Mit ihrer aufgeweckten Art begeistert die Moderatorin seit Jahren das grosse TV-Publikum. Privat lässt sie es hingegen gern ruhiger angehen und schätzt ihr Glück in der Ferne.
Es geht endlich wieder los! Andrea Kiewel (60) öffnet die Tore zu ihrem «Fernsehgarten» (sonntags, 12 Uhr). Auch nach 40 Jahren ist die Gute-Laune-Sendung ein Publikumsmagnet, Woche für Woche beschert sie dem ZDF Traumquoten. Das liegt auch an der Gastgeberin, die mit viel Leidenschaft durch die Party-Show führt – und die Jubiläumssaison kaum erwarten kann.
GlücksPost: Sonntagvormittag ist für über eine Million Menschen «Fernsehgarten»-Zeit. Wie sieht eigentlich Ihr ganz persönlicher idealer Sonntag aus, wenn die Kameras einmal nicht laufen?
Andrea Kiewel: Ich nehme den Liebsten und den Hund. Wir gehen ans Meer oder in die Wüste. Wir segeln oder besuchen Ausstellungen. Wir spielen «Uno» und «Hitster». Alles unterm Radar und jenseits der sozialen Medien.
Sie feiern in diesem Jahr 40 Jahre «Fernsehgarten» – und das in Ihrer 25. Saison. Was macht das Format für Sie noch immer aus?
Die Magie des «ZDF-Fernsehgartens» ist es, dass er jeden Mai neu zu mir und meinen Zuschauern kommt. Natürlich sind mein Team und ich schon ab November mit der Vorbereitung der nächsten Saison beschäftigt. Aber jeden Mai geht es neu los. Freibäder, Eisdielen und der «Fernsehgarten» – das ist der Sommer, das ist jedes Jahr eine neue Portion grosses Glück.
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Welchen Moment aus dieser Zeit werden Sie nie mehr vergessen?
Ich begrüsse die rund 5000 Zuschauer auf dem Lerchenberg immer schon vor der Sendung beim Warm-up. Diese Herzlichkeit und die Freude, mich zu sehen – das ist seit dem 4. Juni 2000 wie eine Liebeserklärung. Manchmal kommen mir vor Rührung die Tränen, wenn die Menschen «Kiwi, Kiwi!» rufen oder stolz auf ihre T-Shirts zeigen. Und was darauf ist? Eine Kiwi!
Was durften Sie durch die Sendung über sich selber lernen?
Dass ich, egal, wie oft ich diese Show präsentiere, immer 90 Sekunden vor Beginn vor Aufregung sterben möchte. Es nutzt sich nicht ab, es wird nicht besser.
Wie feiern Sie das Jubiläum?
Schon die erste Show wird ein Knaller. Wir feiern die 40 Jahre mit vielen verschiedenen Themen: von der 90er-Show über Italo-/Pop-Schlager, Discofox, Mallorca. Es ist also der «Vier-Jahrzehnte-Fernsehgarten» bis zum Oktoberfest. Und dann mitten im August zum ersten Mal unsere grosse «Weihnachtsparty». Warum? Weil wir's können!
Immer wieder wechselte die Moderatorin in ihrer Karriere die Sendungen – nur dem «Fernsehgarten» bleibt sie mit einem kurzen Unterbruch seit dem Jahr 2000 treu.imago stock&people
Immer wieder wechselte die Moderatorin in ihrer Karriere die Sendungen – nur dem «Fernsehgarten» bleibt sie mit einem kurzen Unterbruch seit dem Jahr 2000 treu.imago stock&people
Auffallend ist, wie oft Schweizer in Ihrer Sendung zu Gast sind.
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Wir lieben Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz. Sie sind erfolgreich und nah am Publikum, sie sind ein liebenswerter Teil der grossen «Fernsehgarten»-Familie.
Im vergangenen Jahr gab es gar eine Sendung zur Schweiz. Hand aufs Herz: Haben Sie seither nochmals Rösti gemacht?
Die Deutschen lieben die Schweiz. Ihr seid für uns wie Verwandte – mit einer ulkigen Sprache. Ich liebe das Essen, kann Rösti und Zürcher Geschnetzeltes und bereite es auch für die Familie und Freunde zu. Raclette ist mein Favorit, leider ist es dafür in Israel selbst im Winter zu warm.
Haben Sie einen Schweizer Liebling, den Sie gern auf eine Rösti treffen würden?
DJ Bobo begrüsste ich vor vielen Jahren in unserer Show. Es wäre eine grosse Ehre und Freude, käme er in unserer Jubiläumssaison zu mir. Träumen darf man ja ...
In einer Welt, die sich laufend verändert, bietet der «Fernsehgarten» Beständigkeit. Was ist Ihr Anker, wenn es in Ihrem Privatleben mal stürmisch zugeht?
Mein ausgeschaltetes Handy. Und das aktuelle Buch, gern mit einer Tasse Espresso im Café oder am Strand. Und natürlich mein Hund. Er ist seit 13 Jahren mein treuester Freund, mein bester Begleiter bei Sonne und Sturm.
Sie wirken immer voller Energie. Verraten Sie uns Ihr Geheimnis: Wie halten Sie sich fit?
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Mein Privatleben und mein Berufsleben ergänzen sich hervorragend. Ich habe das grosse Glück, beides haben zu dürfen: diesen riesigen Applaus und die perfekte Privatheit in Tel Aviv. Geht es dort heftig zu, heilen mich meine Kollegen und der «Fernsehgarten» in Mainz. Bin ich am Ende einer langen Saison sehr erschöpft, springe ich montags sehr früh in Tel Aviv ins Meer. Es ist perfekt! Amen.
Privat hatten Sie im letzten Jahr ein grosses Jubiläum: Ihren 60. Geburtstag. Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um?
Gesund älter werden zu dürfen, eine liebe Familie und eine grosse Liebe zu haben, das bedeutet Glück für mich. Ich lebe das Leben, welches ich leben möchte. Mehr geht nicht.
Was bedeutet Glück für Sie?
Ich freue mich über meine weitere – ich klopfe dreimal auf Holz – sehr langfristige Zusammenarbeit mit dem ZDF, dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Und auch stolz! Teil dieses einmaligen Teams zu sein, ist mein allergrösster beruflicher Erfolg.
Wovon träumen Sie?
Ich träume von Frieden auf der Welt. Von Gesundheit und Wohlergehen für meine Liebsten. Und dass es mir gelingt, ein neues Buch zu schreiben.
Persönlich
Die gebürtige Berlinerin Andrea Kiewel startete ihre Laufbahn als Lehrerin und Leistungsschwimmerin, bevor sie das Publikum im Sturm eroberte. Seit 2000 ist sie die Gastgeberin des «ZDF-Fernsehgartens» und gehört zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Unterhaltungsbranche. Kiewel hat zwei mittlerweile erwachsene Söhne aus früheren Ehen. Ihr Herz hat sie an Israel verloren, wo sie mit ihrem Partner lebt und die Zeit abseits der Fernsehkameras geniesst.