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Autsch, ein Krampf!

Frau mit Wadenkrampf

Er ist zwar meistens harmlos, aber höllisch weh tut er trotzdem: Ein Wadenkrampf überfällt seine Opfer meistens im Schlaf. Was tun?

 

Eine unangenehmere Art, wach zu werden, gibt es kaum: Wenn sich im Schlaf die Wadenmuskulatur zusammenzieht und nicht mehr von selber löst, entsteht ein Schmerz, der einen sofort aus allen Träumen reisst und nach einer Reaktion schreit: Den Fuss Richtung Schienbein hochziehen oder ganz fest auf den Fussboden auftreten sind die beiden effizientesten Sofortmassnahmen bei einem Wadenkrampf. Auf diese Weise lässt sich der verkrampfte Muskel wieder dehnen, der Schmerz lässt nach.

Beruhigend: Wadenkrämpfe sind nichts Ungewöhnliches. Vier von zehn Menschen leiden hin und wieder darunter. In der Regel sind sie unbedenklich. «Die Ursachen sind mannigfaltig und hängen häufig mit dem Ernährungszustand oder der Belastung zusammen», erklärt Sportarzt Dr. med. Walter O. Frey von movemed in Zürich. Flüssigkeitsmangel ist ein häufiger Grund, damit einhergehend auch ein Mangel an Elektrolyten, eine Störung im Mineralstoffhaushalt. «Es kann aber auch eine Fehlbelastung oder eine Überbelastung des Muskels vorliegen. Das ist nicht nur bei Sportlern so, die sich übernommen haben, sondern kann zum Beispiel auch passieren, wenn man wegen Arthrose- oder anderer Schmerzen eine Fehlstellung einnimmt, sich falsch bewegt. Häufig hat man aber auch einfach zu wenig getrunken.»

Heilmittel Magnesium?
Und wie ist das mit dem Magnesium, das als Allerweltsheilmittel bei Muskelkrämpfen gilt? «Wir haben heute eigentlich in der Nahrung genügend Magnesium», weiss Dr. Frey. «Ausserdem ist ein Magnesiummangel sehr schwierig zu messen. Man findet das Magnesium im Plasma, müsste es aber eigentlich in den roten Blutkörperchen nachweisen können. Die Fehlerquelle bei Messungen ist so hoch, dass der Wert für Sportler kaum etwas aussagt. Ein Versuch mit einer Magnesiumkur über ein bis zwei Monate kann trotzdem nicht schaden, wenn ein Mangel vermutet wird.»

Dass Muskelkrämpfe häufig im Ruhezustand und sehr häufig nachts auftreten, hat übrigens seinen Grund: Das Gleichgewicht zwischen Erregbarkeit und Ruhe der Muskulatur, die Anspannung in Kopf und Muskeln stimmt in diesem Augenblick nicht ganz überein. Der Mechanismus ist vergleichbar mit jenem, der uns beim Einschlafen manchmal heftig zusammenzucken lässt.

Nicht immer meldet sich ein Krampf im Unterschenkel – auch in den Füssen und im Oberschenkel kann er ganz schön unangenehm sein. «Diese drei Muskelpartien werden am häufigsten malträtiert», so Dr. Frey.

Auch wenn Muskelkrämpfe an sich harmlos sind: «Wenn der Körper ein Problem anzeigt, sollte man es nicht einfach verdrängen», rät der Facharzt. Bevor man aber gleich zum Arzt rennt, erst mal überlegen: Habe ich vielleicht einfach zu wenig getrunken oder den Muskel falsch belastet?

 

Das kann helfen

  • Gesunde Ernährung mit magnesiumreichen Nahrungsmitteln, wie Hülsenfrüchten, Spinat, Kartoffeln, Vollkornbrot, Haferflocken, Nüssen, Milch, Käse, Mineralwasser, helfen längerfristig, die Neigung zu Krämpfen zu mildern. Auch Schoggi gehört zu diesen Lebensmitteln!
  • Magnesiumpräparate können einen Magnesiummangel ausgleichen. Auf eigene Faust sollte man sie aber nicht über längere Zeit einnehmen.
  • Auf die Dauer helfen kann auch eine gezielte Fussgymnastik, ebenso Kneipp-Güsse.
  • Schränken Sie den Konsum von Kaffee, Tee und Cola ein oder verzichten Sie ganz darauf. Auch Nikotin und Alkohol sollte man aus dem Weg gehen. 
  • Meiden Sie starke körperliche Anstrengungen unmittelbar nach dem Essen. Weil das Blut dann für die Verdauung gebraucht wird, steht es den Muskeln nur begrenzt zur Verfügung – das begünstigt Krämpfe.
  • Belasten Sie Ihre Muskeln dosiert und stretchen Sie sie regelmässig.
    Treten Wadenkrämpfe trotz aller Massnahmen immer wieder auf, so ist der Gang zum Arzt auf jeden Fall zu empfehlen. In diesem Fall kann eine Gefäss-, Nerven- oder Stoffwechselerkrankung vorliegen, die behandelt werden sollte.

Autor: Verena Ingold
Foto: Mauritius Images

Kommentare

Gast
Sa, 20/08/2011 - 18:08

Nicht nur meine Erfahrung ! ! !

Lege eine ganz normale Handseife zwischen Matratze und Oberleintuch, im Fussbereich auf die Matratze ! ! !

Wer weiss warum? - Aber etwas Einfacheres gibt es nicht! ! !

 

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