Dieses Jahr wollen sie vor allem ihr neues Daheim geniessen.
Wie hat sie nun aber eigentlich ihren 50. Geburtstag gefeiert? «Moment, ich muss kurz überlegen», sagt sie. Nach einer Denkpause erinnert sie sich wieder an das gemütliche Abendessen mit ihrem Mann und den beiden Söhnen. «Kurz darauf haben mein Mann und ich uns ein schönes Wochenende gegönnt.»