Dem Publikum des Schweizer Fernsehens ist Andrea Vetsch (50) bestens bekannt. Als eines der Aushängeschilder der «Tagesschau»-Hauptausgabe berichtet sie abends jeweils von den weltweit wichtigsten Ereignissen. Doch nun ist die Zürcherin für einmal in einem ungewohnten Umfeld am Bildschirm zu sehen. Statt im Nachrichtenstudio nimmt sie am 16. Juli am Zürcher Seeufer in Horgen ZH Platz. Dann ist Andrea Vetsch zu Gast im «Donnschtig-Jass» (20.05 Uhr, SRF1), sprich bei Kollege Rainer Maria Salzgeber (56), und von einer privateren Seite zu erleben. «Ich bin eigentlich froh, kann ich im Alltag eine Sendung machen, bei der es primär um den Inhalt geht und nicht um mich», sagt sie. «Aber ich freue mich sehr auf einen lauen Sommerabend mit diesem sympathischen Moderationsteam, auf die Musik-Acts und auf den Austausch mit dem Publikum.» Insbesondere die Lokalität direkt am Wasser hat es ihr angetan: « Ich bin so gerne am Wasser, bade sehr gern, habe das Segelpatent. Ich bin ein absoluter Sommertyp! Für einmal ausserhalb des Studios zu sein, mit Live-Publikum und Musik, das ist schon speziell.»
Beim «Donnschtig-Jass» spielt Andrea Vetsch zwar nicht selbst mit, eine Jasserin ist sie dennoch durch und durch – und das schon von Kindesbeinen an. «Ich komme aus einer Jassfamilie. Mein Vater hat meinem älteren Bruder und mir schon früh das Spiel beigebracht und wir haben viele Sonntagnachmittage jassend verbracht.» Später folgten Jassrunden im Skilager, und während der Unizeit wurde in der WG regelmässig Karten gespielt. «Da haben wir nächtelang durchgejasst, vorher fein gegessen und das eine oder andere Glas Wein getrunken.»
Das Spiel liegt in der Familie
Heute, da sie eine eigene Familie hat, gibt sie das Schweizer Kultkartenspiel an Tochter Ella (13) weiter. «Diesen Sommer sind wir es in der Badi gerade wieder etwas am Auffrischen und sie zeigt jetzt auch mehr Interesse daran.» Am häufigsten jasst Andrea Vetsch mittlerweile jedoch digital via App. «Ehrlich gesagt viel mehr, als mir lieb ist. Ich bin schon fast süchtig.»
Überhaupt wird in der Familie Vetsch gerne gespielt. Früher Monopoly, Spiel des Lebens oder Rummie – heute vor allem Brändi Dog, Tutto oder Qwirkle. «Wir haben Schränke voller Spiele daheim», gesteht Vetsch. «Wir machen oft Gesellschaftsspiele, meine Eltern spielen natürlich auch mit meiner Tochter.» Ehrgeizig sei sie dabei aber kaum – mit einer grossen Ausnahme: «Beim Scrabble verstehen wir keinen Spass. Das spielen mein Mann, meine Tochter und ich am liebsten. Dort haben wir eine ganz strenge Auslegung: keine Städte, keine Namen und keine englischen Ausdrücke.»
Unterwegs in der Schweiz
Nicht nur mit Jassen ist Andrea Vetsch aufgewachsen, sondern auch mit anderen bodenständigen Aktivitäten. «Mit meinen Eltern bin ich als Kind viel und oft gewandert, ob im Tessin oder im Engadin. Das war damals für mich natürlich ein Müssen und ich habe oft pfuttered.» Bis heute zählen Wandern oder Skifahren nicht zu ihren Lieblingstätigkeiten, «aber wir verbringen gerne Ferien in der Schweiz, in Falera GR oder im Maggiatal, haben auch schon mit dem Velo die Drei-Seen-Rundfahrt gemacht.» Auch im Alltag setzt die Zürcherin auf klassische Werte: «Bei gewissen Sachen bin ich schon sehr korrekt, ich lege grossen Wert auf Anstand. Mich nervt es zum Beispiel, wenn jemand im Tram die Schuhe aufs Polster legt.»
Unbeschwerter Sommerabend
Beim «Donnschtig-Jass» teilt sich Vetsch die Gästeliste mit Mundartgrössen wie Bligg (49), Gölä (58) und Beatrice Egli (38). Hört die News-Frau privat auch Mundartmusik? «Mein erstes Konzert war tatsächlich Patent Ochsner als Teenager und ich mochte auch Züri West», erzählt sie. «Diesen Sommer besuche ich mit meiner Tochter ein Konzert von Lo & Leduc – aber das ist dann schon eher die Musik meiner Tochter.»
Schlager, Spass und Spiel – für Andrea Vetsch ist der Ausflug ins Unterhaltungsfernsehen eine willkommene Abwechslung zum oft bedrückenden News-Alltag. «Ich freue mich auf eine gewisse Leichtigkeit», gesteht sie. «Beim Arbeiten beschäftigen uns doch heute oftmals schwere und belastende Themen. Und an diesem Sommerabend ist es für einmal unbeschwert und geht weder um Trump, noch um Krieg oder Krisen, sondern ums Spiel, den Sommer und das Zusammensein mit dem Publikum.»